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Öffentlichkeit

„War da was?“

Sichtbar werden: Öffentlichkeit in Schule und darüber hinaus

 

Wie zu Beginn erwähnt, werden die vielfältig existierenden kulturellen Aktivitäten an Schulen häufig nicht in angemessener Weise wahrgenommen. Oftmals bekommen überhaupt nur die aktiv daran Beteiligten mit, dass etwas stattgefunden hat. Die Konzentration auf den Prozess und die Produkte gehen zu Lasten einer notwendigen schulinternen oder darüber hinausgehenden Öffentlichkeits-

arbeit. Dabei ist die öffentliche Aufmerksamkeit so wichtig: Die Sichtbarkeit des Werkes oder Arbeitsergebnisses und dessen Anerkennung wirken in großem Maße zurück auf das Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler, aber auch aller anderen Beteiligten. Durch Wertschätzung entsteht Wohlbefinden und eine erhöhte Bereitschaft, Offenheit zu zeigen und sich für das gemeinsame Ziel einer Schule einzusetzen. Insgesamt kommt der Anerkennungskultur – auch im Kleinen, z. B. schulintern durch die Schulleitung – eine besondere Rolle für den Erfolg von Veränderungsprozessen zu.

 „Ich sehe Öffentlichkeitsarbeit als meine zentrale Aufgabe an der Schule: Ich möchte den künstlerisch-kulturellen Aktivitäten einen geeigneten Rahmen geben, in dem sie glänzen können.“ (Kulturbeauftragte einer Berliner Schule im Interview)

Ob Theateraufführung, Ausstellung oder Flashmob-Aktion im öffentlichen Raum: Die Präsentation der Ergebnisse ist im Allgemeinen ein wesentlicher Bestandteil des künstlerischen Prozesses. Daher eignen sich Kunst und Kultur hervorragend, um auf sich selbst, auf die Produzierenden und auf den Ort des Geschehens aufmerksam zu machen. Die Schule gewinnt durch zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit nicht nur an Ansehen, sondern im Idealfall auch neue Kooperationspartner und Förderer. Außerdem ist das öffentliche Auftreten der Schule häufig eine Entscheidungshilfe für Eltern, die für ihr Kind die passende Schule suchen.

Zur Öffentlichkeitsarbeit gehören unter anderem die Nutzung und ansprechende Gestaltung der Schul-Website, ein Hinweis auf der Homepage der Kooperationspartner, die breite Streuung von Veranstaltungsankündigungen und die Einladung der lokalen Presse. Auch das Kulturamt und andere Akteure im Bezirk – wie in Berlin beispielsweise das Quartiersmanagement – haben ein Interesse daran, was vor Ort passiert, und können die Informationsverbreitung unterstützen.

Wichtig ist auch der Rahmen der Veranstaltung: Ist der Ausstellungs- oder Aufführungsort ansprechend und gut erreichbar? Welcher Wochentag und welche Uhrzeit sind für die Präsentation günstig, damit möglichst viele Eltern, Journalisten oder Mitschülerinnen und Mitschüler kommen können?

„Und dann fahren wir mit dem Kunstcontainer quer durch den Stadtteil von Schule zu Schule! Mit Präsentationen zwischendrin. Jeder kann reinkommen.“ (Kulturbeauftragte einer Berliner Schule im Interview)

Um über den beschriebenen Rahmen hinaus bundesweit Aufmerksamkeit zu erhalten, eignet sich die Teilnahme an Wettbewerben wie „Kinder zum Olymp“ und „Mixed up“, im Rahmen derer Beispiele gelingender Kooperationen zwischen Schule und Kultur ausgezeichnet werden.

Für die nachhaltige Sichtbarkeit der Projekte und den Wissenstransfer ist eine anschauliche und möglichst fortlaufende Dokumentation hilfreich. Diese kann auch hervorragend als gemeinsame Reflexion in Form eines Portfolios erstellt werden. Andere Formate und Ergänzungen durch Foto und Film sind ebenso möglich.