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Filme und Themen im Überblick

Filme und Themen im Überblick

Text: Michael Ende
Illustration: Annegert Fuchshuber
empfohlen ab 4 Jahren
Themen: Träume, Ängste, Fantasie, Kindheit, Märchen

Das schönste Himmelbett ist nichts wert, wenn einen böse Träume am Einschlafen hindern. So geht es seit langem der geplagten Prinzessin Schlafittchen, und selbst die Klügsten aus dem Königreich Schlummerland wissen sich keinen Rat. Notgedrungen macht sich der besorgte Vater selbst auf den Weg, um für seine geliebte Tochter endlich ein Mittel gegen Alpträume zu finden. Aber nirgendwo scheint es auch nur einen einzigen Menschen zu geben, der ihm weiterhelfen könnte. Fast schon mutlos geworden, erblickt er schließlich zwischen den Ginsterbüschen etwas Seltsames: Was von Ferne aussieht wie ein wild umherhüpfendes Mondlicht, ist von Nahem ein putziges Kerlchen mit großem Kopf, glitzernden Sternenaugen und einem Riesenmund. Es kennt lustige Worte wie »Zibbeldibix« und »Klapperadux« – und behauptet, die Prinzessin von ihrem Leiden erlösen zu können. Man müsse es nur freundlich einladen, dann werde es alle bösen Träume einfach auffressen …

Chrysantheme (USA 1999)
Die Königin der Farben (Deutschland 1996)
Der zu kleine Prinz (Frankreich 2002)

empfohlen ab 4 Jahren
Themen: Außenseiter, Individualität, Farben, Formen, Gefühle, Fantasie, Weltsichten, Alltagshandeln, Ausdauer, Spiel, Blumennamen

Das Kurzfilmprogramm präsentiert mit drei Animationsfilmen aus drei verschiedenen Ländern ein inhaltliches und formales Spektrum trickfilmischen Erzählens: Klare, einfache Geschichten, die an die Erfahrungswelt der jüngsten Altersgruppe anknüpfen und dabei mit Originalität und spielerischer Leichtigkeit ernsthafte Themen aufgreifen: Das Mäuse-Mädchen "Chrysantheme" ärgert sich, weil sie in der Schule wegen ihres Namens verspottet wird. "Die Königin der Farben" wird ganz grau, wenn sich Blau, Rot und Gelb im Streit vermischen.– und "Der zu kleine Prinz" hat seine liebe Not, die Sonne von einem dunklen Fleck zu befreien. Nach all ihren Aufregungen aber ist die Welt der Trickfilm-Helden am Ende wieder in Ordnung.

Regie: Michel Ocelot
empfohlen ab 5 Jahren und für 1. bis 2. Jahrgangsstufe
Themen: Afrika, andere Kulturen, Fantasie, Gerechtigkeit, Mythen, Traditionen, Selbstvertrauen, Zivilcourage, Märchen, Zeichentrick (2D-Animation)

Winzig von Wuchs, aber ganz groß in seinem Kampf gegen Karaba: Die böse Zauberin tyrannisiert ein afrikanisches Dorf, bis der kleine Kiriku kommt, um es zu retten. Mit Mut und Verstand, Selbstvertrauen und Einfallsreichtum gelingt dem Knirps, was vorher noch niemand geschafft hat: seine Heimat vor weiterem Unheil zu bewahren, hinter Karabas Geheimnis zu kommen und sie in die Gemeinschaft aller mit einzubeziehen. Ein farbenprächtig animiertes Märchen, ein abenteuerlicher Ausflug nach Afrika und die spannende Begegnung mit einer anderen Kultur.

Regie: Joram Lürsen
empfohlen für 2. bis 4. Jahrgangsstufe
Themen: Familienbeziehungen, Identität, Andersartigkeit, Toleranz, Vorurteile, Rollenbilder, Verwandlungen, Theater (»Peter und der Wolf«), Literaturadaption, Filmgenre

Alfie ist ein zarter, etwas ängstlicher Junge mit geheimnisvoller Herkunft. Als Baby wurde er vor der Tür der Familie Vriend ausgesetzt. Schnell bekam er nicht nur einen Platz in ihrer Gemeinschaft, sondern auch in ihren Herzen. Aber welch’ ein Schreck: In der Nacht vor seinem 7. Geburtstag wachsen Alfie spitze Ohren, sprießt Fell auf seiner Haut. Zum Glück ist der Spuk morgens wieder vorbei, doch was wird beim nächsten Vollmond? Bloß nichts den Adoptiveltern verraten, sonst darf er vielleicht nicht länger zur Familie gehören. Immerhin hält Alfies Bruder Timmie unverbrüchlich zu ihm. Die Geschwister versuchen, das Werwolf-Geheimnis zu bewahren, wenngleich Alfie gegen einige Zweifel in seinem Kopf ankämpfen muss, bis er am Ende weiß, wo er hingehört.

Regie: Benjamin Renner, Vincent Patar, Stéphane Aubier
empfohlen für 2. bis 4. Jahrgangsstufe
Themen: Freundschaft und Zusammenhalt, Vorurteile, Ausgrenzung, Außenseiter, Toleranz, Miteinander leben, Ziele und Träume, Selbstbewusstsein

Célestine ist eine gescheite kleine Maus, die gern zeichnet und ihre Zunge selten im Zaum halten kann. Ernest hingegen ist ein großer, brummiger Bär mit einer arttypischen Schwäche für Süßigkeiten, als Clown und Musiker aber alles andere als konventionell. Mäuse wie Célestine wachsen mit Schauergeschichten über Bären auf, und Bären wie Ernest wollen angeblich ganz genau wissen, wie schlimm doch die Mäuse sind. Das war schon immer so, daran soll sich auch nichts ändern. Bis Célestine zufällig Ernest begegnet und sie Freunde werden. Von beiden Seiten verfolgt, muss sich das ungleiche Paar der bestehenden Ordnung entgegenstemmen. Eine Freundschaftsgeschichte ganz besonderer Art, die Vorurteilen keine Chance lässt und gestalterisch durch die im Zeichentrick ungewöhnliche Aquarelltechnik besticht!

Regie: Peter Cattaneo
empfohlen für 4. bis 6. Jahrgangsstufe
Themen: Familien- und Geschwisterbeziehungen, Außenseiter, Imagination, Fantasiefreunde, Solidarität, Konfliktbewältigung, Träume, Vertrauen, Erwachsenwerden, Recht und Gerechtigkeit, Australien

Im südaustralischen Coober Pedy träumen alle davon, mit Opalen reich zu werden. Für Kinder aber ist es absolut kein traumhafter Ort. In Ermangelung anderer Spielgefährten hat sich die 9-jährige Kellyanne zwei imaginäre Freunde an ihre Seite geholt: Pobby und Dingan. Der Tisch bei den Williamsons wird also für sechs und nicht nur für vier Personen gedeckt – die Familie fügt sich durchaus Kellyannes Einbildungskraft. Schlimm wird es, als Pobby und Dingan bei einem Ausflug in die Opalmine verschwinden und trotz intensivster Suche nicht wiedergefunden werden. Den Verlust der beiden erträgt Kellyanne nicht und wird schwer krank. Erst ihr Bruder Ashmol erkennt, dass er sich ganz auf Kellyannes Sichtweise einlassen muss, um sie ins Leben zurückzuholen. Eine herausfordernde Geschichte von großer emotionaler Kraft, die zugleich Einblicke in eine unbekannte Lebenswelt eröffnet.

Regie: Niels Arden Oplev
empfohlen für 5. bis 8. Jahrgangsstufe
Themen: Schwerpunkt Partizipation, Gerechtigkeit, Zivilcourage, Identitätsfindung, Vorbilder, Vorurteile, Überzeugungen, Toleranz, Martin Luther King, 1968, Generationenkonflikte, filmisches Erzählen (Konflikt, Antagonist, Figurencharakterisierung, Figurenentwicklungen, Konfliktlösungen)

In der dänischen Provinz ist Ende der 1960er ein Fernseher noch etwas ziemlich Neues. Er bringt, wie der 13-jährige Frits es erlebt, die Welt nach Hause und trägt einen mit Träumen ganz weit weg. Besonders angetan haben es ihm die Nachrichten aus den USA. Er sieht die großen Anti-Vietnamkriegsdemos, das Aufbegehren gegen Unterdrückung und Rassendiskriminierung. Vor allem aber ist er begeistert von der prophetischen Rede Martin Luther Kings und dessen Vision von einer besseren Welt:»I have a dream«. Nach den Ferien kommt Frits auf eine höhere Schule und wird dort mit einem äußerst autoritären, prügelstrafenden Direktor konfrontiert. Frits rebelliert und sieht seinen Mut auf eine harte Probe gestellt. Im Protest gegen überholte Erziehungsmethoden sind aber auch Eltern, Mitschüler und Lehrer gezwungen, ihre Ansichten zu überprüfen und ihre Verhaltensweisen zu verändern. Ein starkes Plädoyer für Gerechtigkeit und Zivilcourage!

Regie: Haifaa Al Mansour
empfohlen für 5. bis 9. Jahrgangsstufe
Themen: Schwerpunkt Partizipation, andere Kulturen, Islam, Werte, Traditionen, Diskriminierung, Verbote, Geschlechterrollen, Emanzipation, Rollenbilder, Familienbeziehungen, Freundschaft, Vertrauen, Solidarität

Die 11-jährige Wadjda lebt in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad und stößt sich immer wieder an den religiösen und moralischen Vorschriften . Das selbstbewusste Mädchen hat sich Unmögliches in den Kopf gesetzt: Sie möchte ein Fahrrad und mit dem Nachbarjungen Abdullah um die Wette fahren. Erstens aber fehlt ihr das Geld für den Radkauf – und zweitens dürfen Mädchen und Frauen in ihrer Heimat gar nicht radfahren. Doch dann bietet ihre ein Koran-Rezitationswettbewerb in der Schule eine unerwartete Chance. Als sie tatsächlich gewinnt, wird sie ihre so schwer verdienten Rial aber nicht für den Kauf eines Rades ausgeben dürfen. Das einfühlsame Porträt eines starken, selbstbewussten Mädchens mit aufschlussreichen Einblicken in Land und Gesellschaft.

Regie: Nic Balthazar
empfohlen für 8. bis 12./13. Jahrgangsstufe
Themen: Außenseiter, Vorurteile, Toleranz, Behinderungen, Autismus (Asperger-Syndrom), Isolation, Kommunikation, Computerspiele, virtuelle Welten, Mobbing, Selbstmord, Identitätssuche, Familienbeziehungen, Freundschaft, Selbstvertrauen, Pädagogik, Schule, Inklusion

Im Online-Rollenspiel »Archlord« ist er auf höchstem Level der Ritter Ben X – allen Gefahren trotzend und von der schönen Scarlite bewundert. Im wahren Leben wird der 17-Jährige von seinen Mitschülern verspottet, gedemütigt, drangsaliert. Die Marter setzt sich in den Unterrichtspausen fort und steigert sich von Tag zu Tag. Als Autist ist Ben seinen Peinigern hilf- und schutzlos ausgeliefert. Als er schließlich im wahrsten Sinne des Wortes bloßgestellt, dabei gefilmt wird und die erniedrigenden Bilder im Internet sieht, will er einen Schlussstrich ziehen: Game over! Doch dann möchte sich das Mädchen aus dem Cyberspace mit ihm treffen. Ein brisanter, filmisch innovativer Beitrag von großer Aktualität.


Redaktionell verantwortlich: Beate Völcker