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Die Bewegungsfelder schöpfen ihre Themen und Inhalte aus der umfangreichen traditionellen und aktuellen Sport- und Bewegungskultur. Klassische Sportarten stehen dabei im Sportunterricht gleichberechtigt neben modernen Bewegungsformen.

Die Schülerinnen und Schüler sind durch gemeinsame Vereinbarungen – alters- und entwicklungsangemessen – in die Auswahl geeigneter Unterrichtsinhalte sowie in die Gestaltung des Unterrichts einzubeziehen. Das gilt auch und nicht zuletzt für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen.

Dem inklusiven Gedanken entsprechend wird den Schülerinnen und Schülern ein Unterrichtsangebot gemacht, das, etwa durch den Abbau von Barrieren oder die Modifikation von Inhalten und Regeln, die Partizipation aller ermöglicht, und zwar unabhängig von ethnischer oder kultureller Herkunft, von sozialem oder wirtschaftlichem Status, von Geschlecht oder sexueller Orientierung, von Alter oder Behinderung, von Religion oder Weltanschauung sowie von körperlicher Konstitution oder Gesundheit. Gruppenaufgaben und Mannschaftswettbewerben, die den gezielten Einsatz individueller Stärken für ein gemeinsames Ziel und das gewinnbringende Erleben in den Vordergrund stellen, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Hier kann den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit zum respektvollen und motivierenden Miteinander gegeben werden.

Die zielgerichtete, sensible Beobachtung der individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler und eine pädagogisch orientierte Lernstandserhebung, auch mittels diagnostischer Verfahren, sowie die Förderung ihrer Wahrnehmungsfähigkeit über verschiedene Analysatoren sind Aufgaben der unterrichtenden Lehrkraft, ggf. unterstützt durch speziell ausgebildete Lehrkräfte.

Maßnahmen der Differenzierung, ausgehend von individuellen Bedürfnissen, erreichten Niveaustufen und Lerntempi, unterstützen die Kompetenzentwicklung aller Schülerinnen und Schüler beim gemeinsamen Lernen.

Die Förderung von Vielfalt und Toleranz bei der Lösung von Bewegungsaufgaben sowie die Betrachtung von Fehlern als Lernchancen zum Erreichen individueller Ziele folgen dabei ebenso dem inklusiven Gedanken.

Sportunterricht, der den Erkenntnissen und Grundsätzen der reflexiven Koedukation folgt, strebt an, dass Schülerinnen und Schüler gleichermaßen gefördert werden.

Um den Schülerinnen und Schülern den Zugang zu Sport und Bewegung zu erleichtern und eine Motivation für lebenslanges Sporttreiben anzubahnen, sollen im Sportunterricht einer Jahrgangsstufe alle pädagogischen Perspektiven (vgl. Kapitel 1) berücksichtigt werden (mehrperspektivischer Sportunterricht). Die pädagogischen Perspektiven können in den einzelnen Bewegungsfeldern unterschiedlich akzentuiert und verknüpft werden.

Die Schulung von konditionellen und koordinativen Fähigkeiten, von Beweglichkeit und Körperhaltung sowie von Formen der An- und Entspannung ist integrativer Bestandteil aller Themen und Inhalte des Sportunterrichts, wodurch sie auch einen positiven Beitrag zur körperlichen Entwicklung sowie zur Förderung der individuellen Fitness und Gesundheit leisten können. Zugleich erfolgt eine Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen des Bewegungsfeldes Fitness der Sekundarstufe II.

Die Themen und Inhalte der Bewegungsfelder können auf allen Niveaustufen bearbeitet, erneut aufgegriffen und vertieft werden. Sie bieten zahlreiche Möglichkeiten, Bezüge zu anderen Fächern und zu übergreifenden Themen herzustellen.

Die Themen und Inhalte bilden die Grundlage für differenzierte Aufgabenstellungen, die eine Herausforderung für das gesamte Leistungsspektrum einer Lerngruppe darstellt. Die Lernenden erhalten Gelegenheit, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten innerhalb der Bewegungsfelder allein und in der Zusammenarbeit mit anderen zunehmend selbstständig unter Beweis zu stellen. Sie erfahren dabei, in welchem Maße sie die gesetzten Standards erreichen bzw. was sie tun können, um ihre Kompetenzen zu vertiefen und zu erweitern. Die Vermittlung dafür notwendiger sporttheoretischer Inhalte ist eine wesentliche Voraussetzung und erfolgt integrativ in allen Bewegungsfeldern.

Thematischer Rahmen

Die Fachlehrkräfte und die Fachkonferenzen erhalten mit dem Rahmenlehrplan einen thematischen Rahmen, der im schulinternen Curriculum für den Sportunterricht  konkretisiert werden muss.

Folgendes ist dabei verbindlich:

  • In den Jahrgangsstufen 1 bis 4 werden alle Bewegungsfelder mit unterschiedlichen Inhalten unterrichtet sowie Schnelligkeit und Beweglichkeit besonders gefördert.
  • In den Jahrgangsstufen 5 und 6 werden drei Bewegungsfelder mit unterschiedlichen Inhalten erweitert und vertieft.
  • In den Jahrgangsstufen 7 bis 10 werden fünf Bewegungsfelder mit möglichst unterschiedlichen Inhalten erweitert und vertieft. Im Land Brandenburg wird das Bewegungsfeld Bewegen im Wasser einmal in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 verbindlich mit mindestens 15 Stunden unterrichtet.
  • Ab Jahrgangsstufe 5 wird in jedem Schulhalbjahr in mindestens einem Bewegungsfeld die Ausdauerfähigkeit besonders gefördert und überprüft.
  • In jedem Schuljahr werden in einem der drei möglichen Bewegungsfelder dieBundesjugendspiele vorbereitet und in Form des Wettbewerbs, Wettkampfs bzw. Mehrkampfs durchgeführt.

Bei der Erstellung des schulinternen Curriculums werden neben den im Rahmenlehrplan vorgegebenen Kompetenzen und Inhalten die Interessen der Schülerinnen und Schüler, das Schulprogramm, die Gegebenheiten der Schule, Kooperationen, Wettbewerbe etc. einbezogen.

Die ausgewiesenen Themenfelder werden für Schülerinnen und Schüler, die wegen einer erheblichen und langandauernden Beeinträchtigung ihres Lern- und Leistungsverhaltens sonderpädagogische Förderung erhalten oder für die sonderpädagogischer Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen5 festgestellt wurde, schülerbezogen berücksichtigt. Sie werden entsprechend der Lebensbedeutsamkeit für die Schülerinnen und Schüler ausgewählt.

5In Brandenburg sind diese Schülerinnen und Schüler dem Bildungsgang Förderschule Lernen gemäß §30 BbgSchulG zugeordnet.

Zentrale Bestandteile dieses Bewegungsfeldes sind das Laufen, Springen, Werfen und Stoßen als elementare Formen menschlicher Bewegung. Sie bilden die Grundlage für das Bewegungshandeln im Alltag und im Sport.

Fest verankert in diesem Bewegungsfeld sind die leichtathletischen Disziplinen. Es ist Aufgabe des Schulsports, darüber hinaus unterschiedliche Intentionen des Handelns im Bewegungsfeld zu thematisieren und vielfältige Bewegungs- und Erlebnismöglichkeiten des Laufens, Springens, Werfens und Stoßens zu eröffnen. Dies kann auch über spielerische Formen erfolgen. Möglichkeiten des Leistungsvergleichs sind pädagogisch zu nutzen.

InhalteBeispiele
LaufenKurz-, Mittel- und Langstrecken (ggf. mit Hindernissen), Staffeln, Geländespiele, Orientierungslauf, Geocaching, Walking
Springenweit, hoch und über Hindernisse springen, Mehrfachsprünge, Ziel- und Zonenspringen, springen mit dem Stab
Werfen, Stoßenwerfen, stoßen und schleudern in die Weite, in die Höhe und auf Ziele mit unterschiedlichen Sportgeräten/-Gegenständen (z.B. Ball, Frisbee, Kugel)

Die Inhalte dieses Themenfeldes lassen sich fachübergreifend und fächerverbindend, vor allem mit den naturwissenschaftlichen Fächern (z. B. Statik und Dynamik, Geschwindigkeit und Beschleunigung, körperliche Anpassungen an Belastungen), aufbereiten.

Besondere Lerngelegenheiten können durch mehrperspektivische Zugänge ermöglicht werden. In diesem Bewegungsfeld bietet sich die Akzentuierung folgender pädagogischer Perspektiven an:

  • Leistung (z. B. Erfahren der eigenen Leistung/Wettkampf)
  • Körpererfahrung (z. B. Be- und Entlastung)
  • Gesundheit (z. B. ausdauerndes Laufen)

Im Mittelpunkt des Bewegungsfeldes steht der Aufbau eines funktionalen, spielgemäßen Handlungsrepertoires ebenso wie die konstruktive Auseinandersetzung mit bestehenden oder selbst festzulegenden Regeln. Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten dieses Bewegungsfeldes eröffnen sich insbesondere in Bezug auf die Förderung koordinativer und konditioneller Fähigkeiten sowie technischer und taktischer Fertigkeiten.

In allen spielbezogenen Situationen können Anlässe zum sozialen Lernen geschaffen werden, in denen die Schülerinnen und Schüler lernen, unter dem Blickwinkel der Spielidee miteinander zu kommunizieren, für die Mitspielerinnen und Mitspieler verlässlich zu agieren, Regeln einzuhalten sowie respektvoll und fair mit Mit- und Gegenspielerinnen bzw. Mit- und Gegenspielern umzugehen. Eine weitgehende Teilhabe aller kann z.B. durch eine zielgerichtete Modifikation von Aufgaben, Regeln und Material gefördert werden. Das Reflektieren dieser Prozesse in der Gruppe unterstützt das soziale Handeln (vgl. Kapitel 1.2).

InhalteBeispiele
kleine SpieleBallspiele, Fang- und Abschlagspiele Geschicklichkeitsspiele
Spiele mit Tor-/ Korbabschluss(Rollstuhl-)Basketball, Fußball, Floorball, Futsal, Goalball, Handball, Streetball
RückschlagspieleBadminton, Beachvolleyball, (Sitz-)Volleyball, Tennis, Tischtennis
Endzonen- und SchlagspieleBaseball, Boccia, Flagfootball, Rugby, Ultimate Frisbee

Die Inhalte dieses Themenfeldes lassen sich fachübergreifend und fächerverbindend, u. a. mit den natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern (z. B. biomechanische Prinzipien beim Werfen, Elemente des Fairnessbegriffs), aufbereiten.
Besondere Lerngelegenheiten können durch mehrperspektivische Zugänge ermöglicht werden. In diesem Bewegungsfeld bietet sich die Akzentuierung folgender pädagogischer Perspektiven an:

  • Kooperation (z. B. Gruppen- und Mannschaftsspiele)
  • Leistung (z. B. Turniere in den Sportspielen nach bestehendem oder verändertem Regelwerk)
  • ­Körpererfahrung (z. B. körperloses und körperbetontes Spiel)

Im Zentrum des Bewegungsfeldes steht die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit Bewegungsaufgaben an verschiedenen Geräten.

Das Bewegungsfeld umfasst mehr als die traditionelle Sportart Gerätturnen. Moderne, alternative und kooperative Bewegungsformen an Geräten erweitern das Angebot und ermöglichen den Schülerinnen und Schülern den Zugang zu Inhalten aus der eigenen Lebenswelt. Dabei entstehen Handlungs- und Bewegungserfahrungen, die immer mehr Schülerinnen und Schüler außerhalb von Schule und Verein nur eingeschränkt machen können, die aber grundlegend für ihre Entwicklung sind, z. B. für die Herausbildung von Kraft und Gewandtheit, von Körpergefühl und Bewegungsvorstellungen.

InhalteBeispiele
klassische Formen turnerischer BewegungenTurnen an Balken, Barren, Bock, Boden, Pferd, Reck, Rhönrad, (Schaukel-)Ringe, (Mini-)Trampolin
moderne/alternative Formen turnerischer BewegungenHindernisturnen, Parkoursport, Slacklining, turnerische Spiele an Geräten
Formen des KletternsBouldern, Klettern (z. B. Seil, Sprossenwand, Kletterstange)

Die Inhalte dieses Themenfeldes lassen sich fachübergreifend und fächerverbindend, u. a. mit den Gesellschafts- und Naturwissenschaften (z. B. Statik, Beschleunigung, Mechanik, Sportgeschichte, Sportpolitik), aufbereiten.

Besondere Lerngelegenheiten können durch mehrperspektivische Zugänge ermöglicht werden. In diesem Bewegungsfeld bietet sich die Akzentuierung folgender pädagogischer Perspektiven an:

  • Leistung (z. B. vorgegebene Bewegungsformen realisieren)
  • Wagnis (z. B. Bewältigung herausfordernder Geräteaufbauten)
  • Gestaltung (z. B. die kreative Gestaltung von Elementverbindungen zu einer Kür oder die individuelle Bewältigung von Gerätearrangements)
  • Kooperation (z. B. Gerätebewältigung mit Partnerinnen, Partnern oder in der Gruppe, die gemeinsame Präsentation von Bewegungen an Geräten und gezieltes Helfen und Sichern)
  • Körpererfahrung (z. B. das Fliegen bei hohen Sprüngen, das Landen bei Niedersprüngen aus großer Höhe, das Bewältigen von Geräten mit geschlossenen Augen unter Partnerhilfe)

Das Bewegungsfeld erstreckt sich von vielfältigen Raufspielen und Zweikampfformen über kampfsportspezifische Elemente bis hin zu Selbstverteidigungshandlungen. Sie geben den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die eigenen Kräfte mit denen der Partnerinnen und Partner zu messen und dabei den eigenen und fremden Körper in vielfältigen Bewegungssituationen zu erfahren. Der meist enge Körperkontakt erfordert Vertrauen in die Partnerinnen und Partner, Verantwortungsbewusstsein für deren physische und psychische Unversehrtheit sowie ein hohes Maß an Hygiene.

Raufspiele, Zweikampfformen und kampfsportspezifische Elemente fördern durch eine sehr hohe Bewegungsintensität und durch schnell wechselnde Bewegungsanforderungen die konditionelle und koordinative, aber auch die psychische Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Das Erfahren der eigenen körperlichen Möglichkeiten und Grenzen kann einen Beitrag zur Förderung des Selbstwertgefühls leisten und zu einem realistischeren Selbstkonzept führen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen frühzeitig lernen, mit Siegen und Niederlagen umzugehen. Das Lernen, Erfahren und Kooperieren sowie das gewaltfreie Lösen von Konflikten stehen im Vordergrund.

Übungen, deren Ziel es ist, den Beteiligten Schmerzen zuzufügen oder sie gar körperlich zu verletzen, widersprechen dem pädagogischen Auftrag und sind für den Schulsport ungeeignet.

Hinsichtlich rechtlicher Grundlagen der Selbstverteidigung (u. a. Notwehr, Nothilfe und deren Überschreitung) sind die Schülerinnen und Schüler vor der Unterrichtsreihe nachweislich zu belehren.

InhalteBeispiele
Kämpfen um Gegenstände, Körperpositionen, Körperberührungen, RaumRaufspiele, Zieh- und Schiebekämpfe, Partner- und Gruppenkämpfe
Zweikampfsportarten Judo, Ringen
Grundlagen der SelbstverteidigungSelbstkontrolle/-behauptung, Gewaltprävention, Notwehr

    Die Inhalte dieses Themenfeldes lassen sich fachübergreifend und fächerverbindend, vor allem mit den natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern, Musik, und Theater (z.B. Gleichgewicht, Kräftewirkungen, Mechanik, Kraft, rhythmische Gestaltung, Gewaltprävention/Konfliktlösungen), aufbereiten.

Besondere Lerngelegenheiten können durch mehrperspektivische Zugänge ermöglicht werden. In diesem Bewegungsfeld bietet sich die Akzentuierung folgender pädagogischer Perspektiven an:

  • Kooperation (z. B. gegenseitige Hilfe bei der Ausführung von Techniken)
  • Körpererfahrung (z. B. Wirkung von Kräften auf den Körper beim Kämpfen, Wahrnehmen von Anspannung und Entspannung)
  • Wagnis (z. B. Fallen aus unterschiedlichen Positionen, Zulassen von Körperkontakt)
  • Leistung (z. B. Bestreiten eines Wettkampfs)

Das Bewegungsfeld schöpft seine Inhalte aus den umfangreichen traditionellen und aktuellen Formen von Gymnastik, Tanz und Bewegungskünsten.

Im Mittelpunkt steht die kreativ-gestalterische Auseinandersetzung mit der eigenen und fremden Bewegung im Einklang mit Musik und Rhythmus ebenso wie das Erlernen zweckgebundener Bewegungsformen (Körper- und Gerättechniken, Kombinationen, Kompositionen).

Die Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten dieses Bewegungsfeldes werden durch Übungen zur Körper-, Bewegungs- und Haltungsschulung erweitert.

InhalteBeispiele
tänzerische GymnastikformenAerobic, Rope-Skipping, Rhythmische Sportgymnastik
Tanzformen Tänze der Jugendkultur, Gesellschaftstänze, Volkstänze
BewegungskünsteAkrobatik, Hockern, Jonglage, Kampfkunst, Sport-Stacking

    Die Inhalte dieses Themenfeldes lassen sich fachübergreifend und fächerverbindend, u. a. mit Musik, Theater und Deutsch (z. B. Rhythmus, Takt, Zählzeiten, Notation, Musikstile und Bewegungstheater) aufbereiten.

Besondere Lerngelegenheiten können durch mehrperspektivische Zugänge ermöglicht werden. In diesem Bewegungsfeld bietet sich die Akzentuierung folgender pädagogischer Perspektiven an:

  • Leistung/Gestaltung (z. B. die eigene Gestaltung von Kürübungen, Tänzen und/oder Bewegungskunststücken und deren Präsentation)
  • Körpererfahrung (z. B. das Erspüren/Wahrnehmen von Körperpositionen und Bewegungen wie Dehnen, Anspannen, Entspannen, Atmen)
  • Kooperation (z. B. die gemeinsame Gestaltung von Gruppenübungen, Helfen und Sichern)
  • Gesundheit (z. B. die Beachtung von Grundsätzen der Funktionsgymnastik, Erwärmungs- und Cooldown-Phasen)

Im Mittelpunkt des Bewegungsfeldes steht das sichere Schwimmen und sich Orientieren im und unter Wasser.

Der Bewegungsraum Wasser bietet Schülerinnen und Schülern besondere Möglichkeiten der Körper- und Bewegungserfahrung, die teilweise nur in diesem Element möglich sind. Durch die höhere Dichte des Mediums und den damit verbundenen Auftrieb verändern sich die Bewegungsmöglichkeiten und die Körperwahrnehmung. So wird die Wirkung der Schwerkraft herabgesetzt. Der Körper kann im Wasser schweben. Strömungen und Widerstände werden erfahren. Die Atmung muss gezielter ausgeführt werden.

Für das sichere Schwimmen müssen die Schülerinnen und Schüler den Antrieb für das Fortbewegen erzeugen, den bremsenden Widerstand des Wassers überwinden sowie den zum Atmen notwendigen Auftrieb sichern.

Sich im Wasser sicher und kontrolliert bewegen zu können, ist eine unabdingbare Voraussetzung für den Wassersport und hat ggf. lebensrettende Bedeutung. Deshalb hat das Erlernen des Schwimmens einen besonderen Stellenwert.

Der Umgang mit Ängsten und Unsicherheiten der Schülerinnen und Schüler erfordert aufgrund objektiver oder subjektiv wahrgenommener Gefahren eine erhöhte Aufmerksamkeit und eine besondere Qualifikation der Lehrkräfte.

Eine wichtige Rolle spielen Kenntnis und Beachtung der Baderegeln mit dem Ziel, Gefahren für Gesundheit und Wohlergehen auszuschließen.

InhalteBeispiele
Wassergewöhnung/ -bewältigungAtemübungen, Lageübungen, Spiele im Flachwasser, Gleiten, Schweben, sich unter Wasser orientieren
SchwimmenBrust-, Rücken-, Kraul-, Delfinschwimmen
TauchenStreckentauchen, Tieftauchen, Zieltauchen
SpringenFußsprünge, Kopfsprünge
weitere Bewegungsformen im WasserAquafitness, Rettungsschwimmen, Wasserball, Synchronschwimmen

Die Inhalte dieses Themenfeldes lassen sich fachübergreifend und fächerverbindend, u. a. mit den naturwissenschaftlichen Fächern (z. B. Auftrieb, Temperatur, Wetter, Wasserqualität, Atmung), aufbereiten.

Besondere Lerngelegenheiten können durch mehrperspektivische Zugänge ermöglicht werden. In diesem Bewegungsfeld bietet sich die Akzentuierung folgender pädagogischer Perspektiven an:

  • Körpererfahrung (z. B. das Spüren von Auftrieb oder natürlicher Umweltreize wie unterschiedliche Temperaturen)
  • Gestaltung (z. B. kreative Gestaltung von Bewegungen im Wasser)
  • Leistung (z. B. Wettkampf)
  • Gesundheit (z. B. ausdauernde Formen des Schwimmens)
  • Wagnis (z. B. Sprünge ins Wasser)

Fahren, Rollen und Gleiten nehmen in der Freizeitwelt von Schülerinnen und Schülern einen zunehmend hohen Stellenwert ein. Ein an deren Lebenswelt orientierter Sportunterricht soll dieser Entwicklung Rechnung tragen.

Das Bewegungsfeld stellt durch die Notwendigkeit einer ständigen Anpassung und Einschätzung wechselnder Geschwindigkeiten und Umweltsituationen erhöhte Anforderungen an die koordinativen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler. Zugleich schafft die Nutzung von Fortbewegungsmitteln in verschiedenen Lernumgebungen besondere Anlässe zur Vermittlung und Aneignung eines verantwortungsvollen Umgangs und Rücksichtnahme auf die Umwelt, die Mitmenschen, sich selbst und das Material. Sicherheitsübungen und -kenntnisse sind integraler Bestandteil der Vermittlung in diesem Bewegungsfeld. Das Bewegungsfeld schließt das Erlernen von Verhaltensregeln im öffentlichen Raum, auch im Sinne der Verkehrserziehung, ein.

Aufgrund der besonderen räumlichen Verhältnisse ist eine erhöhte Aufmerksamkeit der Lehrkräfte notwendig. Bewegungsaktivitäten auf dem Wasser setzen voraus, dass die Schülerinnen und Schüler schwimmen können.

InhalteBeispiele
Bewegungen auf RollenBewegen mit Rollbrett, Pedalo, Inline-Skates, Waveboard, Roller, Skateboard
Bewegungen auf RädernFahren mit Einrad, Fahrrad, Rollstuhl
Bewegungen auf Eis und SchneeFahren und Gleiten mit Schlitten, Schlittschuhen, Ski, Snowboard
Bewegungen auf dem WasserFahren und Gleiten mit Boot, Surfbrett, Wasserski, Wakeboard

Die Inhalte dieses Themenfeldes lassen sich fachübergreifend und fächerverbindend, u. a. mit den Natur- und Gesellschaftswissenschaften (z. B. Bremswege, Geschwindigkeit, Verkehrserziehung, Umweltschutz), aufbereiten.

Besondere Lerngelegenheiten können durch mehrperspektivische Zugänge ermöglicht werden. In diesem Bewegungsfeld bietet sich die Akzentuierung folgender pädagogischer Perspektiven an:

  • Gestaltung (z. B. die kreative Gestaltung von Bewegungskunststücken)
  • Wagnis/Leistung (z. B. erhöhtes Bewegungstempo)
  • Körpererfahrung (z. B. ausdauernde Formen der Fortbewegung, das Spüren von Auftrieb oder natürlicher Umweltreize wie Wind und unterschiedliche Temperaturen)

Der Wahlpflichtunterricht richtet sich an Schülerinnen und Schüler mit einem ausgeprägten Interesse am Sport und sollte die besonderen Bewegungserfahrungen, Interessen und Lernbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen. Aufgabe des Wahlpflichtunterrichts ist die weitere Förderung der sport- und bewegungsbezogenen Handlungskompetenz und insbesondere des sporttheoretischen Wissens im Praxis–Theorie–Verbund.

Der Wahlpflichtunterricht berücksichtigt alle Kompetenzbereiche (vgl. Kapitel 1.2), die auch den Pflichtunterricht bestimmen. Im Wahlpflichtunterricht können ausgewählte Themen und Inhalte des Pflichtunterrichts vertieft oder ergänzt sowie im Pflichtunterricht nicht behandelte Bewegungsfelder erschlossen werden.

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