Zitat März 2017

Zitat März 2017

"Berlin gemeinsam gestalten. Solidarisch. Nachhaltig. Weltoffen." (Titel der Koalitionsvereinbarung für Berlin für die Legislaturperiode 2016-2021)

Auf der Suche nach einem Zitat ist mir immer wieder der Titel der Koalitionsvereinbarung für Berlin eingefallen: "Berlin gemeinsam gestalten. Solidarisch. Nachhaltig. Weltoffen."

Vor einem Jahr haben neun Jugendverbände, deren Mitglieder mehrheitlich junge Menschen mit (familiärem) Migrationshintergrund sind, den Jugendmigrationsbeirat Berlin (JMB Berlin) gegründet. Im JMB Berlin setzen wir uns für die soziale, politische und gesellschaftliche Gleichstellung aller jungen Menschen ein. Wir verstehen uns als Interessenvertretung und als Instrument direkter politischer Partizipation. 

Der Leitsatz der Koalitionsvereinbarung spiegelt also genau das wider, was wir als Verbände von der Berliner Landespolitik erwarten. Was wir als notwendig erachten, um eine Zukunft zu gestalten, in der alle mitgedacht werden. 

Der Gründung des Jugendmigrationsbeirats geht eine langjährige Zusammenarbeit der beteiligten Verbände voraus. Diese Zusammenarbeit bereichert unsere Arbeit in den jeweiligen eigenen Organisationen.  

Wir schätzen den Raum zum Erfahrungsaustausch und zur Diskussion. Wir setzen uns mit problematischen Strukturen auseinander und versuchen, gemeinsam neue Handlungsoptionen zu entwickeln. Die Solidarität zwischen den Verbänden ist die Grundlage unserer Zusammenarbeit im JMB Berlin. Als sogenannte Migrant_innenjugendselbstorganisationen (MJSO) leisten unsere Mitgliedsverbände mit ihrer alltäglichen Jugendarbeit einen stetigen Beitrag dafür, gleichberechtigte Partizipationsmöglichkeiten für alle jungen Menschen zu schaffen. Als Jugendverbände gelingt es uns, die Interessen junger Menschen zu sammeln und ihnen auch Gehör zu verschaffen. Insbesondere in Fällen von Diskriminierung und Ausgrenzung sind MJSO für Jugendliche mit (familiärem) Migrationshintergrund eine wichtige Anlaufstelle. 

In den letzten Jahren haben MSO und schließlich auch MJSO in Berlin an Anerkennung gewonnen. Der Landesbeirat für Integrations- und Migrationsfragen ist eine feste Instanz und hat bereits vor einigen Jahren mit dem Partizipations- und Integrationsgesetz eine gesetzliche Legitimation erhalten. Dass die Stimmen von M(J)SO in die Zielsetzungen der Landespolitik einfließen, zeigt sich ebenfalls in der aktuellen Koalitionsvereinbarung: Die Absicht, ein Landesantidiskriminierungsgesetz einzuführen, das vor allem auch die Möglichkeit der Verbandsklage beinhaltet, begrüßen wir - schließlich fordern insbesondere M(J)SO diese Einrichtung seit vielen Jahren. 

Berlin setzt sich aus vielen Geschichten, aus vielen Biografien zusammen. Berlin muss in seiner Gestaltung dieser Vielfalt gerecht werden, und darf die Individualität jedes_jeder Einzelnen nicht außer Acht lassen. Zivilgesellschaftliche Organisationen tragen dazu bei, dass unsere Stadt an Perspektiven gewinnt, dass diese Perspektiven sichtbar werden und so ermöglicht wird, die Zukunft aus verschiedenen Blickwinkeln zu entwickeln. Um Berlin gemeinsam zu gestalten, gilt es, für alle Menschen Räume zur Partizipation zu schaffen – unabhängig von Alter, ethnischer und sozialer Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Aufenthaltsstatus und Staatsbürger_innenschaft. Diese Räume zu schaffen, ist die Kernkompetenz zivilgesellschaftlicher Organisationen wie es Migrant_innenselbstorganisationen und Jugendverbände sind. 

Wir freuen uns über das Ziel, dass sich die Berliner Landesregierung gesetzt hat. Und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit. 

Volkan Yalcinkaya ist Mitglied im Sprecher_innenrat des Jugendmigrationsbeirats Berlin.

Redaktionell verantwortlich: Ralf Dietrich, LISUM