Zum Inhalt springen

Lesepaten-Frage 7

Welche Leseübungen sind für Leseanfänger geeignet?

Leseanfänger brauchen Erfolgserlebnisse; deshalb sind kurze einfache Texte oder nur einzelne Wörter am Leseanfang besser als zu umfangreiche Leseangebote.

Kriterien für einfache Wörter/Texte:

  • Der Text enthält nur Hauptsätze und keine Nebensätze.
  • Der größte Teil der Wörter hat maximal drei Silben.
  • Die Silben sind nach einem einfachen Konsonant-Vokal-Schema aufgebaut: z.B. Tomate; Gegenbeispiel: Knochen.
  • Sie sind in einer klaren Druckschrift geschrieben.

Das, was die Kinder erlesen, muss in einem für die Kinder erkennbaren Zusammenhang stehen. Die Motivation etwas zu lesen, damit man lesen übt, reicht nur für wenige Male aus.

Situationen, in denen Lesen in einem Zusammenhang steht:

  • Lesespiele, bei denen Lesen zum Gewinnen führt
  • Rätsel und Frage-Antwort-Spiele
  • Spiele und Übungen, bei denen die Kinder ihren Lernfortschritt  erkennen können
  • Sprachspiele, die dazu auffordern eigene Sprachspiele zu erfinden

Es gibt Kinder, die die ersten Buchstaben sehen und dann das Wort raten. Diese Kinder brauchen Anleitung dafür, wie sie ihre Leseergebnisse durch genaues Lesen überprüfen lernen.

Beispiele:

  • Wörter/Texte, die sich nur durch einen Buchstaben unterscheiden (Hose/Hase)
  • Wörter/Texte,  die keinen Sinn ergeben (Im See leben Tische.)

Andere Kinder haben das Problem, jeden Buchstaben einzeln zu erlesen, ohne eine Bedeutung  zu erkennen. Sie brauchen Hilfe dabei, Vermutungen über den Textinhalt anzustellen.

Beispiele:

  • von einer Silbe oder einem Buchstaben auf das ganze Wort schließen (Im Zoo gehe ich gerne zu den Lö________ .)
  • fehlende Wörter sinngemäß ergänzen (Timo backt einen ___________ .)
  • zum Textinhalt Vorstellungen entwickeln und Vermutungen aufstellen


Jedes Kind ist anders. Die Lesepatin / der Lesepate sollte versuchen, im Gespräch herauszufinden, warum das Kind Schwierigkeiten hat. Das genau schafft die Lehrerin oft nicht. Einem Kind fehlt die Motivation, beim nächsten ist es die schlechte Tagesform, ein drittes weiß nicht, wie die Buchstaben heißen und wiederum ein anderes kennt die Bedeutung des Wortes nicht. Es gibt viele Gründe...
Wenn geklärt ist, wo das Problem liegt, kann das Kind an der richtigen Stelle unterstützt werden.

Redaktionell verantwortlich: Erna Hattendorf