Rahmen- und Kernbereiche

Qualitätsmerkmale guter ganztägiger Bildung und Betreuung

Die Qualitätsmerkmale setzen sich aus Rahmenbereichen (was Halt gibt und verbindet - darum das Gerüst des Riesenrads) und Kernbereichen (die funktionale Bereiche, die die Inhalte der strukturellen Zusammenarbeit ausmachen - darum die Gondeln des Riesenrads) zusammen. Rahmenbereiche sind die Grundlage für Quaitätsentwicklung am Bildungsstandort, die Kernbereiche sind die Gestaltungsvariablen. 

Für die Arbeit in den jeweiligen Rahmen- und Kernbereichen stellen wir Ihnen Indikatoren zur Verfügung, die Sie downloaden können. Sie dienen als Unterstützungsangebot und als Einstieg in die Qualitätsentwicklung zwischen Schulen und Horten. Außerdem dienen Sie als Unterstützung zum Ausfüllen der Kooperationsvereinbarung, indem Sie die Indikatoren als Textbausteine für Zielformulierungen verwenden. Sie erhalten die Indikatoren, wenn Sie in der Tabelle auf den jeweiligen Rahmen- oder Kernbereich klicken. Für Ihren individuellen Standort können Sie auf diese Weise auch Indikatoren entfernen oder hinzufügen. 

Bereich und Link zum DownloadKMK Empfeflung für die ganztägige Bildung und Betreuung (2023)Transfer der KMK Empfehlungen für das Land Bandenburg 
Führung/Steuerung

KMK-Empfehlung 3: Die Steuerung und Ausgestaltung des Ganztagsangebots wird von der Schulleitung und ggf. mitwirkenden Kooperationspartnern partizipativ verantwortet.

 

Das Leitungsteam am Bildungsstandort nimmt eine Schlüsselrolle ein, ohne die der Prozess nicht begonnen und weitergeführt werden kann. Dieses kann bestehen aus Schulleitung, Hortleitung, Ganztagskoordination, stellvertretende Personen, die in gemeinsamer Verantwortung und Initiative agieren. Das Leitungsteam verantwortet und koordiniert den Ganztagsbetrieb. Eine Arbeitsgruppe zur Steuerung des Ganztages vereint die verschiedenen Perspektiven der Ganztagsgemeinschaft und setzt die Ziele der Kooperationsvereinbarung in ständiger Absprache mit der Leitungsebene und dem multiprofessionellen Team um.
Kooperationsvereinbarung (und vormals Ganztagskonzept)

KMK-Empfehlung 9: Ganztagsschulen und Träger weiterer ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote gestalten die pädagogische Praxis auch in Kooperation mit Angeboten der freien Kinder- und Jugendhilfe.
KMK-Empfehlung 12: Ganztagsschulen und Träger weiterer ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote sichern die Qualität der Ganztagsangebote und überprüfen ihre Wirkung.

 

Die Kooperationsvereinbarung (auch bei Schulen, die nach VV-Ganztag anerkannte Ganztagsschulen sind) ist das zentrale Element der systematischen Qualitätsentwicklung. Der Bildungsauftrag des jeweiligen Kooperationspartners ist die Grundlage für die Entwicklung eines gemeinsamen Bildungsverständnis am Bildungsstandort. In der Kooperationsvereinbarung sind, neben dem Bildungsverständnis, planerisch konzeptionelle Aspekte der Kooperation und die Grundlagen der Zusammenarbeit festgehalten.
Multiprofessionelle Zusammenarbeit

 

KMK-Empfehlung 5: Für gelingende ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote ist die Kooperation unterschiedlicher Professionen in festen Kooperationsstrukturen erforderlich.

Die Standorte der gemeinsamen ganztägigen Bildung und Betreuung entwickeln sich durch die bewusst gestaltete und kontinuierliche Zusammenarbeit von Kolleginnen und Kollegen unterschiedlicher Professionen zu multiprofessionellen Teams weiter. Dadurch werden für die Kinder und Jugendlichen erweiterte und vertiefte Lernerfahrungen ermöglicht und Übergänge gelingend gestaltet. 
BildungselementeKMK Empfehlung 2: Ganztagsschulen und Träger weiterer ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote fördern Kompetenzen und machen konzeptionell miteinander verbundene formale, non-formale und informelle Lernangebote.

KMK Empfehlung weitere Ausführungen: Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote bieten den zeitlichen Rahmen für mehr Lernangebote, wobei hier ein weiter Lernbegriff das soziale Lernen, aber auch übergreifendes Lernen wie beispielsweise digitales Lernen, demokratisches Lernen, Bewegungsangebote oder Angebote der kulturellen Bildung umfasst.
Bildungselemente bezeichnen alle fakultativen und obligatorischen Lernangebote des ganztägigen Zusammenseins. Die Bildungselemente werden in formales Lernen (z. B. Unterricht), non-formales Lernen (z. B. Arbeitsgemeinschaften) und informelles Lernen, also unplanmäßiges Lernen im Alltag (z. B. Pausen, Erholungs-, Spiel- und Freizeiten), unterschieden. Die Bildungselemente entfalten ihre Wirkung insbesondere dann, wenn sie eng mit der Rhythmisierung zusammengedacht werden.
Individuelle EntwicklungKMK Empfehlung weitere Ausführungen: Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote ermöglichen inklusive Lern- und Lebensräume und berücksichtigen die Bedürfnisse und Fähigkeiten aller Kinder, insbesondere auch mit Bedarf an besonderen Bildungs- und Unterstützungsangeboten.

KMK Empfehlung weitere Ausführungen: […] soll verschiedenen Lernsettings und den individuellen Bedürfnissen der Kinder nach Wissenserwerb, Bewegung, Rückzug und Begegnung gerecht werden.
Der Begriff individuelle Entwicklung betont den ganzheitlichen Prozess der Persönlichkeitsbildung, Lernwege und Begabungspotenziale, während individuelle Förderung nur gezielte Hilfestellungen beschreibt. Die Individuelle Entwicklung hingegen umfasst Lebenswelt, Bedürfnisse und Selbststeuerung der Kinder und bildet damit den Rahmen für nachhaltiges Lernen.
SozialraumverankerungKMK Empfehlung 7: Lernorte mit ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangeboten knüpfen tragfähige Netzwerke im Sozialraum und kooperieren mit außerschulischen Partnern.  
KMK Empfehlung 9: Ganztagsschulen und Träger weiterer ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote gestalten die pädagogische Praxis auch in Kooperation mit Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe.
 
Der Bildungsstandort wird geöffnet, indem das Ganztagsangebot in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnerinnen und -partnern gestaltet ist. Eine stärkere Öffnung geschieht, wenn zusätzlich Lernorte außerhalb der Schule einbezogen, an regionalen Gremien teilgenommen und sich dadurch im Sozialraum vernetzt wird. Auf der lebensweltlichen Ebene werden verschiedene Aktionsbereiche der Heranwachsenden miteinander verknüpft.
Raum KMK Empfehlung 11: Ganztagsschulen und Träger weiterer ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote gestalten Raum und Räume auch durch kreative Flächennutzungskonzepte zu kindgerechten Lern- und Lebensräumen.
 
Eine pädagogisch gestaltete Lernumgebung, welche das Wohlbefinden und die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen ins Zentrum rückt und auf die Erfordernisse der Ganztagsangebote abgestimmt ist, leistet einen echten Beitrag für gelingende ganztägige Bildung und Betreuung. Lern- und Lebensräume sind Orte, an denen sich Kinder und Jugendliche kognitiv herausgefordert und emotional geborgen fühlen, die aber auch für die Pädagoginnen und Pädagogen Ressourcen zum Arbeiten und Entspannen bieten.  
RhythmisierungKMK Empfehlung 4: Ganztagsschulen und Träger weiterer ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote ermöglichen einen Schultag mit rhythmisierten und flexiblen Zeitstrukturen.Die geeignete Rhythmisierung des Tagesablaufes ermöglicht, alle Kernbereiche der Bildungsstandorte für ganztägige Bildung sinnvoll und abwechslungsreich miteinander zu verknüpfen. Es werden die Voraussetzungen zur Leistungserreichung, zur Chancengerechtigkeit und für das Wohlbefinden geschaffen. <7span>
Verpflegung
KMK Empfehlung 10: In Ganztagsschulen und weiteren ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangeboten wird für jedes Kind ein gesundes Mittagessen angeboten.
 
Die Verpflegung wird als eigenständiger Kernbereich angeführt, um sowohl pädagogische als auch organisatorische Aspekte dieses „genuinen Merkmals der Ganztagsschule“ (Kultusministerkonferenz) zu betonen. Sowohl die zeitliche Verankerung der Mahlzeiten im Tagesablauf als auch die gestalterischen Möglichkeiten zur Umsetzung der Verpflegung werden damit adressiert. 

 

Die Kinder im Zentrum

Das gemeinsame Bildungsverständnis ist keine triviale Angelegenheit. Es ist die entscheidene Komponente, um eine konsitente Bildung am Vor- und Nachmittag bei den Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten und darum auch Baustein der Kooperationsvereinbarung. Das Bildungsverständnis ist die pädagogische Grundlage für die Arbeit am Bildungsstandort. Sofern sich der Hort und die Schule darüber verständigt haben, wie ihr Blick auf das Kind und den Jugendlichen ist, können sie die pädagogische Arbeit aufeinander abstimmen.