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Cottbus

Cottbus

Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. - Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus

Das "Königliche Centralgefängnis Cottbus" wurde am 1. April 1860 eröffnet und war ursprünglich für 200 männliche und 50 weibliche Gefangene ausgelegt. Ab dem Jahr 1930 nutzte es die Justizverwaltung als Jugendgefängnis, ab als Männer- und Frauengefängnis und ab 1939 als Frauenzuchthaus des Kammergerichtsbezirks Berlin.

Unter nationalsozialistischer Herrschaft waren im Frauenzuchthaus Cottbus zahlreiche Frauen aus politischen Gründen inhaftiert, darunter Sorbinnen/Wendinnen, sogenannte "Rundfunkverbrecherinnen" und "Nacht-und-Nebel-Gefangene", Zeuginnen Jehovas sowie kommunistische Widerstandskämpferinnen und Frauen aus dem Umfeld der Widerstandsgruppen "Weiße Rose" und "Rote Kapelle".

Nach der weitgehenden Zerstörung am Ende des Krieges und dem Wiederaufbau unterstand die Haftanstalt vorübergehend der brandenburgischen Justiz, bevor sie 1951 durch das DDR-Innenministerium übernommen wurde. Ab diesem Zeitpunkt bis zum Mauerfall verbüßten hier mehrheitlich politische Häftlinge ihre Haftstrafen. Die meisten von ihnen waren für "Republikflucht" oder "staatsfeindliche Hetze" verurteilt worden. Tausende dieser politischen Gefangenen gelangten durch den Häftlingsfreikauf von Cottbus über Karl-Marx-Stadt in die Bundesrepublik.

Angebote für Schülerinnen und Schüler

Als außerschulischer Lernort mit zweifacher Vergangenheit (Nationalsozialismus/DDR) bietet die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus beste Voraussetzungen, um das historisch-politische Interesse jugendlicher Besucher zu wecken und zu fördern.

Im Mittelpunkt der Bildungsarbeit stehen die Herrschaftsmechanismen des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur und der repressive Umgang mit politischen Gegnern unter Missachtung der Menschenrechte.

Diese Themen erschließen sich durch die Beschäftigung mit dem historischen Ort, mit Text- und Sachquellen sowie – für die Zeit der SED-Diktatur – durch vor- und nachbereitete Begegnungen mit Zeitzeugen. In Führungen und Gesprächen lernen Besucher die Geschichten ehemals politisch Inhaftierter kennen. Dabei werden deren Biografien nie isoliert betrachtet, sondern in Bezug zum zeithistorischen Kontext gesetzt. Auch gegenwärtige politische Verfolgung und Ausgrenzung von Minderheiten, Demokratie, Partizipation und Rechtsstaatlichkeit sind Themen der politischen Bildungsarbeit.

Die pädagogische Arbeit in der Gedenkstätte ist teilnehmer- und handlungsorientiert. Neben der Ortserkundung und Oral History gibt es die Möglichkeit forschenden und entdeckenden Lernens unter Einbeziehung kreativer Methoden. Erlebnispädagogische Elemente bieten besonders jüngeren Teilnehmenden die Möglichkeit einer alternativen Annäherung an die schwierigen Themen einer Justizgedenkstätte.

Kontakt

Cornelia Brade - Gedenkstättenlehrerin Menschenrechtszentrum Cottbus

E-Mail: cornelia.brade@~@sportschule-cottbus.eu

Johannes Näder - Bildungsreferent Menschenrechtszentrum Cottbus

E- Mail: johannes.naeder@~@menschenrechtszentrum-cottbus.de

Telefon: +49 (0) 355 290 133 15

Fax:       +49 (0) 355 290 133 33

 

 

Redaktionell verantwortlich: Ralf Dietrich, LISUM