In Konzepten zur Leistungsbeurteilung werden zwei grundlegende Formen unterschieden: summative und formative Leistungsbeurteilung. Beide verfolgen unterschiedliche Ziele, ergänzen sich jedoch im schulischen Lernprozess. Auf dieser Seite finden Sie insbesondere Informationen zur formativen und summativen Leistungsbeurteilung und wie sich beide Formen ergänzen können.
Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu den folgenden Themen:
Formative Leistungsbeurteilung
Summative Leistungsbeurteilung
Zusammenspiel von formativer und summativer Leistungsbeurteilung
Formative Leistungsbeurteilung
Bei der formativen Leistungsbeurteilung steht die Begleitung des individuellen Lernprozesses im Mittelpunkt. Ziel ist es, Leistungsbeurteilung bereits während des Lernens als Grundlage für Diagnose, Rückmeldung und die weitere Gestaltung des Lernprozesses zu nutzen. Lernende erhalten dabei Orientierung für ihre nächsten Lernschritte und werden zunehmend befähigt, ihren eigenen Lernprozess zu reflektieren und mitzugestalten.
Typische Instrumente formativer Leistungsbeurteilung sind beispielsweise Rückmelderituale, Selbsteinschätzungsbögen, Feststellung und Dokumentation des Lernstands oder Portfolios. Grundlage der Einschätzung sind dabei transparente Kriterien sowie die individuelle Lernentwicklung.
Kurz zusammengefasst: Formative Leistungsbeurteilungen begleiten und unterstützen Lernprozesse während eines gesamten Lernabschnitts.
Summative Leistungsbeurteilung
Bei der summativen Leistungsbeurteilung geht es darum, am Ende eines Lernabschnitts eine zusammenfassende Einschätzung der erworbenen Kompetenzen vorzunehmen. Typische Instrumente sind beispielsweise Klassenarbeiten, Lernerfolgskontrollen oder mündliche Prüfungen. Die Ergebnisse werden häufig in Form von Noten oder anderen zusammenfassenden Bewertungen dokumentiert.
Summative Leistungsbeurteilungen finden in klar ausgewiesenen Leistungssituationen statt, die von den eigentlichen Lernphasen getrennt sind.
Kurz zusammengefasst: Summative Leistungsbeurteilungen bilanzieren am Ende eines Lernabschnitts die erworbenen Kompetenzen.
Zusammenspiel von formativer und summativer Leistungsbeurteilung
Die folgende Übersicht von Silvia-Iris Beutel und Hans Anand Pant stellt zentrale Unterschiede zwischen formativer und summativer Leistungsbeurteilung nach verschiedenen Aspekten dar.
Kurz zusammengefasst:
- Formative Leistungsbeurteilungen unterstützen während des gesamten Lernabschnitts die Lernprozesse.
- Summative Leistungsbeurteilungen bilanzieren am Ende eines Lernabschnitts die erworbenen Kompetenzen.
| Formative Leistungsbeurteilung | Summative Leistungsbeurteilung | |
| primäres Ziel | Verbesserung von Lehren und Lernen | Erfassung und Einstufung vorhandener Kompetenzen |
| Fokus der Rückmeldung | Beurteilung des Lernprozesses | Beurteilung des Lernergebnisses |
| Art der Rückmeldung | beschreibendes Feedback | evaluierendes Feedback |
| zeitliche Perspektive | vorwiegend prospektiv | vorwiegend retrospektiv |
| Zeitpunkt | fortlaufend,lernbegleitend | am Ende einer Lerneinheit, eines Schuljahres o. Ä. |
| Einbettung in die Lehreinheit | integraler Bestandteil des Lehr-Lern-Prozesses | findet außerhalb des eigentlichen Lehr-Lern-Prozesses statt |
| Beteiligung der Lernenden | kollaborativ, Schüler:innen werden in den Prozessen der Leistungserfassung und -beurteilung eingebunden | lehrerzentriert; Lehrkraft steuert Prozess der Leistungsbeurteilung und -rückmeldung und bestimmt Konsequenzen |
aus: Silvia-Iris Beutel und Hans Anand Pant, 2020. Lernen ohne Noten. Alternative Konzepte der Leistungsbeurteilung. Stuttgart
Summative Leistungsbeurteilungen stehen nicht im Gegensatz zu formativer Leistungsbeurteilung. Vielmehr werden sie durch diese vorbereitet sowie fachlich und pädagogisch gerahmt. Eine kontinuierliche Begleitung des Lernprozesses schafft die Grundlage dafür, dass Leistungsanforderungen nachvollziehbar, transparent, fair eingeschätzt und beurteilt werden können.
Wichtige Aspekte bei der Planung von Unterricht und Leistungsbeurteilung sind dabei:
- Denken Sie Bewertungskonzepte bereits bei der Unterrichtsplanung mit.
- Machen Sie Bewertungskriterien frühzeitig transparent und entwickeln Sie diese gegebenenfalls gemeinsam mit den Lernenden - sie bilden eine wichtige Grundlage für die gemeinsame Unterrichtsarbeit.
- Unterscheiden Sie Lern- und Bewertungsphasen klar voneinander.
Redaktionell verantwortlich: Jan Steckmeister
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