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Segmentierung

Segmentierung von Wörtern in Wortteile

Das Segmentieren von Wörtern in Wortteile bedeutet, dass der Leser, die Leserin beim Dekodieren eines Wortes einzelne Segmente als Einheit erkennt. Dies ist für die Steigerung von Dekodierfähigkeit äußerst wichtig, da das Kurzzeitgedächtnis nur etwa sieben Einheiten gleichzeitig speichern kann.
Durch das Segmentieren in größere Einheiten als Einzelbuchstaben sind die Verarbeitungszeiten kürzer, die Dekodierfähigkeit erhöht sich.
Für die Segmentierung eines Wortes stehen mehrere sinnvolle Möglichkeiten zur Verfügung, unter anderem das Erkennen von Silben und Morphemen als Einheiten. Welche Art der Segmentierung besonders hilfreich ist, hängt von der Wortstruktur und vom Lesekontext ab.

Gute Leser und Leserinnen "zerlegen" beim Lesen fortlaufend alle längeren Wörter, ohne dass ihnen das bewusst wird. Wenn ihnen eine falsche Segmentierung unterläuft, können sie weitere Segmentierungen vornehmen und zum richtigen Ergebnis kommen (Dö-schen, Dös-chen).

Wie erkennt man Schüler und Schülerinnen, die im Bereich der Segmentierung Unterstützung brauchen?

Diese Schülerinnen und Schüler sind beim Lesen langsam, da sie buchstabenweise synthetisierend die Wörter erlesen. Für kurze Wörter benötigen sie relativ viel Zeit. Und bei längeren Wörtern scheitern sie mit diesem Vorgehen, "da die ersten Graphem-Phonem-Verbindungen bereits vergessen sind, wenn das Auge am Ende des Wortes angekommen ist."1

Wie kann man diese Schülerinnen und Schüler unterstützen?

Die Schüler und Schülerinnen sollten verschiedene Möglichkeiten der Wortsegmentierung kennen lernen und üben, mit ihnen effektiv umzugehen. Sie benötigen Übungen, bei denen sie die Gliederung von Wörtern in Bausteinen nutzen.

Im Download werden Übungen vorgestellt, die für für diese Schülerinnen und Schüler geeignet sind.

Leseübungen zum Bereich "Segmentierung von Wörtern in Wortteile" (pdf - 280 KB)


1 Annegret von Wedel Wolff: Üben im Leseunterricht der Grundschule, Braunschweig 1997, Westermann Schulbuch-Verlag, S. 78 

Redaktionell verantwortlich: Erna Hattendorf