Zum Inhalt springen

Themen und Inhalte: Sie gelten für die Doppeljahrgangsstufen 7/8 und 9/10 und können auf verschiedenen Niveaustufen bearbeitet werden. Sie werden abhängig von der Entwicklung und den Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler im Unterricht erarbeitet und vertieft. Die Themen und Inhalte bieten darüber hinaus zahlreiche Möglichkeiten, Bezüge zu anderen Fächern und zu übergreifenden Themen herzustellen. Auf unterschiedlichen Niveaus können Aspekte erneut aufgegriffen und vertieft werden.

Die Themen und Inhalte bilden die Grundlage für differenzierte Aufgabenstellungen und eine Materialauswahl, die eine Herausforderung für das gesamte Leistungsspektrum einer Lerngruppe darstellt. Die Lernenden erhalten die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit den Themen und Inhalten allein und im Zusammenhang mit anderen unter Beweis zu stellen. Sie erfahren dabei, in welchem Maße sie die gesetzten Standards erreichen bzw. was sie tun können, um ihre Kompetenzen zu vertiefen und zu erweitern.

Die Themen und Inhalte sind mit denen aus dem Fach Gesellschaftswissenschaften der Doppeljahrgangsstufe 5/6 abgestimmt und knüpfen an diese an.

Schulinterne Planung: Die Lehrkräfte im Fachunterricht und die Fachkonferenzen erhalten einen thematischen Rahmen sowie verbindliche Inhalte, die sie je nach Niveaustufe und Schulprofil bei der Planung von Unterricht und bei der Erstellung des schulinternen Curriculums berücksichtigen. Bei der Planung und Konkretisierung werden neben den vorgegebenen Kompetenzen und Inhalten auch die Interessen der Lernenden, das Schulprogramm, Gegebenheiten der Schule oder Wettbewerbe etc. mit einbezogen.

Curriculare Bezüge der Fächer Geografie, Geschichte und Politische Bildung im gesellschaftswissenschaftlichen Fächerverbund: Für die Doppeljahrgangstufe 7/8 sind Migration und Bevölkerung sowie Armut und Reichtum und für die Doppeljahrgangsstufe 9/10 Konflikte und Konfliktlösungen sowie Europa in der Welt für die drei Fächer Geografie, Geschichte und Politische Bildung als gemeinsame Themenfelder festgelegt. Eines davon wird in jedem Schuljahr im gesellschaftswissenschaftlichen Fächerverbund unterrichtet. Die organisatorische (zeitgleiche, ggf. zeitversetzte) Umsetzung erfolgt nach Absprache zwischen den Fächern (z. B. gegenseitige Abstimmung der Themenzugriffe; gemeinsame Planung und Durchführung; Durchführung von Projekten) und nach den schulspezifischen Gegebenheiten. In der Regel werden die Themenfelder gleichzeitig unterrichtet.

Unterrichtsleitende Prinzipien

Historisches Denken lernen: Die Schülerinnen und Schüler untersuchen, vergleichen und beurteilen die unterschiedlichen Perspektiven in den Quellen der Vergangenheit (Multiperspektivität) ebenso wie in den verschiedenen, auch kontroversen Interpretationen der Gegenwart über die Vergangenheit (Kontroversität). Die Heranwachsenden entwickeln nach eigenen Wertmaßstäben individuelle (Wert-)Urteile über Geschichte (Pluralität) und überdenken diese.

Wirksam ist der Unterricht vor allem dann, wenn er den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit bietet, Interpretationen über Vergangenheit auch individuell zu gewinnen und zu entwickeln. Der Unterricht im Fach Geschichte trägt so zur historischen Identitätsbildung der Lernenden bei.

In der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit verstehen Lernende, wie sich das historische vom gegenwärtigen Leben unterscheidet (Alterität). Sie erkennen zunehmend, dass die Fragen an die Geschichte immer aus dem Horizont der Gegenwart (Retrospektivität) und immer aus unterschiedlichen Perspektiven der Gegenwart gestellt werden (Perspektivität). Geschichte wird deswegen immer wieder neu geschrieben (Geschichte als Konstrukt) und verschieden gedeutet (Kontroversität). Sie kann zudem niemals die Vergangenheit in ihrer Gesamtheit abbilden (Partialität). Die Schülerinnen und Schüler entwickeln fachspezifische Kompetenzen und wenden ihre Fähigkeiten sowie Fertigkeiten auf andere historische wie auch gegenwärtige Themen, Fragen und Probleme an.

Gegenwarts- und Lebensweltbezug: Historisches Lernen ist für junge Menschen nachhaltig, wenn die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit einen Bezug zu den Fragen und Problemen der Gegenwart wie auch zu ihrem eigenen Leben hat (Subjektorientierung).

Vielfalt und inklusives Lernen: Die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf persönliche, soziale, kulturelle und ethnische Hintergründe sowie unterschiedliche Lebensformen ist wichtiger Ausgangspunkt für die Planung des Unterrichts. Dieser knüpft an die vielfältige Lebenswelt der jungen Menschen an und bezieht dabei insbesondere deren kulturelle Erfahrungen ein. Damit fördert der Unterricht die Stärken unterschiedlicher Persönlichkeiten und nutzt diese für das individuelle Lernen ebenso wie für die Demokratiebildung.

Die ausgewiesenen Themenfelder werden für Schülerinnen und Schüler, die wegen einer erheblichen und langandauernden Beeinträchtigung ihres Lern- und Leistungsverhaltens sonderpädagogische Förderung erhalten oder für die sonderpädagogischer Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen1  festgestellt wurde, schülerbezogen berücksichtigt. Sie werden entsprechend der Lebensbedeutsamkeit für die Schülerinnen und Schüler ausgewählt.

Das historische Lernen thematisiert die historisch erfahrenen Möglichkeiten der Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben wie auch die Ausgrenzung daraus. Die gleichberechtigte Teilhabe an diesem Leben, unabhängig von ethnischer und kultureller Herkunft, sozialem und wirtschaftlichem Status, Geschlecht und sexueller Orientierung, Alter und Behinderung sowie Religion und Weltanschauung, bildet sowohl die Basis für die Unterrichtspraxis als auch eine zentrale Thematisierung im Sinne des inklusiven Lernens.

Vielfalt, Ungleichheit und Ausgrenzung werden am historischen Beispiel exemplarisch analysiert und beurteilt. Die Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Geschichte bildet, insbesondere im Vergleich mit der eigenen Lebenswirklichkeit, eine Grundlage, um Chancen und Gefahren für die Realisierung der Menschenrechte zu reflektieren.

Historische Dimensionen: Die Lernenden setzen sich im Unterricht mit den historischen Erfahrungen in verschiedenen Dimensionen wie Herrschaft, Wirtschaft und Arbeit, Kultur, Geschlecht und Alltag auseinander. Die unterschiedliche Herkunft der Schülerinnen und Schüler sowie die zunehmende globale Vernetzung erfordern eine Öffnung des Geschichtsunterrichts für globalgeschichtliche Perspektiven.

Geschichtskultur: Interpretationen der Vergangenheit begegnen jungen Menschen in der Gegenwart durch die Geschichtskultur des Alltags und durch Medien. Diese prägen ihr Vorwissen und ihre Vorstellungen von Vergangenheit. Geschichtsdeutungen präsentieren z. B. Spielfilme mit historischer Thematik, Geschichtsfeste, Jugendbücher und Comics, Ausstellungen, Gedenktage, Denkmäler und Straßennamen, Kunst und Werbung.

Die Lernenden entwickeln die Fähigkeit zur Analyse und Beurteilung geschichtskultureller Präsentationen und Interpretationen. Der Geschichtsunterricht leistet so seinen fachspezifischen Beitrag zur Medienbildung. Er ermöglicht den jungen Menschen mehr und mehr eine reflektierte Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Gegenwart.

Regionalgeschichte, außerschulische Lernorte: Relevante Persönlichkeiten und Ereignisse der Lokal- und Regionalgeschichte finden im Unterricht Berücksichtigung. Dies geschieht insbesondere aus aktuellem Anlass. Die Analyse des geschichtskulturellen Umgangs mit dieser Vergangenheit bietet Lernchancen. Entdeckendes Lernen im lokalen wie regionalen Raum motiviert Schülerinnen und Schüler für die Auseinandersetzung mit der Geschichte. Eine Einbeziehung von außerschulischen Lernorten in Berlin und Brandenburg (z. B. Denkmäler, Gedenkorte, Gedenkstätten/Museen) sowie von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen vertieft das historische Verstehen sinnvoll. In jeder Doppeljahrgangsstufe werden mindestens zwei außerschulische Lernorte besucht.

Projektarbeit: Die historische Projektarbeit ist ein Format der Schul- und Unterrichtsentwicklung, das die Wirksamkeit individuellen Lernens unterstützt. Selbstständige Leistungen der Lernenden wie die Teilnahme an Wettbewerben entsprechen in besonderer Weise den Zielen des Geschichtsunterrichts. Dieser setzt hierfür Impulse und nutzt deren Möglichkeiten.

Fachsprache: Die Schülerinnen und Schüler erfassen die Bedeutung von Fachbegriffen am konkreten historischen Beispiel. Sie wenden diese in der schriftlichen und mündlichen Kommunikation über das historische Thema an und beziehen sie im zunehmend abstrahierenden Gebrauch auch auf unterschiedliche historische Situationen und Zusammenhänge. Die Lernenden unterscheiden zwischen Alltags-, Quellen- und Fachsprache. Vor allem die Fachsprache als Teil der Bildungssprache ermöglicht den jungen Menschen die aktive Teilhabe am politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben.

Doppeljahrgangsstufe 7/8

3.1 Basismodule

Zu bearbeiten sind 3.1 und 3.2 sowie (mindestens) zwei Wahlmodule aus 3.3

 
  • Epochenüberblick: Orientierung in der Zeit
  • Epochenvertiefung: Zeitalter der Revolutionen
 

3.2 Module im gesellschaftswissenschaftlichen Fächerverbund

 
  • Armut und Reichtum
  • Migrationen
 

3.3 Wahlmodule

 
  • Juden, Christen und Muslime
  • Geschichte der Stadt am Beispiel von Brandenburg-Preußen
  • Schritte zur modernen Demokratie
  • Europäische Expansion und Kolonialismus
  • Weltbilder
 

 

Doppeljahrgangsstufe 9/10

3.4 Basismodule

Zu bearbeiten sind 3.4 und 3.5 sowie (mindestens) zwei Wahlmodule aus 3.6

 
  • Demokratie und Diktatur
  • Der Kalte Krieg: Bipolare Welt und Deutschland nach 1945
 

3.5 Module im gesellschaftswissenschaftlichen Fächerverbund

 
  • Konflikte und Konfliktlösungen
  • Europa in der Welt
 

3.6 Wahlmodule

 
  • Das Jahr 1917
  • Die Welt nach dem Kalten Krieg 1989 – 1991
  • Völkermorde und Massengewalt
  • Geschlechteridentitäten
  • Deutschland und seine Nachbarn
  • Wirtschaft und Handel
  • Feindbilder

In den Doppeljahrgangsstufen 7/8 und 9/10 werden jeweils zwei verbindliche Basismodule, zwei verbindliche Module im gesellschaftswissenschaftlichen Fächerverbund (Geschichte, Geografie, Politische Bildung) und mindestens zwei Wahlmodule bearbeitet. Die Basismodule sind durch das Verfahren des genetisch-chronologischen Unterrichts strukturiert. Alle anderen Module sind entweder als Längsschnitt, Querschnitt, Vergleich oder Fallanalyse zu unterrichten – bei allen historischen Inhalten ist ein biografisch-individuelles Verfahren möglich. Das durch die Kompetenzanforderungen des Analysierens gesetzte perspektivisch-ideologiekritische Verfahren wird exemplarisch an verschiedenen Themen und Inhalten angewendet.

Für die Basismodule einerseits und die Module im gesellschaftswissenschaftlichen Fächerverbund sowie die Wahlmodule andererseits wird die Unterrichtszeit je hälftig aufgewendet.

In den jeweiligen Basismodulen erarbeiten die Schülerinnen und Schüler historisches Überblickswissen für die Einbettung der Themen aus den anderen Modulen in den historischen Zusammenhang. Historisches Wissen wird so spiralcurricular in immer neuen Kontexten wiederholt, erweitert, vertieft und damit nachhaltig gefestigt und vernetzt. Wissen wird dadurch nicht auf Vorrat vermittelt, sondern in immer neuen Anwendungsbezügen fortgesetzt aktiviert. Durch Instrumente wie den Zeitstrahl (Geschichtsfries) und durch kontinuierlich aufgebaute Glossare wird die Orientierung in der Zeit verstetigt. Der Epochenüberblick und die Epochenvertiefung in der Doppeljahrgangsstufe 7/8 sind komplementär angelegt – thematische Doppelungen haben hier eine didaktische und lernpsychologische Funktion. 

Da die jeweiligen Strukturierungen der Inhalte unterschiedliche Dimensionen des Historischen aufgreifen (z. B. Politik-, Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte oder Geschlechter- und Globalgeschichte), wird Geschichte am Beispiel sowohl als fortschreitende Erzählung der Zeit (Genese) wie als thematisch begründeter Problemzusammenhang aufgefasst, dargestellt und angeeignet. Im Sinne der Wissenschaftsorientierung des Geschichtsunterrichts ist damit angestrebt, die Geschichtswissenschaft in ihrer Breite und Differenzierung abzubilden und diese schülerorientiert im Unterricht umzusetzen. 

Die Thematisierung der Inhalte geht insbesondere bei den Modulen im gesellschaftswissenschaftlichen Fächerverbund wie bei den Wahlmodulen obligatorisch von der Gegenwart aus. Eine Leitfragenorientierung strukturiert den Unterricht und fördert sowohl die reflektierte Urteilsbildung der Lernenden wie auch die angestrebte Orientierung der Lernenden in der Gegenwart durch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. 

Historische Zugriffe über Inhalte und Kategorien, wie z. B. Armut und Reichtum, Migrationen, Juden, Christen und Muslime, Geschlechteridentitäten oder Feindbilder, binden das historische Lernen einerseits an zentrale Herausforderungen der Gegenwart und eröffnen andererseits zugleich die Möglichkeit, auch globalhistorische Perspektiven mit einzubeziehen. Durch diese Inhalte sind Schnittstellen zu anderen Fächern - nicht nur im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld - gegeben und beabsichtigt. Damit bietet sich die Chance, je nach Schulkonzept Unterrichtsequenzen aus verschiedenen Fächern einander anzugleichen und fachübergreifend oder fächerverbindend zu unterrichten. 

Die Themensetzung ermöglicht Bezüge zu den übergreifenden Themen wie Europabildung in der Schule, Demokratiebildung, Bildung zur Akzeptanz von Vielfalt (Diversity), Sexualerziehung/Bildung für sexuelle Selbstbestimmung und Interkulturelle Bildung. Die Auseinandersetzung mit Darstellungen von Geschichte in der Geschichtskultur fördert die Medienbildung (Teil B).

Epochenüberblick: Orientierung in der Zeit

Die Schülerinnen und Schüler erlangen basale Kenntnisse über wesentliche politische, geistige und soziale bzw. wirtschaftliche Lebensbedingungen in drei Epochen in einem ersten orientierenden Überblick.

Dieser ermöglicht durch den Vergleich zunächst die Wahrnehmung des Kontrastes und dadurch die des historischen Wandels. Die Epochen bilden zugleich die Grundlage und den historischen Kontext für Längsschnitte der Doppeljahrgangsstufe 7/8, die in ihren inhaltlichen Setzungen spiralcurricular an die drei Epochen anknüpfen und diese exemplarisch vertiefen.

Da für die genannten Aspekte nur wenige Unterrichtsstunden zur Verfügung stehen, kann und soll hier nicht mehr geleistet werden als eine erste Einführung von typischen Beispielen, die das jeweilige Phänomen veranschaulichen. Dabei ist kein abstrakter kategorialer Überblick intendiert. Durch konkrete historische Situationen und Lebensgeschichten werden Anknüpfungspunkte vermittelt, die eine weitere Vertiefung und Verbindung der einzelnen Aspekte ermöglichen.

Mittelalter (ca. 1000 – ca. 1500)

  • Christentum als bestimmende Religion
  • Ständeordnung: Lehenswesen und Grundherrschaft
  • Lebenswelten

Frühe Neuzeit (ca. 1500 – ca. 1750)

  • geistige Umbrüche: Renaissance und Humanismus
  • Reformation und Glaubenskriege
  • frühneuzeitlicher Staat/Absolutismus

Zeitalter der Revolutionen (ca. 1750 – ca. 1900)

  • Aufklärung und Emanzipation (z. B. der Frauen, der Juden, der Arbeiter)
  • politische Umbrüche: Französische Revolution
  • technisch-industrielle Revolution

Handreichung: Orientierung in der Zeit. Ein Unterrichtsvorschlag zur Implementierung des Rahmenlehrplans Geschichte im 7./8. Jahrgang

Epochenvertiefung: Zeitalter der Revolutionen (ca. 1750 – ca. 1900)

Die Schülerinnen und Schüler vertiefen ihre Kenntnisse über das Zeitalter der Revolutionen aus dem Basismodul 1 Epochenüberblick: Orientierung in der Zeit an jeweils einem Beispiel für politische und industrielle Revolution. Dabei sollte die Interdependenz beider Komplexe und damit die Einheit der Epoche deutlich werden. Abzuheben ist die Frage, welche Voraussetzungen und welche Folgen die jeweiligen Revolutionen hatten. Planung und Durchführung des Basismoduls sollten die Möglichkeiten der thematischen Anknüpfung bei den Längsschnitten mit bedenken.

Politische Revolution:

exemplarische Behandlung einer bürgerlichen Revolution – ihre politischen, geistigen sowie wirtschaftlichen Ursachen und Folgen (USA oder Frankreich oder 1848/49 in Deutschland/Europa)

Industrielle Revolution:

Voraussetzungen, Verlauf und Folgen

Materialien zu 3.1 Basismodule 7/8

Epochenüberblick: Orientierung in der Zeit

 

Epochenvertiefung: Zeitalter der Revolutionen (ca. 1750 – ca. 1900)

Armut und Reichtum

Im Geografieunterricht werden Armut und Reichtum als vorrangige Herausforderung an die Gesellschaft thematisiert und in ihrer Raumbedingtheit und Raumwirksamkeit auf unterschiedlichen Ebenen (lokal - regional - global) betrachtet.

Armut und Reichtum kennzeichnen Gesellschaften in der Vergangenheit, Gegenwart und nahen Zukunft. Im Geschichtsunterricht wird die Veränderung des Verständnisses und gesellschaftlichen wie politischen Handelns im Kontext von Armut und Reichtum in verschiedenen Zeitebenen aufgezeigt, verglichen und beurteilt.

Im Unterricht des Fachs Politische Bildung befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Erscheinungsformen sozialer Ungleichheit in der deutschen Gesellschaft und mit der Sozialstruktur, z. B. in der Region Berlin und Brandenburg. Sie setzen sich dabei mit den Merkmalen und Ursachen von Armut auseinander und diskutieren vor dem Hintergrund unterschiedlicher Lebensbedingungen und Sozialisationen über gesellschaftliche Teilhabechancen.

Das Themenfeld ist insbesondere mit den übergreifenden Themen Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter (Gender Mainstreaming) sowie Bildung zur Akzeptanz von Vielfalt (Diversity) vernetzt und eignet sich gut für die Einbindung weiterer Fächer.

GeografieGeschichtePolitische Bildung
Leben in der Einen Welt/
Entwicklungsunterschiede
Armut und Reichtum (Längsschnitt)Soziale Ungleichheit
Teilhabechance
Sozialpolitik

 

Armut und Reichtum (Längsschnitt)

Leitfrage (z. B. Hilfe bei individueller Armut – eine Verantwortung der Allgemeinheit?)

  • Mittelalter: Armut, Reichtum und Christentum
  • Frühe Neuzeit: Armenpolitik städtischer Eliten zwischen Fürsorge und Repression
  • Industriezeitalter: Soziale Frage – Antworten von Wirtschaft, Religion und Politik

Handreichung: Armut und Reichtum. Ein Unterrichtsvorschlag zur Implementierung des Rahmenlehrplans Geschichte im 7./8. Jahrgang

Migration und Bevölkerung

Im Geografieunterricht werden demografische Prozesse und Strukturen auf allen Maßstabsebenen als eine Herausforderung für heutige und künftige Generationen thematisiert. Auf regionaler und globaler Ebene werden z. B. die wachsende Weltbevölkerung, Migration und deren Auswirkungen auf ländliche und urbane Räume betrachtet.  

Im Geschichtsunterricht wird Migration als ein zentrales Merkmal menschlicher Gesellschaften in der Vergangenheit und Gegenwart betrachtet. Unterschiedliche Faktoren kennzeichnen Wanderungsbewegungen. Diese Faktoren sowie der Umgang mit daraus resultierenden Problemen werden im Geschichtsunterricht in verschiedenen zeitlichen Ebenen untersucht, verglichen und beurteilt.

Im Mittelpunkt des Unterrichts im Fach Politische Bildung steht in diesem Themenfeld die Auseinandersetzung mit aktuellen Migrationsursachen und den gesellschaftlichen Auswirkungen der Migrationsbewegungen. Im Kontext der universalen Menschenrechte und des Asylrechts diskutieren Schülerinnen und Schüler Ziele und Strategien der deutschen Integrations- und Einwanderungspolitik sowie Chancen und Probleme in einer zunehmend von Vielfalt geprägten Gesellschaft.

Die Auseinandersetzung mit den Inhalten des Themenfeldes unterstützt die Kompetenzentwicklung der Heranwachsenden in den übergreifenden Themen Interkulturelle Bildung sowie Bildung zur Akzeptanz von Vielfalt (Diversity) sowie Demokratiebildung. 

Geografie GeschichtePolitische Bildung
Demografische Prozesse in regionaler und globaler DimensionMigrationen (Längsschnitt)Integration und Teilhabe
VerstädterungMigrationsursachen
Biografien und hybride Identitäten

 

Migrationen

Leitfrage (z. B. Verlust, Herausforderung, Katastrophe?)

  • Ostsiedlung und Binnenkolonisation
  • frühneuzeitliche (Zwangs-)Migration (z. B. Hugenotten, Böhmen, Türken, Afrikaner) nach Berlin und Brandenburg
  • Migration im 19. Jahrhundert nach Amerika, Verschleppung der afrikanischen und Vertreibung der indigenen Bevölkerung

Materialien zu 3.2 Module im gesellschaftswissenschaftlichen Fächerverbund 7/8

Armut und Reichtum

Migration und Bevölkerung

Juden, Christen und Muslime (Längsschnitt)

Leitfrage (z. B. Juden, Christen und Muslime – ein tolerantes Miteinander?)

  • Kreuzzüge: Kontakte und Konflikte
  • Judenhass und Furcht vor den Osmanen: Ängste und Realpolitik in der Frühen Neuzeit
  • Juden im 19. Jahrhundert: rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Diskriminierung

Geschichte der Stadt am Beispiel von Brandenburg-Preußen (Längsschnitt)

Leitfrage (z. B. Macht Stadtluft frei?)

  • Stadt im Mittelalter: Markt und politische Ordnung
  • Funktionen der frühneuzeitlichen Stadt: z. B. Residenzstadt, Garnisonsstadt
  • Stadt im Zeitalter der Industrialisierung: Leben zwischen Mietskaserne, Fabrik und Ballhaus

Schritte zur modernen Demokratie (Längsschnitt)

Leitfrage (z. B. Ein gerader Weg zur Mitbestimmung aller?)

  • Legitimation von Herrschaft im Mittelalter: die Magna Charta
  • Absolutismus und Parlamentarismus: zwei Wege der Herrschaftsentwicklung in der Frühen Neuzeit
  • demokratische Traditionen in Deutschland im 19. Jahrhundert: Die Revolution(en) von 1848/49

Handreichung: Modul Schritte zur modernen Demokratie. Ein Unterrichtsvorschlag zur Implementierung des Rahmenlehrplans Geschichte im 7./8. Jahrgang

Europäische Expansion und Kolonialismus (Längsschnitt) 

Leitfrage (z. B. Verbindung oder Eroberung der Welt?)

  • Kolumbus und der frühneuzeitliche Kolonialismus
  • Kolonialismus und Sklavenhandel (z. B. Brandenburg-Preußen) im 17. und 18. Jahrhundert
  • Imperialismus und Rassismus (ca. ab 1860) 

Weltbilder (Längsschnitt)

Leitfrage (z. B. Verändert Denken die Welt?)

  • das Weltbild des europäischen Mittelalters: Glauben bestimmt das Leben
  • Europas neue Perspektiven um 1500: Humanismus, Renaissance, Reformation
  • Sozialismus und Liberalismus im 19. Jahrhundert

Materialien zu 3.3 Wahlmodule 7/8

 

Juden, Christen und Muslime (Längsschnitt)

Geschichte der Stadt am Beispiel von Brandenburg-Preußen (Längsschnitt)

 

Schritte zur modernen Demokratie (Längsschnitt)

Europäische Expansion und Kolonialismus (Längsschnitt)

Weltbilder (Längsschnitt)

 

Demokratie und Diktatur

Die Schülerinnen und Schüler lernen mit der Weimarer Republik die erste deutsche Demokratie und beispielhaft deren Chancen und Herausforderungen kennen. Sie erwerben Kenntnisse über die ideologischen Grundlagen und politischen Strukturen der nationalsozialistischen Herrschaft. Sie eignen sich am historischen Beispiel des Nationalsozialismus kategoriales Wissen über die Herrschaftsform der Diktatur an. 

Das Themenfeld bietet die Möglichkeit unterschiedlicher Zugangsweisen: z. B. die historische Fallanalyse, die Arbeit mit Biografien oder die Thematisierung der Lokal- oder Regionalgeschichte (z. B. Geschichte der eigenen Schule). Die Thematisierung des Nationalsozialismus in der Geschichtskultur (z. B. Film, Fernsehen) eröffnet Gegenwartsbezüge.

  • Erster Weltkrieg: Ursachen und Folgen für Deutschland, Europa und die Welt
  • Weimarer Republik: Gefährdungen und Chancen der ersten deutschen Demokratie
  • Ideologie und Herrschaft des NS
  • Zweiter Weltkrieg und Holocaust/Völkermord/Mord (Täter; Opfergruppen: Juden, Sinti und Roma, Behinderte, Homosexuelle, politischer Widerstand u. a.)
  • Widerstand gegen die NS-Herrschaft in Deutschland und Europa
  • Geschichtskultur: Erinnern an Vergangenheit (in Ost und West)

 

Der Kalte Krieg: Bipolare Welt und Deutschland nach 1945

Die Schülerinnen und Schüler vertiefen ihre Kenntnisse zu den unterschiedlichen Funktionsweisen von Demokratie und Diktatur. Das Themenfeld ermöglicht zum einen die Beschäftigung mit der Entwicklung der doppelten deutschen Vergangenheit in ihrem historischen Verlauf nach 1945 und bahnt zum anderen – trotz der deutschen Leitperspektive - auch eine europäische Kontextualisierung an. Neben dem geschichtlichen wird zugleich der kategoriale Zugriff gewählt, der Demokratie und Diktatur unterscheidet und dadurch die freiheitlich-demokratischen Grundwerte historischer Bildung akzentuiert. Den Lernenden wird deutlich, wie verschieden und unterschiedlich weitreichend die politischen Gestaltungs- und Herrschaftsansprüche in Ost und West waren.

Der Schwerpunkt kann auf der jeweiligen Geschichte der beiden deutschen Staaten liegen. Es ist aber auch möglich, den Schwerpunkt auf die Beziehungsgeschichte der beiden deutschen Staaten zueinander zu legen. Diese kann aufzeigen, wie unterschiedlich sich beide Staaten und Gesellschaften jeweils aufeinander bezogen haben und miteinander verflochten waren. Auch ein Vergleich der beiden Systeme ist möglich, er kann punktuell situations-, themen- und fallbezogen vorgenommen werden.

Die Thematisierung des Kalten Krieges und der Deutschen Frage nach 1945 in der aktuellen Geschichtskultur (Film, Fernsehen u. a.) eröffnet Gegenwartsbezüge.

  • die Großmächte USA und UdSSR im Kalten Krieg
  • beide deutsche Staaten zwischen Konfrontation und Entspannung
  • Demokratie und Diktatur: Herrschaft und Menschenrechte, Umgang mit Opposition und Vielfalt (z. B. der Lebensweisen), Alltagsleben
  • friedliche Revolution 1989 und Deutsche Einheit als Herausforderung und Prozess
  • Geschichtskultur: Erinnern an Vergangenheit

Materialien zu 3.4 Basismodule 9/10

Demokratie und Diktatur

Der Kalte Krieg: Bipolare Welt und Deutschland nach 1945

Konflikte und Konfliktlösungen

Zum übergreifenden Themenfeld Konflikte und Konfliktlösungen finden sich im Fach Geografie Bezüge in den Themenfeldern 3.5 Umgang mit Ressourcen sowie 3.6 Klimawandel und Klimaschutz als Beispiel für internationale Konflikte und Konfliktlösungen.

Im Geschichtsunterricht setzen sich die Schülerinnen und Schüler an einem Fallbeispiel mit den historischen Ursachen und den Handlungschancen wie -grenzen in den politischen und militärischen Konflikten auseinander. Sie analysieren die Mittel und Strategien der nationalen wie supranationalen Akteure.

Der Unterricht im Fach Politische Bildung führt ein in die Probleme internationaler Zusammenarbeit und Friedenssicherung und vermittelt bei der multiperspektivischen Analyse von internationalen Konflikten politisches Deutungswissen mit dem Ziel einer differenzierten Urteilsbildung. Den Schwerpunkt bilden dabei mögliche Wege der Konfliktlösung und Konfliktprävention auf der Grundlage internationaler Zusammenarbeit und einer nachhaltigen Entwicklungspolitik.

Das Themenfeld bietet zahlreiche Schnittstellen zu den übergreifenden Themen Interkulturelle Bildung, Bildung zur Akzeptanz von Vielfalt (Diversity) sowie Demokratiebildung.

 

Geografie Geschichte Politische Bildung
RessourcenkonflikteKonflikte und Konfliktlösungen (Fallanalyse)Kriege, Konflikte, Terrorismus
Interessenkonflikte beim KlimaschutzEntwicklungspolitik und Friedenssicherung

 

Konflikte und Konfliktlösungen (Fallanalyse)

Leitfrage (z. B. Viele Pläne – noch – keine Lösung?)

z. B. Nahost-Konflikt

 

Europa in der Welt

Im Geografieunterricht werden ausgewählte Wirtschafts- und Naturräume Europas mit dem Ziel untersucht, die Vielfalt des Kontinents sowie seine Stellung in der Welt zu verdeutlichen. Am Beispiel von Europa kann die Konstruiertheit von Räumen exemplarisch aufgezeigt werden. 

Der Geschichtsunterricht ergänzt die Binnenperspektive auf Europa durch eine globalhistorische Perspektive. Ziel ist es, den Austausch zwischen einer europäischen mit einer außereuropäischen Gesellschaft und Kultur an einem Fallbeispiel herauszuarbeiten. Dies kann anhand von historischen Dimensionen wie Herrschaft, Wirtschaft oder Kultur erfolgen. 

Im Mittelpunkt für den Unterricht im Fach Politische Bildung steht in diesem Themenfeld die Auseinandersetzung mit dem europäischen Integrationsprozess und der Politik der Europäischen Union. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren Fallbeispiele europäischer Politik, die Finalität der EU und demokratische Partizipationsmöglichkeiten. Ziel ist es auch, die vielfältigen alltagsweltlichen Prägungen des gesellschaftlichen Lebens und die Herausbildung einer europäischen Identität im Unterricht zu thematisieren.

Der Unterricht zum Themenfeld ist Teil der Europabildung in der Schule. Daneben entwickeln die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen im Rahmen der übergreifenden Themen Demokratieerziehung, Interkulturelle Bildung und Bildung zur Akzeptanz von Vielfalt (Diversity).

GeografieGeschichtePolitische Bildung
Grenzen setzen/europäische IdentitätEuropa in der Welt (Vergleich)Die europäische Idee
Potenziale und HerausforderungenDie EU im Alltag
Grenzübergreifende ZusammenarbeitPolitische Entscheidungen

 

Europa in der Welt (Vergleich)

Leitfrage (z. B. Wer lernt was von wem?)

Europa im Austausch mit einer außereuropäischen Kultur 

  • China (in der Frühen Neuzeit und um 1900) oder
  • Osmanisches Reich (in der Frühen Neuzeit und um 1900)

Materialien zu 3.5 Module im gesellschaftswissenschaftlichen Fächerverbund 9/10

Das Jahr 1917 (Querschnitt)

Leitfrage (z. B. 1917: eine Epochenwende?)

  • der Kriegseintritt der USA
  • die Oktoberrevolution

Die Welt nach dem Ende des Kalten Kriegs: 1989 – 1991 (Querschnitt)

Leitfrage (z. B. 1989 – 1991: eine Epochenwende?)

  • die Neuordnung Europas
  • ein außereuropäisches Beispiel (z. B. Südafrika: Ende der Apartheid; VR China: Tiananmen; Naher/Mittlerer Osten: Zweiter Golfkrieg)

Völkermorde und Massengewalt (Fallanalyse)

Leitfrage (z. B. Historische Ereignisse und wie wird an sie erinnert?)

  • Herero und Nama 1904 – 1908 oder
  • Armenier 1915/16 oder
  • stalinistischer Terror/Holodomor

Geschlechteridentitäten: Frauenbilder oder Männerbilder oder sexuelle Vielfalt (Längsschnitt)

Leitfrage (z. B. Kontinuität oder Wandel von Geschlechterrollen?)

  • Mittelalter oder Frühe Neuzeit
  • 19. Jahrhundert
  • Nationalsozialismus

Deutschland und seine Nachbarn (Längsschnitt)

Leitfrage (z. B. Deutsche und Polen: Feinde – Freunde – Fremde?)

  • europäische Machtpolitik: Teilung Polens im 18. Jahrhundert
  • Deutsche und Polen im 19. Jahrhundert
  • deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg und ihre Folgen für das deutsch-polnische Verhältnis

Eine mögliche Thematisierung des Verhältnisses zu einem anderen Nachbarland ist in Anlehnung an das Beispiel Polen möglich.

Wirtschaft und Handel (Längsschnitt)

Leitfrage: (z. B. Braucht Wirtschaft eher unternehmerische Freiheit oder staatliche Regulierung?)

  • Frühe Neuzeit: Merkantilismus und Manufakturen
  • 18./19. Jahrhundert: Freihandel und Schutzzölle
  • Weltwirtschaft zwischen Imperialismus und Dekolonialisierung

Feindbilder (Fallanalyse)

Leitfrage: (z. B. Keine Gemeinschaft ohne Feind?)

  • katholische und protestantische Feindbilder während der Glaubenskriege oder
  • nationalistische Feindbilder von der Napoleonischen Ära bis zum Ersten Weltkrieg oder
  • rassistische Stereotype seit dem Imperialismus

Materialien zu 3.6 Wahlmodule 9/10

Das Jahr 1917 (Querschnitt)

  •  Lenin im Unterricht Hörsequenzen für eine Unterrichtseinheit mit Erklärung der Einsatzmöglichkeit

Die Welt nach dem Ende des Kalten Kriegs: 1989 – 1991 (Querschnitt)

 

Völkermorde und Massengewalt (Fallanalyse)

Geschlechteridentitäten: Frauenbilder oder Männerbilder oder sexuelle Vielfalt (Längsschnitt)

  • die-1920er-Jahre-ein-globales-Jahrzehnt - Frauenbilder der 1920er Jahre in Deutschland, Türkei und arab. Staaten - Präsentation
  • Unterrichtseinheiten (z.B. "Verbotene Liebe im Mittelalter", "Homosexualität in der DDR", Geschichte der Empfängnisverhütung), Audiotour, Glossar...
  • Gender - Ein Lese- und Arbeitsbuch für den historisch-politischen Unterricht
    in der Sekundarstufe I

Deutschland und seine Nachbarn (Längsschnitt)

 

Wirtschaft und Handel (Längsschnitt)

 

Feindbilder (Fallanalyse)

Im Wahlpflichtfach Geschichte können eigene Themenschwerpunkte gesetzt werden. Die im Folgenden aufgeführten Themen bilden eine inhaltliche Anregung, die vor dem Hintergrund der Vorgaben des schulinternen Curriculums sowie der räumlich-regionalen Bedingungen unter Mitwirkung der Schülerschaft ausgebaut und verändert werden können. Inhaltliche Doppelungen mit den Themen und Inhalten aus den beiden Doppeljahrgangsstufen 7/8 und 9/10 sollten vermieden werden.

Geschichte im lokalen und regionalen Umfeld

  • Gründungsgeschichte(n) von Dörfern in Berlin und Brandenburg
  • Wirtschaft und Handel als Nachbarn  
  • Spuren unserer ehemaligen Nachbarn
  • Erinnern an Vergangenheit (z. B. Friedhöfe, Namensgebung bei Straßen, Plätzen, Festen, Literatur usw.)
  • Persönlichkeiten von historischer Bedeutung

Entwicklung außereuropäischer Großreiche

  • Ägypten 
  • Achämenidenreich (Altpersisches Reich)
  • präkolumbische Staaten (z. B. der Inkas, Mayas und/oder Azteken)
  • Mongolenreich
  • Osmanisches Reich

Erfindungen, die die Welt veränderten

  • Erfindung der Mobilität: Rad, Schiff, Auto und Flugzeug
  • Erfindung des schriftlichen Austauschs: Bilder, Zahlen und Schrift
  • Erfindung der Sicherheit: Stadtmauer, Schlüssel und PIN-Nummer
  • Erfindung der Produktion: Töpferscheibe, Webstuhl und Hochofen
  • Erfindung der digitalen Welt: Computer, Internet und ihre Nutzung

Kampf gegen Formen menschlicher Unfreiheit

  • Sklaverei und Befreiung/Befreiungsversuche aus der Sklaverei vor allem in der Antike
  • Leibeigenschaft und Hörigkeit im Vergleich (z. B. deutsche Fürstentümer und Russland)
  • Bürgerrechtsbewegung in den USA, Osteuropa und Südafrika
  • Kampf um Gleichberechtigung und Gleichstellung von Minderheiten (z. B. Sorben, Religionsgruppen, Homosexuelle und Behinderte)

Geschichte im Film

  • Vergleich Spielfilm und Dokumentation
  • Filme über den Nationalsozialismus im Vergleich
  • Kalter Krieg im Spielfilm
  • Filme aus der DDR über die DDR

Menschen machen Geschichte

  • Katharina von Bora und Martin Luther
  • Bertha von Suttner und Alfred Nobel
  • Marie und Pierre Curie
  • Sophie Scholl und Graf Schenk von Stauffenberg
  • Nelson Mandela und Frederik Willem de Klerk
  • Mahatma Gandhi und Indira Gandhi

Vergangenheit wird erhalten – Geschichte wird gemacht

  • Erschließung von Quellen: Arbeit im Archiv 
  • gegenständliche Quellen: Sammlung, Erhaltung und museale Darstellung
  • Schutz und Erhaltung von historischen Kulturgütern (z. B. Gebäudeensembles, Land-schaften)
  • Geschichte von Raub- und Beutekunst

Die Entwicklung der fachbezogenen Kompetenzen von Lernenden wird im Wahlpflichtunterricht gefördert und vertieft. Für die Auseinandersetzung mit den einzelnen historischen Inhalten bieten sich verschiedene handlungsorientierte Varianten an, so z. B. die Entwicklung einer historischen Stadtführung und/oder eines Flyers von Lernenden für Lernende, das Schreiben einer Rezension zu einem Film oder Theaterstück, die Anfertigung eines Geschichtsbuchs oder einer Broschüre für junge Menschen und der Vergleich von Darstellungen historischer Ereignisse oder Persönlichkeiten.

Materialien zu 3.7 Wahlpflichtunterricht

Geschichte im lokalen und regionalen Umfeld

Entwicklung außereuropäischer Großreiche

 

Erfindungen, die die Welt veränderten

 

Kampf gegen Formen menschlicher Unfreiheit

 

Geschichte im Film

 

Menschen machen Geschichte

 

Vergangenheit wird erhalten – Geschichte wird gemacht