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Selbstorganisiertes Lernen

Das Konzept des Selbstorganisierten Lernens

Der Baustein- und Rundgangscharakter legen eine Gruppenarbeitstechnik nahe, die darauf angelegt ist, selbstverantwortlich Einzelaspekte zu erarbeiten und in Gruppen zu kommunizieren. Ein geeignetes Verfahren ist das Gruppenpuzzle. Dieser Fokus auf den Lernenden orientiert sich an Konzepten des Selbstorganisierten Lernens (SOL), des Lernens durch Lehren (LdL)10 oder Wechselseitigen Lehrens und Lernens (WELL).11 Diese Formen ermöglichen den Schülerinnen und Schülern eine schrittweise Annäherung an selbstständiges und selbstverantwortliches Lernen, wobei für die Lehrerinnen und Lehrer gleichzeitig ein allmählicher Wechsel von der Rolle des dominierenden Wissensvermittlers zum Lernberater und Moderator einhergeht.

 

 

10 Herold, Martin; Landherr, Birgit (2003): SOL - Selbstorganisiertes Lernen. Ein systemischer Ansatz für Unterricht ; [neue Lernkultur, Lernen in Lernfeldern, fraktale Unterrichtsorganisation, neue Formen der Leistungsbeurteilung]. 2., überarb. Aufl. Baltmannsweiler: Schneider-Verl. Hohengehren. Hepting, Roland (2004): Zeitgemäße Methodenkompetenz im Unterricht. Eine praxisnahe Einführung in neue Formen des Lehrens und Lernens ; mit Unterrichtsvideos auf CD-ROM. Bad Heilbrunn/Obb.: Klinkhardt.

11 Wahl (2006)

 

Das zielorientierte Vorgehen – typisch dafür ist die Voranstellung eines "advance organizers" als vorbereitende Lernlandkarte – beinhaltet systematische Selbstreflexionen der Lernenden und Lehrenden. Als Beispiel für einen "advance organizer" sei hier eine mögliche Variante vorgestellt, die sich auf drei typische Stationen beschränkt, die das Thema "Anpassung und Widerstand" ins Zentrum rücken.

 

Der "advance organizer" benennt nicht nur zentrale Begriffe aus den hier ausgewählten drei Themengebieten, die typischerweise nicht aufeinander aufbauend, sondern parallel erarbeitet werden. Er zeigt auch schon Verknüpfungen der Bereiche auf und gibt ebenso Hinweise auf die organisatorische Gliederung in drei Expertengruppen (Varnhagen, CV, Rotholz).

 

Organisatorisches Grundprinzip von SOL ist das Gruppenpuzzle, das heißt das Arbeiten in Kleingruppen und die damit verbundene gegenseitige Vermittlung der Lehrinhalte.12 Zweites didaktisch-methodisches Prinzip ist der Aufbau des Unterrichts nach dem sogenannten Sandwich-Verfahren. Dies beinhaltet den möglichst häufigen Wechsel von individuellen und kollektiven Erarbeitungs- und Lernphasen. Hierbei kann die Vielfalt methodischer Verfahren in ihrer ganzen Breite angewandt werden.13

 

12 Mathis, Christian (2007): Gruppenpuzzle. In: Günther-Arnd, Hilke (2007): Geschichts-Methodik. Handbuch für die Sekundarstufe I und II. 1. Aufl. Berlin: Cornelsen Scriptor, S. 221-223.

13 Klippert, Heinz (2006): Methoden-Training. Übungsbausteine für den Unterricht. 16., überarb. Aufl. Weinheim: Beltz (Beltz-Praxis). Zur konkreten Anwendung dieser Prinzipien siehe Mindmap weiter unten. Klippert, Heinz; Clemens, Erich (2007): Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen. Bausteine für den Fachunterricht. 5., unveränd. Aufl. Weinheim: Beltz (Beltz-Praxis).

 

Redaktionell verantwortlich: Jens Nitschke, LISUM