Orte der historisch-politischen Bildung in Brandenburg an der Havel
Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde Brandenburg an der Havel
Die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel ist ein wesentlicher außerschulischer Lernort zur Vermittlung der Geschichte des Nationalsozialismus in Brandenburg.
Die heutige Auseinandersetzung mit der als "T4-Aktion" bekannten Vernichtung von über 9.000 behinderten, psychisch kranken und sozial stigmatisierten Menschen im Jahr 1940 an diesem Ort, mitten im Zentrum der Stadt Brandenburg, ermöglicht den Schülerinnen und Schülern eine kritische Reflexion über die ungeheure Radikalisierung nach außen und nach innen, die das Regime mit dem Kriegsbeginn 1939 vornahm. Brandenburg als Ort der Entscheidung für das Tötungsverfahren mit Gas, das zum Signum des NS-Genozids an den europäischen Juden wurde, ist zugleich der Ort des ersten planmäßig organisierten Massenmordes an Juden im Deutschen Reich.

Doch gab es hier in Brandenburg ebenfalls Personen, die sich weigerten, die Ermordung von sogenannten "lebensunwerten" Menschen hinzunehmen. Diese Beispiele von Zivilcourage im NS-Regime erlauben den Schülerinnen und Schülern, Möglichkeiten von Handlungsspielräumen und Widerstand der damals Beteiligten konkret nachzuvollziehen und zu diskutieren.
Am Beispiel der – häufig wenig bekannten - NS-Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel werden für Schülerinnen und Schüler entscheidende Aspekte der nationalsozialistischen Herrschaft erfahrbar: die Ideologie des Nationalsozialismus, die Implementierung nationalsozialistischer Herrschaftsstrukturen in den alltäglichen Lebensbezug der Bevölkerung vor Ort und der Umgebung, aber auch die Planung, Vorbereitung, Umsetzung und die Konsequenzen nationalsozialistischer Verbrechen. Hierfür werden Führungen durch die Dauerausstellung und über das Gelände sowie eine dokumenten-basierte kritische Auseinandersetzung in den Seminarräumen genutzt.
Angebote für Schülerinnen und Schüler
Führungen
Die Führungen sind für Schülerinnen und Schüler aller Schulformen ab der Jahrgangsstufe 9 geeignet. Inhalte und Vermittlungsformen werden den Bedürfnissen und Wünschen der Besuchsgruppen angepasst. Die Führungen bieten ein fundiertes Wissen über die nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen in Brandenburg an der Havel und die "rassenhygienische" Weltanschauung. Dabei werden regional- und lokalgeschichtliche Bezüge hergestellt.
Wechselseitige Führungen
Nach einer Überblicksführung erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler anhand von bereitgestellten Materialien in Kleingruppen verschiedene Stationen der Ausstellung selbständig. Anschließend präsentieren sie bei einem gemeinsamen Rundgang ihre Ergebnisse der gesamten Gruppe.
Projekttage
Nach einer Führung durch die Ausstellung und über das Gelände lernen die Jugendlichen, sich kritisch und kompetenzorientiert - entsprechend der Rahmenlehrpläne der Länder Berlin und Brandenburg - in angeleiteten Kleingruppen mit historischen Dokumenten auseinanderzusetzen. Fragen nach Ursachen, Umsetzung und Konsequenzen der NS-Euthanasie werden dabei ebenso entwickelt und diskutiert wie Fragen nach Handlungsspielräumen der damals Beteiligten.


Inklusive Angebote: Von Menschen mit Lernschwierigkeiten für Schülerinnen und Schüler
Ausgebildete Gedenkstätten-Guides mit Lernschwierigkeiten führen gemeinsam mit dem Gedenkstätten-Pädagogen Schülerinnen und Schüler durch die Gedenkstätte. Workshops und Führungen bieten den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, historisches Wissen zu erlangen und dabei heutige Formen der Stigmatisierung in historischer Perspektive zu erkennen und zu hinterfragen.
Die pädagogischen Angebote finden auch außerhalb der Öffnungszeiten der Ausstellung statt und sind für Schulklassen von allgemeinbildenden Schulen im Land Brandenburg kostenfrei.
Mehr Informationen zu den gedenkstättenpädagogischen Angeboten finden Sie auf der wHomepage der Gedenkstätte.

Kontakt und Anschrift
Gedenkstätten Brandenburg an der Havel
Nicolaiplatz 28/30
14770 Brandenburg
Tel.: +49 3381-79 35 112 oder -113
E-Mail: anmeldung-brb@~@stiftung-bg.de
Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden
Das Zuchthaus Brandenburg-Görden wird von 1927 bis 1936 gebaut. Als Modellanstalt für den reformierten Strafvollzug in der Weimarer Republik errichtet, zählt es im Nationalsozialismus und in der DDR zu den größten Haftanstalten. Von 1940 bis 1945 befindet sich in Brandenburg-Görden eine der zentralen Hinrichtungsstätten der NS-Justiz.
Zur denkmalgeschützten Gefängnis-Anlage gehört das Direktorenwohnhaus, in dem sich heute die Dauerausstellung zur Geschichte des Zuchthauses befindet. Diese zeigt auf ca. 180 m² die Geschichte der Strafanstalt Brandenburg-Görden im Nationalsozialismus und in der DDR. Einführend thematisiert sie den Reformstrafvollzug der Weimarer Republik. Am Ende wirft die Ausstellung einen Blick auf den Justizvollzug der Gegenwart.

Nationalsozialismus
Im Abschnitt zum Nationalsozialismus wird dargestellt, wie sich der Strafvollzug bereitwillig den politischen, rassistischen, antisemitischen und kriminalbiologischen Zielen der Nazis unterordnet.
Während des Zweiten Weltkriegs befindet sich im Zuchthaus auf dem Görden eine Hinrichtungsstätte der NS-Justiz, in der über 2.000 Todesurteile vollstreckt werden. Da der ehemalige Hinrichtungsort der NS-Justiz zum heutigen Sicherungsbereich der Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel gehört, können Gruppen diesen Gedenkort nur nach vorheriger Anmeldung besichtigen.

DDR
Der Ausstellungsteil zum DDR-Strafvollzug zeigt, wie das Gefängnis dem SED-Regime auch als Instrument der politischen Unterdrückung dient. Inhaftierung bedeutet für die Gefangenen Entbehrung und Rechtlosigkeit, Schikane und Willkür.

Angebote für Schülerinnen und Schüler
Führungen
Die gedenkstättenpädagogischen Angebote sind für Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 9 geeignet. Inhalte und Vermittlungsformen werden den Bedürfnissen und Wünschen der Gruppen angepasst.
Wechselseitige Führungen
Nach einer Überblicksführung erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler anhand von bereitgestellten Informationen in Kleingruppen verschiedene Ausstellungsinhalte selbständig. Das geschieht u.a. durch die Auseinandersetzung mit Opferbiografien. Anschließend präsentieren die Jugendlichen ihre Ergebnisse der gesamten Klasse.
Projekttage
Mehrstündige Angebote zur Geschichte des Strafvollzugs im Nationalsozialismus und/oder in der DDR ermöglichen eine intensive Auseinandersetzung mit den zeitgeschichtlichen Themen.
Nach einer Führung durch die Ausstellung (und ggfs. am ehemaligen NS-Hinrichtungsort) besteht die Möglichkeit, sich während eines Projekttages vertiefend mit folgenden Themen auseinanderzusetzen:
- "Haft als empfindliches Übel": Der nationalsozialistische Strafvollzug
- "Er ist bestrebt, sich nunmehr der Volksgemeinschaft einzuordnen.": Politische Gefangene im Zuchthaus Brandenburg-Görden
- "Meine letzten Gedanken werden bei Euch sein": Die Todesstrafe im Nationalsozialismus
- "Vernichtung durch Arbeit": Rassenhygiene und Kriminalbiologie im nationalsozialistischen Strafvollzug
- "Hetze gegen unsere Republik wird hart bestraft.": Politische Häftlinge im DDR-Strafvollzug
- "Soldat raus aus der CSR": Protest gegen die kommunistische Herrschaft und seine Verfolgung: DDR 1953 – Tschechoslowakei 1968 – Polen 1981
Die pädagogischen Angebote finden auch außerhalb der Öffnungszeiten der Ausstellung statt und sind für Schulklassen von allgemeinbildenden Schulen im Land Brandenburg kostenfrei.
Mehr Informationen zu den gedenkstättenpädagogischen Angeboten finden Sie auf der Homepage der Gedenkstätte.
Standort
Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden
(Dauerausstellung/Seminarraum)
Anton-Saefkow-Allee 38
14772 Brandenburg an der Havel

Kontakt und Anschrift
Gedenkstätten Brandenburg an der Havel
Nicolaiplatz 28/30
14770 Brandenburg
Tel.: +49 3381-79 35 112 oder -113
E-Mail: anmeldung-brb@~@stiftung-bg.de
Der Bildungsserver Berlin-Brandenburg ist ein Service des Landesinstituts Brandenburg für Schule und Lehrkräftebildung im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (Berlin) und des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport Land Brandenburg.
