Am 3. Juli 2026 ging der 21. Studientag der romanischen Sprachen an der Freien Universität Berlin unter Beteiligung des LIBRA erfolgreich zu Ende und setzte damit noch einmal ein starkes Zeichen für die Zukunft des Fremdsprachenunterrichts. Rund um die Veranstaltung sprach campus.leben mit der Didaktikprofessorin Daniela Caspari über den Zustand des Französisch-, Spanisch- und Italienischunterrichts an deutschen Schulen.
Im Interview macht Caspari deutlich, wie dringend Handlungsbedarf besteht: Deutschland kommt in der gymnasialen Oberstufe im Schnitt nur auf eine belegte Fremdsprache und liegt damit europaweit auf dem vorletzten Platz – weit hinter Ländern wie Luxemburg, Rumänien oder Polen, wo Jugendliche im Schnitt deutlich mehr Fremdsprachen lernen. Dabei geht es laut Caspari um weit mehr als Vokabeln und Grammatik: Fremdsprachenunterricht vermittelt heute vor allem Kommunikationsfähigkeit, kulturelles Verständnis, Perspektivwechsel, Empathie und Offenheit – Kompetenzen, die in einer vernetzten Welt wichtiger denn je sind.
Zugleich zieht Caspari eine positive Bilanz aus zwei Jahrzehnten Studientag: Er habe sich zu einem einzigartigen Treffpunkt entwickelt, an dem Studium, Referendariat und Fortbildung zusammenfinden und Theorie und Praxis eng verzahnt werden. Gerade weil dieser Studientag nun in seiner bisherigen Form zum letzten Mal stattfand, blickt man an der FU bereits nach vorn: Neue, möglicherweise kleinere und über das Jahr verteilte Formate sollen das gewachsene Netzwerk weiter am Leben erhalten.
