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Leseinteresse wecken

Ein Buch mit sieben Siegeln

Jedes Buch ist ein Ding mit mindestens sieben Siegeln. Für Leseverweigerer und Schulanfänger, denen es nur schwer gelingt aus einzelnen Buchstaben einen Sinn zu erlesen, sind diese Siegel kaum zu brechen. Durch alles, was mit Lesen und Büchern zu tun hat, fühlen sich diese Kinder ausgeschlossen. Ihnen zu erzählen, dass es gut wäre, sich doch lieber damit zu beschäftigen, ist kaum sinnvoll, sondern eher kontraproduktiv.

Vielmehr sollte man den Ausgeschlossenen erstens die Schlüssel in die Hand geben und zweitens vorab eine Motivation schaffen, diese Schlüssel auch nutzen zu wollen und ihre Handhabe zu erlernen. So könnte die Annäherung an dieses bisher verschlossene Medium, diese bisher versiegelte Welt nicht von Misserfolg, sondern von Erfolgserlebnissen geprägt sein.

Es werden verschiedene Schlüssel vorgestellt, welche zum Lesen verführen und Lesehemmungen und Literaturängste überwinden helfen. Angeboten werden Zugänge über reizvolle Spannung, ernsthaftes Spiel, lustvolles Entdecken - kurz: leicht erscheinende Mühen. Diese könnten Siegelöffner für Kinder und Jugendliche sein, für welche das Buch und alles, was damit zusammenhängt, zunächst negative Gefühle erzeugt und Ablehnung hervorruft. Anleitungen zum eigenständigen Entziffern und Lesen beginnen immer mit einer positiven Erfahrung. Es werden Rätsel gelöst, Spuren von Abenteurern und Geistern verfolgt, geheimnisvolle Orte entdeckt, Helden gewählt und Liebespaare gefunden.

Die sieben Schlüssel heißen:

Ihre Funktionsweise wird erläutert und es gibt konkrete Vorschläge für die Umsetzung der Ideen zu jeweils drei Büchern, die für verschiedene Altersstufen interessant sind. Manche Ideen zur Umsetzung lassen sich auf andere Texte übertragen. Nicht zuletzt können sie Anregung sein, Schlüssel für andere Texte zu finden.

Katja Eder
Literatur- und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaftlerin, Redakteurin, Literaturvermittlerin

Redaktionell verantwortlich: Erna Hattendorf