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Polen

Die Kooperation Brandenburgs mit Polen hat hohen Rang. So misst die Verfassung des Landes Brandenburg vom 20. August 1992 in ihren Grundsätzen (Art. 2) der "Zusammenarbeit mit anderen Völkern, insbesondere mit dem polnischen Nachbarn" große Bedeutung bei. Das Brandenburgische Schulgesetz folgt dieser Klassifizierung mit dem Satz:  "Die Schule fördert die Bereitschaft zur friedlichen Zusammenarbeit mit den polnischen Nachbarn." (§ 4 (5)).

Diese Rahmenvorgaben für die Zusammenarbeit mit Polen haben in den zurückliegenden Jahren zu einer Vielfalt und Vielzahl grenzübergreifender Kooperationen geführt, die seit dem  Beitritt des Nachbarn zur Europäischen Union im Jahre 2004 an Intensität noch zugenommen haben.

Einbezogen sind in diese Kooperation heute sämtliche Bildungsinstanzen, der Bereich der Kindertagesbetreuung ebenso wie der der Erwachsenenbildung; das Themenspektrum reicht vom Übergang Kindertagesstätte/Grundschule bis zur beruflichen Weiterbildung, von der bilingualen Ausrichtung von Kindergärten bis zur Kooperation von Volkshochschulen: Es gibt zwischen Brandenburg und seinen polnischen Partnern namentlich im Bildungsbereich kaum Themenfelder, die sich nicht im Katalog gemeinsamer Interessen und Betätigung fänden. Es handelt sich mithin um eine Kooperation, die beispielhaft ist, auch in ihrer Eigendynamik.

Wenn es darum geht internationale Kontakte anzubahnen und zu verabreden,erweisen sich Bildung, Jugend und Sport nicht selten als Vorreiter fürproduktive Partner- und Nachbarschaften, sei es, dass sie sich auf kommunaler,sei es, dass sie sich auf regionaler Ebene zutragen. Das gilt auch für die Beziehungen, die Brandenburg namentlich zu den Wojewodschaften Lubuskie (Lebuser Land) und Zachodniopomorskie (Westpommern) pflegt.

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Schon ganz europäisch grenzenlos versteht sich seit mehr als einem Jahrzehnt die Eurokita in Frankfurt (Oder). Rund 60 Kinder aus der Stadt und aus dem benachbarten Slubice werden hier von deutschen wie von polnischen Erzieherinnen betreut. Denn je früher und intensiver interkulturelle Erziehung einsetzt, desto besser sind die Aussichten darauf, dass Vorbehalte und Vorurteile sich erst gar nicht einnisten können.

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Wenn vom Erlernen der polnischen Sprache insbesondere in der deutsch-polnischen Grenzregion gesprochen wird, so geht es dabei auch um das deutsch-polnische Verhältnis im Ganzen, um die Öffnung des Bewusstseins der Deutschen für den polnischen Nachbarn in einem sich integrierenden Europa, um seine Kultur, Geschichte und  Gegenwart. Dafür in jungen Jahren die Bereitschaft zur Verständigung anzustoßen ist eine herausragende bildungspolitische und kulturpolitische Aufgabe.

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Im Mittelpunkt: Das sogenannte "Weimarer Dreieck" Paris - Berlin - Warschau mit einem Bevölkerungsanteil von nicht weniger als 180 Millionen Menschen. Erwartet wird, dass von diesem Dreieck, zu dem Polen als vollwertiges EU-Mitglied zählt, kräftige Impulse für die Entwicklung der gesamten Union ausgehen. Hoffnungen knüpfen sich auch an die dynamische Entwicklung des Wirtschaftsraumes zwischen Szczecin (Stettin) - Berlin - Dresden - Wroclaw (Breslau) - Poznan (Posen) - Gdansk (Danzig), der sich im Rahmen der Oderpartnerschaft zu einem informellen Bündnis zusammen gefunden hat.

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Seit 1992 sind im Land Brandenburg Deutsch-polnische Schulprojekte aufgebaut worden. Neben dem "Urgestein" in Frankfurt (Oder) sind in jüngerer Zeit in Schwedt (Oder) und in Guben neue Projekte entstanden, die die Nachfolge früherer Deutsch-polnischer Schulprojekte an anderen Schulstandorten angetreten haben.

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Schule auf Polnisch

Ein neues deutsch-polnisches Schüleraustauschprogramm hat das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) zum Schuljahr 2011/12 ins Leben gerufen. "Schule auf Polnisch", so sein Titel, tritt zugleich an die Stelle des Schüleraustausch-Programms "Kopernikus". "Schule auf Polnisch" eröffnet deutschen und polnischen Schülerinnen und Schülern die Chance, die Kultur und Sprache des Nachbarlandes im Rahmen eines längerfristigen, intensiven Aufenthaltes genauer kennen zu lernen sowie wertvolle persönliche und interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. [weiter]

Gastschulaufenthalte in Polen

Während es unter Schülerinnen und Schülern der 11. Jahrgangsstufen weit verbreitet ist, ein ganzes oder ein halbes Schuljahr in Großbritannien, Frankreich oder den USA zu verbringen - es sind im Land Brandenburg unterdessen einige hundert, die alljährlich diese Erfahrung suchen -, verharrt die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die einen solchen Aufenthalt in Polen absolvieren, auf eher niedrigem Niveau. Dabei bietet Polen gerade brandenburgischen Schülerinnen und Schülern hervorragende Möglichkeiten für einen heimatnahen, organisatorisch wenig aufwändigen und kostengünstigen Gastschulaufenthalt - zumal an hoch attraktiven und renommierten Schulstandorten.

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Lehreraustausch zwischen Brandenburg und Polen

Bald zwei Jahrzehnte war die Entsendung muttersprachlicher Lehrkräfte eine einseitige Angelegenheit, mit der das Land Brandenburg die Bemühungen unterstützte, Deutsch als Fremdsprache an Schulen in seinen Nachbar-Wojewodschaften Lubuskie (Lebuser Land) und Zachodniopomorskie (Westpommern) zu stabilisieren bzw. zu etablieren. In jüngster Zeit jedoch ist diese Praxis einem auf Gegen- und Wechselseitigkeit basierenden Lehreraustausch gewichen. Dafür waren – neben Jahren politisch motivierter Abwehrhaltung – auch einige formale Hindernisse auf polnischer Seite zu überwinden.

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Lehrerentsendung aus Brandenburg nach Polen

Im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik unterstützt die Bundesrepublik Deutschland seit 1989 durch den Einsatz deutscher Lehrkräfte die Einführung und Weiterentwicklung des Faches Deutsch als Fremdsprache. In geringerem Umfang gilt dies auch für den deutschsprachigen Sachfachunterricht an staatlichen Schulen und Bildungseinrichtungen in Mittel-, Ost- Südosteuropa (MOE) und der ehemaligen Sowjetunion.

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Im Bereich der Erwachsenenbildung gibt es eine umfangreiche Angebotspalette mit Veranstaltungen zur Vermittlung der polnischen Sprache und Kultur. Anbieter sind insbesondere die 20 Volkshochschulen im Land Brandenburg, von denen nahezu jede  einschlägige Angebote in ihren Semesterprogrammen aufweist.

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Fragen der schulischen Vermittlung der Geschichte des 20. Jahrhunderts sind Themen einer Zusammenarbeit mit verschiedenen polnischen Partnern. Die Lehrerfortbildungsinstitute der Wojewodschaften Lubelskie in Lublin und Pomorskie in Gdansk sowie das Institut für nationales Gedenken, Instytut Pamieci Narodowej (IPN), in Warschau mit den Niederlassungen in Lublin und Gdansk sind die Partner für eine Reihe von Lehrerfortbildungen, die das MBJS gemeinsam mit den Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule e.V. (RAA) seit 2002 organisiert.

Seit 2008 bereiten polnische und deutsche Wissenschaftler auf der Basis eines von der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission entwickelten Konzepts die Herausgabe eines Deutsch-Polnischen Geschichtsbuchs vor, dessen erster Band 2016 erschienen ist. Auf der deutschen Seite vertritt der Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Günter Baaske, die Interessen der Kultusministerkonferenz in diesem Projekt.  [Weitere Informationen]

Redaktionell verantwortlich: Jörg Schäfer, LISUM