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Neugier wecken

Neugier wecken

"Neugier kann man nicht erzwingen, man weckt sie. Lesen, lesen und darauf vertrauen, daß die Augen sich öffnen, die Gesichter sich freuen, die Frage kommt und eine weitere Frage nach sich ziehen wird."

Daniel Pennac: Wie ein Roman. Von der Lust zu lesen. 1998


Die Motivation kann bei Leseverweigerern nicht mehr durch das Buch bzw. das Lesen selbst geschaffen werden. Es müssen andere Dinge und Zusammenhänge sein, die Interesse erzeugen. Dazu gehören zum Beispiel Themen als auch Verfahren (siehe Vorschlag zu Clarice Bean), die per se, das heißt bei jedem, Neugier wecken wie z. B. Rätsel, Geheimnisse, Undurchsichtiges. Eben etwas, das sehr interessant erscheint, sich aber nicht auf Anhieb erschließt.

Die einfachste Methode der Leseförderung ist das Vorlesen einer absolut spannenden Geschichte -  "... Doch plötzlich fuhren wir alle zusammen hoch: Etwas strich an der Hausmauer entlang, die dem Wald zu gelegen war; dann ging es weiter gegen die Tür und schien sie mit zitternder Hand abzutasten. Zwei Minuten hörte man darauf nichts mehr. Wir verloren beinahe die Besinnung. Dann kam es zurück. Es streifte die Mauer und kratzte leise, wie es Kinder mit ihren Nägeln zu tun pflegen. Und da - plötzlich ..." (aus Kantelhardt/Menschik: Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen. Gerstenberg Verlag 2005, S. 59). Diese Geschichte wird dann mit diesen oder ähnlichen Worten unterbrochen: "Aaaah, nein, es tut mir Leid, das kann ich in keinem Fall weiter vorlesen, das ist einfach zu spannend." Aber auch der Reihe nach vorgelesene Zitate, z.b. aus Whalerider, die keinen rechten Sinn ergeben, jedoch etwas zu verbergen scheinen, eröffnen eine Spur.

Katja Eder