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Qualifizierung

„Kenn ich nicht, kann ich nicht, will ich nicht“

Qualifizierung und Wissenstransfer

Um die vielfältigen Aufgaben bewältigen zu können, die mit der Verankerung von mehr Kunst und Kultur in Schule verbunden sind, müssen die beteiligten Akteure zusätzliche Kenntnisse und Kompetenzen erwerben. Inhaltlich sollten sie sich mit der Bedeutung und den Formen kultureller Bildung sowie mit aktuellen Positionen im Diskurs um Kunst und Kultur auseinander-

setzen. Darüber hinaus müssen sich einige Beteiligte auskennen mit Finanzierungsmöglich-

keiten, Antragstellung, Projektmanagement, Projektverwaltung und Öffentlichkeitsarbeit. Fächerübergreifendes Lernen und Arbeit in Projekten spielen ebenfalls eine große Rolle. Methodisch sind Dokumentations- und Kommunikationstechniken – auch der Umgang mit Online-Tools – gefragt, außerdem die Fähigkeit, Gruppen zu moderieren.

Im Hinblick auf Schulentwicklung sind grundlegende Kenntnisse zu diesen Fragen erforderlich: Wie gestaltet sich die Arbeit am Schulprogramm? An welchen Gremien kann und sollte man mitarbeiten oder wie erfolgt der Transfer in die Gremien hinein? Wie können Kooperationen formal gestaltet und inhaltlich gefüllt werden? Wie ermöglicht man die Partizipation der verschiedenen Gruppen der Schulgemeinschaft – wie Schülerschaft, Eltern, Kollegium? Wie geht man mit Widerständen um? Die Kooperation in Netzwerken ist eine wesentliche Kompetenz, ebenso wie die Mitwirkung am Aufbau regionaler Bildungsstrukturen. Und nicht zuletzt sind Kenntnisse im Bereich der Evaluation gefragt.

„Ich kann doch nicht alles alleine machen!“ (Kulturbeauftragte einer Berliner Schule im Interview)

Oftmals gibt es im Kollegium bereits jemanden, der das eine oder andere hervorragend beherrscht, teilweise geht es nicht ohne zusätzlich Qualifizierung. Selbstverständlich können und müssen nicht alle alles können. Die Qualifizierten sollten jedoch als Multiplikatoren wirken und für den Wissenstransfer sorgen, damit das Know-how in der Schule bleibt und sich im Idealfall auf mehrere Schultern verteilt. Nach Möglichkeit erstellt eine Schule ein Fortbildungskonzept, das die fehlenden Bereiche abdeckt und gleichzeitig ausweist, wer sich wann und worin fortbildet. Dabei ist es von großer Bedeutung, dass die Ausgestaltung passgenau zu der spezifischen Situation der Schule und der Akteure erfolgt und individuelle Entwicklungsvorhaben berücksichtigt werden. Studien beweisen, was auf der Hand liegt: Training für Projektmitarbeiter ist besonders wichtig und je konkreter sich das Training an alltäglichen Arbeitsproblemen orientiert, desto erfolgreicher ist es (Rolff, Hans-Günter: Studie zu einer Theorie der Schulentwicklung).  Die in dieser Online-Dokumentation benannten Handlungsfelder beschreiben die verschiedenen Bereiche, in denen Qualifizierungsbedarf auftauchen kann.

Die gegenseitige Qualifizierung der Kooperationspartner aus Schule und Kultur stärkt die partnerschaftliche Entwicklung der Akteure. Das belegen auch die Erfahrungen aus den vier Jahreslehrgängen der KontextSchule, in denen sich zwischen 2010 und 2013 jährlich 12 Lehrer/innen und und 12 Künstler/innen bzw. Mitarbeiter/innen aus Kultureinrichtungen auf eine enge Kooperation im Feld der kulturellen Bildung vorbereitet haben. Auch sollten beim spezifischen und zielgruppenorientierten Erstellen von Checklisten und anderen Instrumenten zum Wissenstransfer innerhalb der Schule die verschiedenen Partner mitwirken.

Redaktionell verantwortlich: Elisabeth Lemke, LISUM