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Schule im Land Brandenburg

Hinweise zur Durchführung der Projekttage zum Thema: Schule im Land Brandenburg

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Die Bürgerbewegung und die neuen, unabhängigen Parteien wollten noch vor der ersten freien Parlamentswahl eine tiefgreifende Reform des Bildungswesens in der DDR. Die Arbeitsgruppe "Bildung, Erziehung und Jugend" des Zentralen Runden Tisches hatte sich auf neun Prinzipien verständigt. Diese waren:

  1. Chancengleichheit und Gerechtigkeit
  2. Recht auf lebenslange Bildung
  3. Recht auf soziale Geborgenheit und emotionale Zuwendung
  4. Achtung der Integrität/Unantastbarkeit der Persönlichkeit
  5. Bildung nicht allein Wissensvermittlung; Orientierungskompetenz; aktive und selbstbestimmte Lebensgestaltung
  6. Achtung vor der Würde des Menschen (keine Ausgrenzung Anderer)
  7. Demokratische Mitbestimmung für Lernende und Lehrende
  8. Bildungseinrichtungen mit vielen Funktionen (Freizeit, Weiterbildung )
  9. Sicherung des Rechts auf berufliche Bildung (Weiterbildung, Umschulung)

Die 1990 frei gewählte Volkskammer hob zahlreiche Gesetze und Verordnungen zum Bildungssystem der DDR auf. Der Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR legte fest, dass in der DDR erworbene Abschlüsse und Zeugnisse anerkannt werden, das Bildungswesen von politischer Indoktrination befreit wird und niemand wegen seiner politischen Einstellung vom Studium ausgeschlossen werden kann. Wie im Grundgesetz festgelegt, sind in der Bundesrepublik die Länder für die allgemeine Bildung zuständig. 1991 wurde in Brandenburg das erste Schulreformgesetz verabschiedet, welches die Veränderungen im Bildungswesen gesetzlich festlegte.

Die Auseinandersetzung mit den beschriebenen Inhalten und folgenden Fragen sollte im Rahmen der Projekttage darauf ausgerichtet sein, dass die Schülerinnen und Schüler hier in besonderem Maße die Möglichkeit zur Arbeit mit Quellen, zum Analysieren, Beurteilen, Darstellen und Präsentieren erhalten und Methoden wie die Zeitzeugenbefragung und das Führen von Interviews zur Anwendung kommen.


Mögliche Fragen für die Projektarbeit:

  • Welche Forderungen des Runden Tisches wurden in zwanzig Jahren Brandenburg verwirklicht?
  • Gibt es im  Einigungsvertrag bestimmte Schwerpunkte, die für Brandenburg besonders interessant sind?
  • Gibt es im  Einigungsvertrag bestimmte Festlegungen, die Brandenburg besonders gut, schlecht oder gar nicht umgesetzt worden sind?

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In den zurückliegenden 20 Jahren hat sich die konkrete Schullandschaft zum Teil erheblich  verändert. Vor allem für jüngere Schülerinnen und Schüler ist die Erforschung der eigenen Schule und des unmittelbaren Schulumfeldes sinnvoll und machbar.

Mögliche Fragen für die Projektarbeit:

  • Welche inhaltlichen und bautechnischen Veränderungen gab es in den letzten 20 Jahren an deiner Schule?
  • Wurde der Schulnamen geändert?
  • Welche neuen Unterrichtsfächer wurden eingeführt?
  • Welche Unterrichtsfächer wurden abgeschafft?
  • Gab es Veränderungen in der Schulstruktur?
  • Wurden neue Gremien geschaffen?