Zitat Mai 2014

Zitat Mai 2014

Zitat Mai 2014

 

„Es gibt nur zwei Tage in deinem Leben, an denen du nichts ändern kannst. Der eine ist gestern und der andere ist morgen.“ (Dalai Lama)

 

Die häufigsten Fragen, die mir gestellt werden, sind: Warum machst du das alles? Warum engagierst du dich so für Andere? Meine Lieblingsfrage jedoch ist: Wann hast du denn mal Zeit für dich? Nun, es gibt keine dummen Fragen, nur würde ich diese Fragen niemals so stellen. Niemals.


Als ich im November 2013 zur Landesschülersprecherin gewählt wurde, war der erste Gedanke, den ich äußerte: „Oh. Mein Gott.“, nicht weil ich mich der Aufgabe nicht gewachsen gefühlt habe, sondern eher weil die Delegierten mir ihr Vertrauen ausgesprochen haben, sie zu vertreten. Für mich ist mein Engagement nichts besonderes. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich bin mir sicher, dass viele, die sich jahrelang für das Wohl der Allgemeinheit einsetzen, wissen was ich meine – dieses Gefühl, welches man nach einem absolvierten Projekt mit positiven Resonanzen hat: zu wissen, so kitschig es klingt, man hat die Welt ein bisschen besser gemacht.

Und das ist der Grund warum ich „das Alles“ mache, warum ich jede und jeden mitreißen möchte, sich für eine starke Demokratie – gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus einzusetzen, damit wir alle zusammen diese Welt ein Stückchen besser machen können. Das mag vielleicht idealistisch, einige sagen sogar unrealistisch, klingen, aber daran merkt man eben, dass ich jung bin: Ich habe den Glauben an eine bessere Welt nicht verloren. In der linken Szene gibt es einen Ausspruch, der häufig für Mobilisierungen genutzt wird und auch meine Intention widerspiegelt: „Du bist nur ein Wassertropfen, kannst nichts ändern hier auf Erden. Doch aus vielen Wassertropfen können Wasserfälle werden!“ Damit ich Teil eines Ganzen sein kann, engagiere ich mich seit Jahren. Während meines Abschlusses der 10. Klasse, jetzt bei meinem Abitur und auch im Studium wird sich das nicht großartig ändern. Es gibt nur einen Zeitpunkt, welcher der Richtige ist loszulegen: Jetzt.


Der Landesrat der Schülerinnen und Schüler Brandenburgs ist die einzige legitimierte Interessenvertretung der Schülerschaft Brandenburgs. Ich bedanke mich bei jedem Schüler und jeder Schülerin, der und die sich in der Schülervertretung engagiert, um uns – die, um die es eigentlich geht in der Jugend- und Bildungspolitik – zu vertreten und das Bestmögliche für uns zu erreichen. Es sind nämlich nicht die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die Expertinnen und Experten in Bildungsfragen sind, sondern wir sind es. Deswegen möchte ich zum Abschluss Georg Heyn, ein Kollege aus dem Landesschülerrat Sachsen, zitieren, welcher sagte: „Jugend ist nicht nur die Zukunft. Sie ist die Gegenwart.“ Und deswegen ist die Frage: „Wann hast du mal Zeit für dich?“, auch überflüssig, weil jeder Keimling einmal Früchte tragen wird. Er muss nur gut gepflegt werden, mit Fürsorge, Geduld und eisernem Willen, dann ist die Veränderung zum Besseren nämlich keine Utopie mehr. Dann ist sie realistisch.

Josephin Bär

ist seit November 2013 Sprecherin des Landesschülerrates des Landes Brandenburg. Zurzeit macht sie ihr Abitur am Friedlieb-Ferdinand-Runge-Gymnasium in Oranienburg.

 

Redaktionell verantwortlich: Ralf Dietrich, LISUM