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Diagramme lesen

Lesen von Diagrammen – mit Lernlandkarten Diagrammkompetenz entwickeln

Jahrgangsstufen 5 bis 10

Im Mittelpunkt dieses Lernarrangements steht die Entwicklung der Fähigkeiten, die zum Lesen und Verstehen von Säulen-, Balken, Linien- (Kurven-) und Kreisdiagrammen benötigt werden.

Lernausganglage mit der Lernlandkarte
Lernlandkarten werden zur Selbsteinschätzung und zur Selbststeuerung von Lernprozessen in allen Fächern und in allen Jahrgangsstufen eingesetzt. Sie verschaffen den Schülerinnen und Schülern einen Überblick über den Lerngegenstand – in diesem Fall über die Kompetenzen, die für den Umgang mit Diagrammen benötigt werden – und unterstützen den Lernprozess. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Kärtchen, auf denen die benötigten Teilkompetenzen als „Ich-kann-Aussagen“ formuliert sind. Sie ordnen die Kompetenz-Items den folgenden vier Aussagen zu:

  • Das kann ich schon gut, da bin ich sicher.
  • Das muss ich noch üben, aber das kann ich ohne Hilfe.
  • Das kann ich noch nicht, dafür brauche ich Unterstützung.
  • Das ist völlig neu für mich. Darüber weiß ich gar nichts.

Auf einem DIN-A3-Blatt gestalten sie eine Landkarte mit Inseln, Kontinenten, Meeren, Flüssen, Städten, Dörfern usw. Den Gebieten geben die Schülerinnen und Schüler Namen, z.B. „Wissensreich“, „Stadt des Grauens“, „Lern-Insel“ usw. Auf den passenden Flächen werden die Kärtchen mit den Kompetenz-Items aufgeklebt.

Diese Bestandsaufnahme ist der Ausgangspunkt für den weiteren Lernprozess. Jetzt entscheiden die Schülerinnen und Schüler, welche Teilkompetenzen sie verstärkt üben bzw. neu lernen wollen. Sie können sich dazu mit der Lehrkraft beraten, aber ihren Lernweg auch ganz selbstständig planen. Zum Üben stehen ihnen Referenzaufgaben zur Verfügung. Im Verlauf des Lernprozesses färben die Schülerinnen und Schüler die Kärtchen mit den Kompetenzen, die sie beherrschen, auf der Lernlandkarte ein und dokumentieren so ihren individuellen Lernzuwachs.

Kompetenz-Items für das Lesen von Diagrammen 
Die im Folgenden präsentierten Kompetenz-Items sind in Anlehnung an das „Strukturmodell der Diagrammkompetenz“* von Lachmayer/Nerdel/Prechtl (IPN Kiel) entwickelt worden. Dieses Modell berücksichtigt neben dem Ermitteln von Informationen aus Diagrammen auch das Konstruieren von Diagrammen. Für die Informationsermittlung müssen beispielweise der Diagrammtyp, die Achsenbelegung, -beschriftung und -skalierung identifiziert sowie Trend- oder Punktwerte abgelesen werden. Bei der Konstruktion geht es darum, den Diagrammtyp, die Achsenbelegung, -beschriftung und -skalierung auszuwählen sowie Daten einzutragen.

  

Ich kann …

  • die Art des Diagramms bestimmen (Säulen-, Balken-, Kreis- oder Linien-/Kurvendiagramm).
  • die einzelnen Elemente eines Diagramms erkennen und benennen (x-Achse, y-Achse, Säulen, Balken, Segmente, Legende ...).
  • das Thema des Diagramms herausfinden und die Beziehung zwischen den dargestellten Werten benennen.
  • benennen, wie die Achsen in einem Diagramm belegt sind.
  • die Quelle eines Diagramms bestimmen.
  • einzelne Werte in einem Diagramm ablesen.
  • mehrere Werte in einem Diagramm miteinander vergleichen.
  • Schlussfolgerungen aus den Angaben eines Diagramms ziehen.
  • herausfinden, welche Wirkung der Autor mit dem Diagramm beabsichtigt.
  • Daten in einem Säulen- oder Balkendiagramm darstellen.
  • Daten in einem Kreisdiagramm darstellen.
  • Daten in einem Linien-/Kurvendiagramm darstellen.
  • ein Balken- oder ein Linien-/Kurvendiagramm in ein Säulendiagramm umwandeln.
  • Informationen in einem Text und in einer Tabelle ermitteln und in einem Diagramm darstellen.
  • Informationen in einer Tabelle und einem Diagramm ermitteln und in einem Text darstellen.

* siehe Dissertation von Simone Lachmayer: Entwicklung und Überprüfung eines Strukturmodells der Diagrammkompetenz für den Biologieunterricht (Das Strukturmodell finden Sie auf Seite 43 im Pdf-Dokument, das hier hinterlegt ist: https://macau.uni-kiel.de/receive/dissertation_diss_00003041)


Referenzaufgaben
Damit die Schülerinnen und Schüler selbstständig üben können, werden Aufgaben zu den einzelnen Teilkompetenzen entwickelt oder aus bestehenden Materialien zusammengetragen. Wenn die Schülerinnen und Schüler fächerunabhängig arbeiten sollen, sind das Aufgaben, die ohne Anbindung an ein konkretes Unterrichtsvorhaben bearbeitet werden können, z.B. in freien Lernzeiten oder im Rahmen einer Projektwoche. Genauso gut können die Referenzaufgaben fachbezogen gestaltet werden. Am besten ist es, wenn die Schülerinnen und Schüler aus einem großen Aufgabenpool auswählen können und zu jeder Teilkompetenz mehrere Aufgaben finden, möglichst auf unterschiedlichen Lernniveaus. Im Download werden zu allen Kompetenz-Items Aufgabenbeispiele präsentiert.

Diagramme lesen – Aufgabenbeispiele für Referenzaufgaben (pdf – 1,3 MB) 
  


Literatur


Helmut Prechtl/Simone Lachmayer/Claudia Nerdel (2011): Lesen von Diagrammen: Kompetenzen im Umgang mit Diagrammen im naturwissenschaftlichen Unterricht. In: Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Lesen in den Naturwissenschaften. Das ProLesen-Länderprojekt in Berlin und Brandenburg.

Bettina Olling (2009): Den Aufbruch in neue Gebiete begleiten. Lernlandkarten im pädagogisch-diagnostischen Prozess erproben. In: Lernchancen. Heft 71/2009, Seelze, S. 8-11

Redaktionell verantwortlich: Erna Hattendorf