Zitat Mai 2011

Zitat Mai 2011

Zitat Mai 2011

"Lang ist der Weg durch Lehren, kurz und wirksam durch Beispiele."
M. L. A. Seneca (Römischer Rhetoriker und Schriftsteller, 54 v. Chr. bis 39 n. Chr.)

Dieses Zitat begleitet mich oft, sei es als Erinnerung aus meiner Kindheit, in meiner Familie oder beruflich.

So gab es immer wieder Aha-Erlebnisse, die mir noch sehr gegenwärtig sind. Zum Beispiel der Verdrängungseffekt in der Badewanne nach Archimedes, den auch ich als Kind praktisch erprobt und für immer verinnerlicht habe. Ebenso ein Test mit unterschiedlichen Tomatensorten während der Studienzeit, der mir die sensorische Wahrnehmung und Geschmacksvielfalt unserer Lebensmittel besser als jedes Lehrbuch verdeutlichte.

Auch bei meinen Kindern sehe ich nahezu täglich, wie wirksam das gemeinsame Erleben/Vorleben im Vergleich zu bloßer Kritik oder strengen Vorgaben ist. So bewirkte der von und für alle Familienmitglieder eingeforderte "Probierklecks" schon oft Erstaunen, über tatsächlich wechselnde Geschmacksvorlieben und Vorurteile.

Während meiner derzeitigen Arbeit mit Schulen und Schulträgern ist mir die Wirkung von konkreten Beispielen in zweierlei Hinsicht besonders bewusst:
Einmal ist es die Vorbildwirkung beim Essen im Elternhaus und zunehmend bei der Verpflegung in der Schule. Dabei erleben die Kinder, wie man z.B. am Tisch miteinander umgeht, wie Obst- oder Gemüsesorten schmecken und welche Alternativen es zu traditionellen Fleischgerichten gibt. Da die Ernährungserziehung in der Familie aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen abnimmt, wird eine vorbildhafte Schulverpflegung und ergänzende Ernährungsbildung im Unterricht heutzutage immer wichtiger.

Ebenso sind konkrete Anwendungsbeispiele für die Entscheidungsträger der Schulverpflegung (Schulträger, Schulleiter, Schulkonferenzen) sehr hilfreich; wie beispielsweise Ausschreibungskataloge und Verträge mit den Essensanbietern, schulspezifische Verankerungsmodelle oder Subventionierungsmöglichkeiten.

Als Projektleiterin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg liegen mir deshalb neben der reinen Informationsvermittlung (z.B. Qualitätsstandards für die Schulverpflegung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung) besonders die Vernetzung der Akteure untereinander sowie die Weitergabe von Erfahrungen am Herzen. Konkrete Beispiele und Gespräche vor Ort sind dabei wirksame und unentbehrliche Begleiter geworden.

Dr. Maren Daenzer-Wiedmer
Projektleiterin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg

Redaktionell verantwortlich: Ralf Dietrich, LISUM