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Identität erfinden

Identität erfinden

"Kurzum, eines schönen Morgens [...], wenn ihm die Ohren noch vom Tumult der Schulkantine dröhnen, erlebt er das lautlose Erblühen des Wortes auf dem weißen Blatt, da, vor ihm: M a m a. [...] Das ist keine Kombination von Silben, es ist kein Wort, es ist kein Begriff, es ist nicht irgendeine Mama, es ist s e i n e Mama, eine magische Verwandlung."

Daniel Pennac: Wie ein Roman. Von der Lust zu lesen. 1998


Wenn man das Gefühl hat, dass etwas mit dem eigenen Leben zu tun hat, dann ist es auch von Interesse. Unmittelbare Anknüpfungspunkte an die eigene Person und das Umfeld können ein guter Schlüssel zur Literatur sein. Das funktioniert zum Beispiel über einen realen, den Schülern und Schülerinnen vertrauten oder zumindest bekannten Ort, der ihnen dann in einer Geschichte wieder und neu begegnet. Durch die unmittelbare Einbindung des direkten Lebensumfeldes und bzw. oder der Familie, gelingt es ebenfalls sich selbst zu entdecken und zu erfinden. Letztendlich ist die Ausbildung von Identität nur über die Mittel der Kunst möglich. Die eigene Lebensgeschichte braucht eine Chronologie genauso wie eine Perspektive. Und Lücken müssen durch Erfindungen sinnstiftend gefüllt werden.

Madlenka, 35 Kilo Hoffnung und Wir alle für immer zusammen stellen alles Buchtitel dar, welche die Erfahrungswelten von Kindern und Jugendlichen spiegeln. Geschichten, die zu den eigenen Orten passen, muss man sich diesen entsprechend jeweils heraussuchen.  

Katja Eder

Redaktionell verantwortlich: Erna Hattendorf