Bedeutung des übergreifenden Themas

Für die Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter leistet Schule einen wichtigen und aktiven Beitrag. Hierbei gilt das Prinzip des Gender Mainstreaming, d. h., dass in unterschiedlichen Lebenssituationen die Interessen von Frauen, Männern und Menschen mit weiteren Geschlechtsidentitäten bei allen Entscheidungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu berücksichtigen sind und das Ziel der freien Entfaltung der Persönlichkeit unabhängig vom Geschlecht, von der Geschlechtsidentität und vom Geschlechtsausdruck verfolgt wird. Damit einher geht eine geschlechtergerechte Sprache. Schule bietet vielfältige Chancen für die persönliche Entfaltung über Geschlechterstereotypisierungen hinweg. Schülerinnen und Schüler lernen Herausforderungen kennen und sich ihnen zu stellen, um eingrenzende Rollenzuschreibungen zu überwinden. Sie erweitern ihr eigenes Handlungsrepertoire und ihr Selbstbewusstsein, entfalten ihr Reflexionsvermögen und entwickeln ihr selbstständiges Handeln.

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Kompetenzerwerb

Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Normen und Werten der Gleichberechtigung der Geschlechter so wie einem vielfältigen Rollenangebot in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen auseinander. Dabei lernen sie Geschlechterverhältnisse in gesellschaftlichen Bereichen wie Politik, Wirtschaft und Kultur kennen und setzen sich unter Berücksichtigung rechtlicher Grundlagen mit deren Entwicklung in der Geschichte auseinander. Sie üben sich im Perspektivwechsel und analysieren die Lebenswelten und -wirklichkeiten, in denen Menschen mit verschiedenen Geschlechtsidentitäten in ihrer Vielfältigkeit und Differenziertheit leben.

Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass Zuschreibungen von Fähigkeiten und Aufgaben auf ein Geschlecht nicht naturgegeben sind und können zwischen biologischem und sozialem Geschlecht unterscheiden. Die Lernenden erkennen Benachteiligungen und setzen sich mit Strategien zu deren Aufhebung auseinander. In medial vermittelten Rollenbildern und anderen Darstellungen erkennen sie Stereotypisierungen und reflektieren Rolle und Funktion von Zuschreibungen. Sie können Formen geschlechtssensibler Sprache in Wort und Schrift anwenden und nutzen vielfältige Gelegenheiten zur Selbstreflexion. Abwertungen aufgrund des Geschlechts, der Geschlechtsidentität oder des Geschlechtsausdrucks begegnen sie selbstbewusst und zurückweisend. Für ihre Lebensplanung und Berufswahl nutzen sie Informationen und Kenntnisse, die ihnen helfen, ein selbstbestimmtes und die eigene Existenz sicherndes Leben zu führen.

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Bezüge zu den Fächern

Jedes Fach bietet Anknüpfungspunkte, sei es, indem Sprache untersucht wird, Geschlechterkonstruktionen aus sozialer, kultureller, geschichtlicher und biologischer Sicht hinterfragt, Perspektiven spielerisch umgekehrt oder Berufswahlentscheidungen und Berufsbiografien analysiert werden. Eine besondere Bedeutung liegt aufgrund der starken Alltagspräsenz in der Auseinandersetzung mit medial vermittelten Rollenbildern und Sprache.

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Links und Materialien

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Bildungsstandards/Gesetze/Beschlüsse/Handreichungen

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Berlin

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Brandenburg

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Bildungsserver

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Einleitung

Sprachbildung und Medienbildung

Schülerinnen und Schüler erfahren von früher Kindheit an, dass es Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten gibt, die für alle Lebensbereiche von Bedeutung sind. Dazu gehören die Verwendung von Sprache und die Nutzung von Medien.

Je sicherer man eine Sprache beherrscht, desto flexibler, kritischer und überzeugender kann man seine Standpunkte, Interessen, Wünsche, Gedanken und Überlegungen reflektieren und anderen gegenüber zum Ausdruck bringen und die anderer Menschen verstehen und wertschätzen.

Ein sicherer Umgang mit Medien befähigt Schülerinnen und Schüler dazu, sich selbstständig Informationen zu beschaffen, diese mit anderen auszutauschen und sie kriteriengeleitet zu bewerten. Kinder und Jugendliche erwerben dabei auch die Voraussetzungen für eine sichere Nutzung von Medien.

Der Teil B des Rahmenlehrplans beschreibt Standards für die Sprach- und Medienbildung auf den Stufen D und G (nähere Erläuterungen zu den Niveaustufen siehe Teil C, Kapitel 2). Diese Standards dienen als Grundlage für die fachliche Arbeit, aber auch für die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler über den Fachunterricht hinaus. Fachspezifische und fachübergreifende Maßnahmen zur Sprach- und Medienbildung werden im schulinternen Curriculum festgehalten.

 

Übergreifende Themen
Schule ist das Spiegelbild einer heterogenen Gesellschaft. Sie nutzt die unterschiedlichen Voraussetzungen, Hintergründe, Einstellungen und Wertvorstellungen der Schülerinnen und Schüler als wesentliche Grundlage für die Gestaltung einer demokratischen Schulkultur und unterstützt und begleitet die Kinder und Jugendlichen auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben.


Der Erwerb fachbezogender Kompetenzen ist für die Allgemeinbildung und die Lebensbewältigung der Schülerinnen und Schüler von großer Bedeutung. Gesellschaftliche Herausforderungen können jedoch nur in Angriff genommen werden, wenn bereits in der Schule fachliche Grenzen überschritten werden. Kinder und Jugendliche sollen frühzeitig erfahren, vor welch großen Aufgaben unsere Gesellschaft und die Weltgemeinschaft stehen, und lernen, welch vielfältige Aspekte es bei der Planung und Entwicklung von Lösungsstrategien zu berücksichtigen gilt. Dabei erfahren und erproben Schülerinnen und Schüler auch, welchen Beitrag sie für den Erhalt und die Weiterentwicklung einer zukunftsfähigen Gesellschaft leisten können.

In diesem Sinne ist die Schulkultur geprägt durch das Berücksichtigen übergreifender Themen, die für die persönliche Lebensgestaltung der Schülerinnen und Schüler bedeutsam und von besonderer gesellschaftlicher Relevanz sind. Alle an Schule Beteiligten und außerschulischen Unterstützungssysteme liefern dazu ihren Beitrag, dass Kinder und Jugendliche lernen, das eigene Denken und Handeln auf der Grundlage neu erworbener Kenntnisse über die anstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen zu reflektieren und neue Wege zu erproben.

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Redaktionell verantwortlich: Boris Angerer, LISUM