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Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen

Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen

Kontakte

Dr. Martin Brendebach (SenBJF)
Tel.: 030 90227-5866

 

Daniela Meyr (LISUM)
Tel.: 03378 209-410

Was ist Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen?

Die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung gehört als Antwort auf die Herausforderungen des globalen Wandels zu den wichtigsten politischen Aufgaben des 21. Jahrhunderts. Kernprobleme des globalen Wandels (z. B. Bevölkerungsentwicklung, Durchsetzung von guter Regierungsführung, Energieversorgung, Ernährungssicherung, Klimawandel, Ressourcen-verknappung) und deren Wechselwirkungen stellen die Lebensgrundlagen vieler Menschen und die Bedürfnisse zukünftiger Generationen in Frage. Gleichzeitig ist eine Welt ohne die vielfältigen Möglichkeiten, die die globalen Bezüge bieten, nicht mehr vorstellbar. Der globale Wandel fordert zu Visionen zur Gestaltung einer zukunftsfähigen gerechten Welt heraus, basierend auf der Grundlage der Anerkennung von Menschenrechten.

Mit zunehmender Globalisierung werden globale und lokale Phänomen immer stärker miteinander verknüpft. Kinder und Jugendliche müssen sich in einer immer komplexer werdenden Welt zurechtfinden. Angesichts dieser wachsenden Herausforderungen müssen sie zukunftsorientierte Kompetenzen für ihre eigene persönliche und berufliche Lebenswelt entwickeln, sowie Kompetenzen für die gesellschaftliche und globale Mitverantwortung.
Das übergreifende Thema "Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen" unterstützt die Entwicklung dieser Kompetenzen.
Die Schülerinnen und Schülerlernen aktiv und verantwortungsbewusst, gemeinsam mit anderen an nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklungstendenzen lokal und global teilzuhaben und Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Dabei orientieren sie sich am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Sie erwerben Kompetenzen, die es ihnen auf der Grundlage eines Wertesystems ermöglicht, nachhaltige und nicht nachhaltige Entwicklungstendenzen in einer zunehmend globalisierten Welt zu erkennen, zu analysieren und zu bewerten und zwischen verschiedenen Handlungsoptionen zu wählen.
Der Umgang mit Vielfalt auch im Sinne von unterschiedlichen Sichtweisen wird gefördert, die Bereitschaft und Fähigkeit zum Perspektivenwechsel erfordert. Die Kontext- bzw. Lebensweltorientierung ist dabei eine weitere didaktische Leitlinie. Dieser Ansatz verbindet das übergreifende Thema mit den didaktischen Konzepten des Fachunterrichts.

Mit der Entwicklung des neuen Rahmenlehrplans für die Jahrgangsstufen 1-10 für Berlin und Brandenburg wurden die übergreifenden Themen curricular verankert. Der Rahmenlehrplan wird mit dem Schuljahr 2017/18 unterrichtswirksam und weist im Teil B "Übergreifende Kompetenzentwicklung" neben den Basiscurricula Medien- und Sprachbildung insgesamt 13 übergreifende Themen aus. Das übergreifende Thema "Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen" wurde als integratives Thema entwickelt und verbindet die beiden pädagogischen Konzepte Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE), das Globale Lernen und die Global Citizenship Education.

Im Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung (2016) und in den Vorgaben des Orientierungs- und Handlungsrahmens Berlin-Brandenburg für das üT nachhaltige Entwicklung / Lernen in globalen Zusammenhängen (OHR) wird für die Erschließung von Globalisierungsprozessen folgende didaktische Übertragung vorgenommen: Die politisch verhandelten Leitplanken nachhaltiger Entwicklung (wirtschaftliche Produktivität, demokratische Prozesse, soziale Kohäsion, Gleichheit und Menschenrechte, ökologische Nachhaltigkeit) werden als die vier Bereiche Wirtschaft, Soziales, Politik und Umwelt dargestellt. So wird eine Mehrperspektivität auf Globalisierungsprozesse und globale Zusammenhänge von Anfang an hergestellt. Die didaktische Übertragung auf vier Dimensionen dient den Schülerinnen und Schülern zur Orientierung hinsichtlich der zum Teil widersprüchlichen Interessenlagen der Beteiligten in einem gesellschaftlichen Gestaltungsprozess.

Durch die modellhafte Zuordnung von Akteuren und deren Handlungsinteressen zu den Bereichen Soziales, Wirtschaft, Politik und Umwelt können Lernende Synergien und Konflikte klarer erkennen und benennen. Produktions- und Lebensweisen verschiedener Akteursgruppen lassen sich in nachhaltige und nicht nachhaltige Prozessen unterscheiden (Orientierung am Leitbild der Nachhaltigkeit, Menschenrechte). Change Agents können benannt und Handlungsmöglichkeiten auf verschiedenen lokalen und globalen Handlungsebenen erarbeitet werden. Weil die unmittelbaren Handlungen des Einzelnen nicht die Kraft haben, die notwendigen Veränderungen hin zu einer zukunftsfähigen vielfältigen Gesellschaft zu bewirken, sollte es ein Anspruch des übergreifenden Themas nachhaltige Entwicklung / Lernen in globalen Zusammenhängen in der Praxis sein, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, auch die Dimensionen jenseits der individuellen und familiären Wirkungsebenen zu verstehen.

 

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Grundsätzlich bieten sich in allen Fächern vielfältige Lerngelegenheiten. Einzelne Dimensionen weisen dabei besondere Affinität zu bestimmten Fächern auf. Zielkonflikte zwischen den Entwicklungsdimensionen bieten die Chancen, besonders in den gesellschaftswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Fächern problemorientiert aufgegriffen zu werden und ermöglichen es, dass die Lernenden sich mit den gegenwärtigen und zukünftigen Problemen und Herausforderungen auseinandersetzen. Aber auch Moderne Fremdsprachen und die Fächer Wirtschaft-Arbeit-Technik, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (Brandenburg), Ethik (Berlin), Deutsch und Theater bieten viele Anknüpfungspunkte zur Kompetenzförderung. Bezüge gibt es weiterhin zu anderen übergreifenden Themen wie z. B. Verbraucherbildung, Verkehrs- und Mobilitätserziehung, Demokratiebildung und Umgang mit Vielfalt (Diversity).


Eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung bzw. ein Lernen in globalen Zusammenhängen gelingt besonders gut in der Kooperation mit außerschulischen Partnern und der Einbeziehung von außerschulischen Lernorten z. B. entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Naturerlebniseinrichtungen, ökologischen Landbaubetriebe, Weltläden.




Das übergreifende Thema Nachhaltige Entwicklung/Lernen im globalen Zusammenhang im neuen Rahmenlehrplan Teil B: Bedeutung des übergreifenden Themas, Kompetenzerwerb, Bezüge zu den Fächern sowie Links und Materialien  - Link zum Rahmenlehrplan online


Redaktionell verantwortlich: Daniela Meyr, LISUM