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 In diesem Kapitel werden die Themenfelder und Inhalte für den in unterschiedlichen Organisationsformen angebotenen Informatikunterricht dargestellt. Der Informationstechnische Grundkurs (ITG) in Berlin ist mit eingeschlossen.

Die einzelnen Fachlehrkräfte und die Fachkonferenzen erhalten einen thematischen Rahmen sowie verbindliche Inhalte, die sie je nach Niveaustufe und Schulprofil bei der Planung von Unterricht und bei der Erstellung des schulinternen Curriculums berücksichtigen. Bei der Planung und Konkretisierung werden neben den vorgegebenen Kompetenzen und Inhalten die Interessen der Schülerinnen und Schüler, das Schulprogramm, Gegebenheiten der Schule, Wettbewerbe etc. einbezogen.

Die Themenfelder und Inhalte können auf verschiedenen Niveaustufen bearbeitet werden. Sie werden abhängig von der Entwicklung und den Kompetenzen der Lernenden im Unterricht erarbeitet und vertieft. Die Themenfelder und Inhalte bieten zahlreiche Möglichkeiten, Bezüge zu anderen Fächern und zu übergreifenden Themen herzustellen. Auf unterschiedlichen Niveaus können einzelne Aspekte erneut aufgegriffen und vertieft werden.

Die Themenfelder und Inhalte bilden die Grundlage für differenzierte Aufgabenstellungen und eine Materialauswahl, die eine Herausforderung für das gesamte Leistungsspektrum einer Lerngruppe darstellt. Die Lernenden erhalten Gelegenheit, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten allein und in der Zusammenarbeit mit anderen unter Beweis zu stellen. Sie erfahren dabei, in welchem Maße sie die gesetzten Standards erreichen bzw. was sie tun können, um ihre Kompetenzen zu vertiefen und zu erweitern.

Die ausgewiesenen Themenfelder werden für Schülerinnen und Schüler, die wegen einer erheblichen und langandauernden Beeinträchtigung ihres Lern- und Leistungsverhaltens sonderpädagogische Förderung erhalten oder für die sonderpädagogischer Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen2 festgestellt wurde, schülerbezogen berücksichtigt. Sie werden entsprechend der Lebensbedeutsamkeit für die Schülerinnen und Schüler ausgewählt.

Die Heterogenität der Lernenden im Hinblick auf persönliche, soziokulturelle und ethnische Hintergründe sowie unterschiedliche Lebensformen sind wichtige Ausgangspunkte für die Planung des Unterrichts. Diese knüpft an die Realität der Schülerinnen und Schüler an, bezieht dabei im Besonderen die kulturellen Erfahrungen von Lernenden ein. Damit fördert der Unterricht die Stärken unterschiedlicher Persönlichkeiten und nutzt diese für das individuelle Lernen.

Die dargestellten Themenfelder und Inhalte greifen die Lebenswirklichkeit der Lernenden auf. Die erworbenen Kompetenzen helfen den Schülerinnen und Schülern bei ihrer Berufswahl und sind Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lernen in der gymnasialen Oberstufe.

Für eine gezielte Förderung der Schülerinnen und Schüler, die die gymnasiale Oberstufe besuchen wollen, sollten im schulinternen Curriculum Hinweise für mögliche Vertiefungen bzw. Erweiterungen unter Berücksichtigung der Eingangsvoraussetzungen des Rahmenlehrplans für die gymnasiale Oberstufe im Fach Informatik aufgeführt werden.

Informationstechnischer Grundkurs (ITG)

Im Land Berlin werden die Kompetenzen der Niveaustufen D und E im Informationstechnischen Grundkurs (ITG) erworben. Diese sind durch die drei Themenfelder Standardsoftware (3.1), Informatiksysteme (3.2) und Leben  in und mit vernetzten Systemen (3.3) abgedeckt. Dabei hat das Themenfeld Standardsoftware Priorität.

Im Land Brandenburg werden die Kompetenzen der Niveaustufen D und E durch schulinterne Schwerpunktsetzung erreicht. Dazu treffen die Schulen konkrete Festlegungen.

Wahlthemenfelder

Entsprechend der zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit soll aus den fünf Wahlthemenfeldern mindestens ein Themenfeld ausgewählt werden. Im Land Berlin ist das Wahlthemenfeld Datenbanken obligatorisch.

 

 

2 In Brandenburg sind diese Schülerinnen und Schüler dem Bildungsgang Förderschule Lernen gemäß § 30 BbgSchulG zugeordnet.

 

 

Intention des Themenfeldes

Grundlegende Fertigkeiten im Umgang mit sogenannter Standardsoftware (Büroanwendungen) bilden die Ausgangsbasis für viele Arbeitsprozesse in Schule und Beruf. Dazu gehört insbesondere der Umgang mit einem Textverarbeitungssystem und Software für die interaktive Präsentation mit dem Ziel, ein anschlussfähiges Grundniveau sicherzustellen.

InhalteMögliche Kontexte
  • Umgang mit Textverarbeitungssoftware
  • Umgang mit mindestens einer weiteren Software
    (Präsentation, Tabellenkalkulation oder Grafikbearbeitung)
  • Umgang mit einem Browser
  • Nutzung von Hilfesystemen
  • Berufe und Arbeitswelt
  • Präsentationen
  • Bewerbungen
  • normgerechte Briefe
Beispiele für Differenzierungsmöglichkeiten
  • Erstellen eines eigenen Dokumentes unter Einsatz verschiedener Formatierungen
  • Erstellen und Vorstellen einer eigenen Präsentation
  • Arbeiten mit Format- und Dokumentvorlagen

Intention des Themenfeldes
Für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist ein grundlegendes Verständnis über den Aufbau und die technische Wirkungsweise von Informatiksystemen notwendig.

InhalteMögliche Kontexte
  • Aufbau und Eigenschaften eines Informatiksystems
  • grundlegende Fertigkeiten im Bedienen von Hard- und Software
  • strukturierte Speicherung von Dateien
  • Grundprinzipien der Datensicherheit
  • EVA-Prinzip (Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe)
  • Netzwerkkommunikation
  • Smartphones, Tablets, PC
  • Betriebssysteme
  • grafische Benutzeroberflächen
  • Anschluss externer Hardware
  • Physical Computing
Beispiele für Differenzierungsmöglichkeiten
  • Beschreibung unterschiedlicher Beispielsysteme nach dem Grad der Komplexität
  • Realisierung eines eigenen Physical-Computing-Projekts (z. B. Arduino)

Intention des Themenfeldes
Viele Handlungen des Alltags verlagern sich immer weiter in vernetzte Systeme. Auch das Internet der Dinge, die Vernetzung mobiler Endgeräte und von Gebäuden, der Einsatz von Intranets und des Internets in der Arbeitswelt verändern den Alltag. Hierdurch entstehen neue Möglichkeiten, aber auch zusätzliche Risiken.

Die gezielte und systematische Beschaffung und Bewertung von Informationen aus Internetquellen und klassischen Medien ermöglicht es, sich begründet einen eigenen Standpunkt auf der Grundlage verschiedener Sichtweisen zu bilden. 

InhalteMögliche Kontexte
  • gezielte und geplante Beschaffung von Informationen aus verschiedenen Medien
  • sachgerechte Nutzung von Suchmaschinen
  • Prüfung der Glaubwürdigkeit der gefundenen Information
  • Datenaustausch im Netzwerk
  • Datenschutz
  • Beachtung der Netiquette bei der digitalen Kommunikation
  • rechtliche Grundlagen
  • Online-Lexika (z. B. Wikipedia)
  • Vergleich verschiedener Suchmaschinen
  • Plagiate
  • Schutz der Persönlichkeit
  • Cybermobbing
  • illegale Kopien
  • Überwachung
Beispiele für Differenzierungsmöglichkeiten
  • erweiterte Möglichkeiten der Suche nutzen, z. B. Verwendung von logischen Operatoren
  • Arbeitsweise von Suchmaschinen nachvollziehen
  • Gestalten von Internetseiten; Verwendung von Stylesheets
  • rechtliche Fallbeispiele diskutieren
  • aktuelle Probleme des Datenschutzes diskutieren
  • Gefahren bei der Nutzung von E-Mails (z. B. gefälschte Absenderadressen, Phishing, Schadprogramme, Spam)

Intention des Themenfeldes
Zur Übertragung oder Verarbeitung von Nachrichten bildet der Mensch Information in Daten ab. Für ein umfassendes informatisches Verständnis ist es wichtig, diese informatischen Begriffe korrekt und differenziert verwenden zu können. 

InhalteMögliche Kontexte
  • Daten, Information, Nachricht
  • Modell der Informationsübermittlung (Sender-Empfänger-Modell)
  • Codierung
  • Datensicherheit
  • Zahlensysteme
  • ASCII, ANSI, Unicode
  • Konvertieren in andere Zahlensysteme
  • Rechnen mit Dualzahlen
  • Strichcode
  • QR-Code
Beispiele für Differenzierungsmöglichkeiten
  • Addition und Subtraktion in unterschiedlichen Zahlensystemen
  • Erstellung eines eigenen Codierungsformates

Intention des Themenfeldes
Methoden zum systematischen Problemlösen fördern die Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler in der Informationsgesellschaft. Deshalb ist es eine entscheidende Aufgabe des Informatikunterrichts, das informatische Grundwissen zu Algorithmen sowie zugehörige Arbeitsmethoden bereitzustellen. Die Schülerinnen und Schüler sollen den Gesamtprozess des Problemlösens von der Problemstellung über ein formalisiertes Modell, das Aufstellen eines Algorithmus bis hin zur Implementierung an Beispielen kennenlernen und anwenden können. 

InhalteMögliche Kontexte
  • Eigenschaften und Darstellung von Algorithmen
  • Modellierung einfacher Abläufe durch Algorithmen
  • algorithmische Grundstrukturen
  • Analysieren, Modifizieren und Implementieren von Algorithmen
  • Variablenkonzept und Prozeduren
  • Grundlagen der Objektorientierung: Beschreiben von Objekten anhand ihrer Eigenschaften und Methoden
  • Roboter, z. B. LEGO Mindstorms
  • Miniwelten z. B. Karol, KARA
  • (visuelle) Programmiersprachen
  • Codierung
  • Zeichenkettenbearbeitung, z. B. als Voraussetzung für die Implementierung von Verschlüsselungsverfahren
Beispiele für Differenzierungsmöglichkeiten
  • Nachvollziehen von Algorithmen
  • Erstellung eigener Algorithmen mit grafischen Hilfsmitteln
  • Programmierung eigener Algorithmen

Intention des Themenfeldes
Die Anfänge der Informatik beruhen auf dem Bedürfnis des Menschen, sich von der monotonen Rechenarbeit zu entlasten. Verschiedene Hilfsmittel sollten diese Aufgaben übernehmen und die Fehlerquote minimieren. Die Entwicklung der Informationstechnik wird von der Leistung einzelner Personen und dem wissenschaftlichen und technischen Fortschritt getragen. 

InhalteMögliche Kontexte
  • Lebensläufe und Leistungen bedeutender Persönlichkeiten
  • technische Entwicklung der Informationsübertragung nachvollziehen
  • Veränderung von Berufsfeldern
  • aktuelle und mögliche Entwicklungen der Informationstechnik
  • Schickard, Pascal, Leibniz, Babbage, Zuse, Turing, von Neumann u. a.
  • Signalverarbeitung, z. B. Telegrafie
  • Rechenhilfsmittel untersuchen
  • Verschlüsselung
  • Rechnergeneration und mooresches Gesetz
Beispiele für Differenzierungsmöglichkeiten
  • detaillierte Darlegung und Wertung verschiedener Leistungen
  • Einsatz von Rechentechnik im Berufsalltag
  • Beurteilungen von historischen und neueren Entwicklungen

Intention des Themenfeldes
Der Zugriff auf große Mengen strukturierter Daten zu jeder Zeit und von fast jedem Ort aus ist eine Selbstverständlichkeit geworden. Das Verständnis der zugrunde liegenden Technologien ermöglicht eine effiziente Nutzung und eine Beurteilung der Ergebnisse. 

InhalteMögliche Kontexte
  • lebensweltliche Datensammlungen nennen und beschreiben
  • Attribute mit Name, Typ und Wert sowie Datensätze unterscheiden
  • Datensätze suchen, einfügen, löschen oder verändern
  • Datenbanken mit Standardsoftware als Tabellen planen und realisieren
  • verknüpfte Tabellen entwerfen und einsetzen
  • Mediendatenbanken
  • Datenschutz
  • rechtlicher Rahmen von personenbezogenen Daten
  • wissenschaftliche Literaturrecherche
Beispiele für Differenzierungsmöglichkeiten
  • Benutzung, Ergänzung, Modifikation und Modellierung auf verschiedenen Abstraktionsniveaus

Intention des Themenfeldes
Projekte, insbesondere Softwareprojekte, sind integraler Bestandteil der Informatik. Dazu existieren fachtypische Verfahren und Abläufe, um ein Projekt von der Planung bis zur Realisierung zu steuern.

Genauso wie die Projektarbeit gehört die Teamarbeit zur Umsetzung informatischer Projekte. 

InhalteMögliche Kontexte
  • Planung und Durchführung eines Projekts (Hard- und/oder Software)
  • Arbeiten und Kooperieren im Team
  • Analyse bestehender Projektabläufe
  • Softwareentwicklung im Team
  • Entwicklung eines autonomen Roboters
Beispiele für Differenzierungsmöglichkeiten
  • Arbeiten in einem Team an einem Projekt
  • Erfassung der Arbeitsschritte eines Projekts und ihrer Abhängigkeiten
  • Erstellung eines Projektplanes
  • Reflektieren über das verwendete Vorgehensmodell

Intention des Themenfeldes
Im Alltag werden wir ständig von Computern begleitet, deren Algorithmen unsere physische Welt beeinflussen. Durch Sensoren und Aktoren erscheinen Geräte mit eingebetteten Mikrocontrollern intelligent und erobern beständig neue Einsatzgebiete. Möglichkeiten und Grenzen dieser elektronischen Systeme sowie die Veränderungen der Lebenswelt durch deren Einsatz sollen hier untersucht und nach Möglichkeit praktisch erprobt werden. 

InhalteMögliche Kontexte
  • eingebettete Systeme charakterisieren
  • Verarbeitung elektrischer Größen
  • Verwendung von Mikrocontrollern als Informatiksystem
  • Aufbau einfacher elektronischer Schaltungen
  • Gestaltung von Lichteffekten
  • Ampelsteuerung
  • ABS und ESP im Auto
  • Robotik
Beispiele für Differenzierungsmöglichkeiten
  • Nachbau, Analyse oder Modifikation einer Schaltung als Ansichtsexemplar oder als abstrakter Schaltplan
  • Aufbau geeigneter Roboter mit fertigen Bausätzen

Intention des Themenfeldes
Schülerinnen und Schülern begegnen täglich digitalen Bildern und Grafiken, also Darstellungen, die digital gespeichert, mit Software bearbeitet oder auch von Software erzeugt worden sind.

In diesem Themenfeld erwerben sie grundlegende Kompetenzen im Umgang mit digitalen Grafiken und Bildern.

Gleichzeitig erfahren sie, welche Eindrücke Bilder hinterlassen können und wie manipulierte Bilder die Wahrnehmungen verändern.

Das Themenfeld soll zu einer kritischen Betrachtung und einer reflektierten Verwendung von digitalen Bildern beitragen. 

InhalteMögliche Kontexte
  • Bedeutung und Anwendung von digitalen Bildern
  • Digitalisierung von Bildern
  • Raster- und Vektorgrafik
  • Farbmodelle
  • Bildbearbeitung
  • Manipulation von Bildern und Filmen
  • die Macht der Bilder in der Werbung
  • Bildmanipulationen und Fälschungen
  • digitale Visualisierung geografischer Daten
  • Turtle-Grafik
  • Erzeugung von Figuren und Animationen mit Scratch
Beispiele für Differenzierungsmöglichkeiten
  • Softwaregenerierte Grafiken und Bilder
  • Rekursive Algorithmen zur Erstellung von Grafiken

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