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European Education Policy Network

European Education Policy Network

Das LISUM ist seit dem 15.12.2018 Gründungsmitglied und arbeitet aktiv im European Education Policy Network (kurz EEPN, https://educationpolicynetwork.eu/), einem europaweiten Netzwerk relevanter Organisationen (Entscheidungsträger, Praktiker, Forscher und Interessengruppen) mit dem Ziel, die Zusammenarbeit, die Entwicklung sowie die Umsetzung von Strategien auf verschiedenen Governance-Ebenen zu fördern und damit die Politik der Europäischen Kommission in der Arbeit von Lehrkräften und Schulleitungen zu unterstützen.

Das Netzwerk baut auf bestehenden Aktivitäten auf europäischer Ebene auf, insbesondere auf Initiativen und Projekten, die durch Programme der Europäischen Union im Bildungsbereich unterstützt werden (beispielsweise EPNoSL, das LISUM war ebenfalls Mitglied von 2012 bis 2016). Der Koordinator des im Januar 2019 gestarteten 4-Jahres-Projekts ist die European School Heads Association (Europäische Schulleitervereinigung), ESHA. Dem Netzwerk gehören derzeit 29 Partner aus 18 Ländern an.

Weiterführende Informationen finden Sie auf den Seiten des EEPN. Die Empfehlungen des EEPN schaffen die Möglichkeit für die Politik und andere Interessent:innen, diese auf die verschiedenen nationalen, regionalen und institutionellen Rahmenbedingungen auszurichten verbunden mit einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Interessent:innen und beinhalten Beratungen innerhalb der einzelnen Ebenen.

Ansprechpartner: Abteilung 4, Bernd Jankofsky

Projekt im ersten Jahr

Das Thema des ersten Jahres des Projektes 2019 umfasste Politikempfehlungen zu beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten und professioneller Weiterentwicklung von Lehrkräften und schulischen Führungskräften. Das EEPN Netzwerk hat dazu sechs Empfehlungen entwickelt. Jede Empfehlung wird begründet und Beispiele werden angeführt, die von wissenschaftlichen Übersichten und Rückmeldungen aus dem EEPN Netzwerk, insbesondere der jährlichen Konferenz, stammen.

Das EEPN Netzwerk fordert die EU Institutionen, die EU Mitgliedsstaaten, nationale, regionale und kommunale Entscheidungsträger*innen dazu auf:

  1. Felder zu analysieren, die Menschen daran hindern, den Beruf der Lehrkraft oder der schulischen Führungskraft zu ergreifen sowie die Attraktivität des Berufs und damit die Motivation, den Beruf zu ergreifen, zu verbessern,
  2. für eine qualitativ hochwertige und inklusive Ausbildung, Berufseingangsphase und fortwährende berufliche Weiterentwicklung von Lehrkräften und schulischen Führungskräften als Recht einzutreten,
  3. gleichberechtigten Zugang und gleiche Chancen beim Zugang zum Beruf der Lehrkraft und der schulischen Führungskraft und zu beruflicher Weiterbildung, sowohl in der Berufseingangsphase wie auch in späteren Phasen sicherzustellen,
  4. ein ganzheitliches Verständnis von Schule und einedemokratische Schulkultur zu vertreten. Dabei soll ein demokratisches und kooperatives Führungsverständnis sichergestellt werden, bei dem ein Partizipationsverständnis aller schulischen Akteure (Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern, Lernende etc.) vorherrscht, um ein Rollenvorbild für demokratische und inklusive schulische Umgebungen zu schaffen,
  5. die professionelle Autonomie von Lehrkräften und schulischen Führungskräften zu unterstützen, damit sie die geeignetsten Lern- und Lehrmethoden wählen können,
  6. partnerschaftliche Zusammenarbeit und Kooperation zwischen den Bildungsinstitutionen der verschiedenen Sektoren und Ebenen mit den verschiedenen kommunalen und regionalen Akteuren zu stärken.  

Die Zusammenstellungen und die Diskussionen bei der Jahreskonferenz der EEPN haben deutlich gemacht, dass die Empfehlungen für die Schulsysteme relevant sind und für die jeweiligen Umstände und Systeme angepasst werden müssen. Diese Empfehlungen können dabei helfen, das Schulsystem weiterzuentwickeln, sowohl als Prozess von unten durch Schulen, Lehrkräfte, schulische Führungskräfte, Eltern, Schüler:innen, der Zivilgesellschaft etc. als auch als Prozess von oben durch die Institutionen der EU, der nationalen Ministerien, Schulleitungsvereinigungen, Bildungsgewerkschaften, Arbeitgeber im Bildungsbereich, Studierendenorganisationen etc.                       

Die detaillierten Empfehlungen sind unter folgendem Link zu finden: https://educationpolicynetwork.eu/policy-recommendations/year-one/.

Projekt im zweiten Jahr

Der Schwerpunkt des zweiten Projektjahres lag auf der Unterstützung von Schulleitung und Unterricht im digitalen Zeitalter, wobei die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Bildung berücksichtigt wurden. Das EEPN Netzwerk hat zwölf Empfehlungen zu politischen Handlungsfeldern 2021 in Bezug auf neue Rollen und Kompetenzen für Lehrkräfte und schulische Führungskräfte im digitalen Zeitalter entwickelt.

Das EEPN Netzwerk fordert die EU Institutionen, die EU Mitgliedsstaaten, nationale, regionale und kommunale Entscheidungsträger:innen dazu auf:

  1. für die Vorteile und Herausforderungen des Einsatzes digitaler Technologien in allen Bereichen der Bildung, des Bildungsmanagements und der Schulleitung zu sensibilisieren,
  2. nachhaltige Investitionen in die digitale Infrastruktur der Schulen und in die Ausbildung und ständige berufliche Weiterbildung von Lehrern, Schulleitern und pädagogischem Hilfspersonal zu gewährleisten,
  3. nachhaltige öffentliche Investitionen zur Förderung der Entwicklung einer aktiven Bürgerschaft, der Medienkompetenz, der digitalen Kompetenz und des kritischen Denkens von Lehrern, Schulleitern und Schülern zu unterstützen,
  4. für Fragen des Datenschutzes, der Desinformation, der geistigen Rechte an geistigem Eigentum und Cyber-Gewalt zu sensibilisieren,
  5. den gleichberechtigten Zugang zu hochwertiger und kostenloser beruflicher Fortbildung Schulleitern, Lehrern, pädagogischem Personal und Lehrerausbildern zu gewährleisten,
  6. die Entwicklung und Aktualisierung der Erstausbildung von Lehrern, Schulleitern und Lehrerausbildern zu fördern,
  7. die Entwicklung digital reifer Schulen als unterstützende Lern- und Arbeitsumgebungen für alle schulischen Akteure zu priorisieren,
  8. der sozio-digitalen Kluft entgegenwirken, indem eine integrative Nutzung digitaler Technologien in Übereinstimmung mit den Lehrplan- und Bildungsbedürfnissen der Schüler gewährleistet wird und gleicher Zugang und gleiche Chancen für alle Schüler in ganz Europa zu digitalen Werkzeugen, Instrumenten, Programmen und Plattformen,  
  9. Förderung des Einsatzes digitaler Technologien zur Unterstützung einer kooperativen Schulführung und Beteiligung der Schule an umfassenderen Gemeinschaftspartnerschaften,
  10. Streben nach demokratischer Governance und aktiver Beteiligung auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene bereits in den frühen Phasen des Entscheidungsprozesses,
  11. ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Einsatz digitaler Technologien und dem persönlichen Bildungsangebot zu gewährleisten,
  12. die Forschung zu den Risiken und Vorteilen der Digitalisierung in allen Bereichen der Bildung zu fördern, mit den Erfahrungen von Bildungsbehörden, Schulleitern, Lehrern, Schülern und Eltern zu verbinden und wirksame digitale Pädagogik mit ihrer aktiven Beteiligung zu unterstützen.

Die detaillierten Empfehlungen sind unter folgendem Link zu finden: https://educationpolicynetwork.eu/policy-recommendations/year-two/.