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Unterrichtsmaterial und Arbeitsblätter

Unterrichtsmaterial und Arbeitsblätter

Praxis Filmbildung

  • In der Begleitpublikation werden alle Filme vorgestellt, besprochen und durch methodische Vorschläge für die Filmbildung ergänzt.
     
  • Arbeitsblätter finden Sie auf dieser Seite auch in der Farbvariante zum Download.

Arbeitsblätter

Methodisch-didaktischer Kommentar - Das Filmerleben im Fokus

Zweifelsohne ist es ein zentraler Teil der Filmbildung, sich mit der Sprache und "Grammatik" von Filmen auseinanderzusetzen und zu lernen, wie man Filme analysiert. Doch vor einer Filmanalyse steht zunächst einmal das subjektive, sinnliche, unmittelbare Filmerleben. Wenn das Kino bisweilen als "große Emotionsmaschine" bezeichnet wird, verweist dieser Ausdruck darauf, dass Filmen (nicht nur, aber besonders auf der großer Leinwand) die Fähigkeit zugesprochen wird, starke Gefühle auszulösen.

Die Arbeitsblattreihe "Ganz großes Gefühlskino – Filmerlebnisse reflektieren" rückt das emotionale Filmerleben und die jeweils subjektiven Filmwahrnehmungen der Schülerinnen und Schüler in den Fokus und versteht sich damit als Ergänzung zu Reflexionsbögen oder Methoden, die stärker die Kognition ansprechen und eine analytische Herangehensweise an den gesehenen Film fördern. Dabei bauen die Arbeitsblätter der Reihe nicht aufeinander auf, sondern bieten verschiedene Zugänge.

Die Aufgaben laden zugleich zu einer Reflexion darüber ein, dass ein Film immer "im Auge des Betrachtenden" entsteht und ein und derselbe Film auf verschiedene Menschen sehr unterschiedlich wirken kann. Die Schülerinnen und Schüler werden dazu angehalten, die unterschiedlichen Perspektiven auf den Film nicht als "richtig" oder "falsch" zu beurteilen, sondern als Ausdruck des subjektiven Empfindens anzuerkennen und sich in einer Gruppendiskussion darüber Gedanken zu machen, wie sich diese unterschiedlichen Wahrnehmungen erklären lassen – etwa durch verschiedene persönliche Erfahrungen, unterschiedliches Weltwissen, verschiedene Einstellungen oder auch unterschiedliches Filmwissen.

Die methodischen Vorschläge unterscheiden sich dabei im Grad der Anforderungen sowie darin, ob sie sich primär sprachlicher oder bildlicher Ausdrucksweise bedienen; dadurch empfehlen sie sich für unterschiedliche Fächer.

Ausgehend von den Emotionen und Wahrnehmungen, die von den Schülerinnen und Schülern thematisiert werden, kann in einem nächsten Schritt nach dem Zusammenspiel von subjektiven Filmerleben und der "objektiven Filmgestaltung" gefragt werden: Welche filmischen Mittel können die Schülerinnen und Schüler in Bezug zu ihrem emotionalen Erleben setzen? Durch welche formale Gestaltung wurde eine bestimmte Emotion verstärkt, erzeugt – oder gebrochen? So wird das subjektive Filmerleben als "Sprungbrett" für die filmanalytische Beschäftigung genutzt.

Die Arbeitsblätter (AB) "Ein Gedicht von einem Film!" liegen in verschiedenen Varianten vor und laden die Schülerinnen und Schüler dazu ein, ihrem Erleben und ihrer Wahrnehmung des Films in einem Gedicht Ausdruck zu verleihen.

Die Aufgabe an sich eignet sich für Lernende der Niveaustufe B und wird dann von der Lehrkraft erklärt, wofür die Hinweise der Arbeitsblätter genutzt werden können. Sollen sich die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe selbst mit Hilfe der Arbeitsblätter erschließen, erfordern diese einen Stand auf Niveaustufe C bzw. D.

Die vereinfachte Variante des Leistengedichts / Akrostichons (ohne Versform) und das Elfchen ermöglichen einen niedrigschwelligen Einstieg ins kreative Schreiben, da weder Reimschema noch Versmaß beachtet werden müssen und auch die Syntax eine untergeordnete Rolle spielt. So können selbst Sprachlernende mit noch kleinem Wortschatz ein erstes, einfaches Gedicht verfassen. Niedrigschwellig ist die Aufgabe auch dadurch, dass es keine „falschen“ Ergebnisse gibt. Die Schülerinnen und Schüler müssen in ihren Gedichten weder den Inhalt des Films zusammenfassen noch einen vorgegebenen Gestaltungsaspekt analysieren; im Mittelpunkt steht die Anerkennung ihrer subjektiven Zugangsweise zum Film.

Für Fortgeschrittene kann die Herausforderung durch verschiedene Variations-möglichkeiten gesteigert werden. So ist es beim Elfchen oft üblich, dass verschiedene Regeln für die Inhalte der einzelnen Zeilen vorgegeben werden. Alternativ kann man die Schülerinnen und Schüler auch dazu anregen, das Gedicht aus der Perspektive einer bestimmten Figur zu schreiben oder sich auf eine ganz bestimmte Szene zu beziehen. Beim Vortrag der Gedichte können die anderen Schülerinnen und Schüler versuchen zu erschließen, um welche Szene oder welche Figur es sich handelt und sich dazu äußern, ob sie die Szene oder Figur ähnlich oder anders wahrgenommen haben.

Neben dem Vortrag einzelner Gedichte können auch andere Methoden zur Präsentation genutzt werden, etwa der Galerierundgang. Ein abschließender Vergleich der entstandenen Werke lädt dazu ein, interessante Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammenzutragen und zu diskutieren: Wie sehr und worin unterscheiden sich die Gedichte? Welche Elemente kamen in vielen Gedichten vor, welche in fast keinen? Welche Gründe könnte es für diese Gemeinsamkeiten und Unterschiede geben?

Arbeitsblätter

Ein Gedicht von einem Film - Arbeitsblatt 1.0 - einfache Vorlage für ein Elfchen
Ein Gedicht von einem Film - Arbeitsblatt 1.1 - Leistengedicht (einfache Variante)
Ein Gedicht von einem Film - Arbeitsblatt 1.2 - Leistengedicht
Ein Gedicht von einem Film - Arbeitsblatt 1.3 - Elfchen (ohne Regelvorgabe)
Ein Gedicht von einem Film - Arbeitsblatt 1.4 - Elfchen (Regelvorgaben Inhalt)
Ein Gedicht von einem Film - Arbeitsblatt 1.5 - Elfchen - Zusatzaufgabe für Elfchen-Fans

Die Gestaltung eines Moodboards ist zwar eng verwandt mit der Methode der Plakatgestaltung, betont aber bereits dem Namen nach den emotionaleren, subjektiven Zugang. Durch die Bezeichnung als Moodboard statt als "Stimmungsplakat" wird zudem der "Gefahr" entgegengewirkt, dass sich die Schülerinnen und Schüler bei der Gestaltung zu eng am tatsächlichen Filmplakat orientieren.

Die Aufgabe an sich eignet sich für Lernende der Niveaustufe B und wird dann von der Lehrkraft erklärt, wofür die Hinweise des Arbeitsblattes genutzt werden können. Sollen sich die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe selbst mit Hilfe des Arbeitsblattes erschließen, erfordert dies einen Stand auf Niveaustufe C bzw. D.

Als visuelle Repräsentation der eigenen Filmwahrnehmung eignet sich die Erstellung eines Moodboards auch für Schülerinnen und Schüler, die noch nicht gut schreiben oder sprechen können – oder grundsätzlich nichtsprachliche Ausdrucksweisen und Zugänge präferieren. Zudem können individuelle Fähigkeiten und Interessen (etwa eine zeichnerische Begabung oder ein besonderes Interesse an Grafikprogrammen) in der Wahl der konkreten Gestaltung zum Einsatz gebracht werden.

Der Lehrkraft bleibt freigestellt, die Art der Elemente und Materialien offen zu lassen oder einzuschränken. Das Basteln der Collage kann in Einzel- oder als Partnerarbeit erfolgen, als Hausaufgabe oder im Klassenraum. Bei einer Bearbeitung in der Schule müssen die Schülerinnen und Schüler sich entweder Bastelmaterialien von Zuhause mitbringen oder diese müssen bereitgestellt werden (Kartons als Unterlage, Zeitschriften zum Ausschneiden, Stifte und Farben zum Schreiben oder Malen, Stoffreste, Scheren und Klebstoff etc.).

Als Übergang zu einer klassisch filmanalytischen Aufgabe bietet es sich an, im Anschluss an die Diskussion über die verschiedenen Moodboards eine Analyse des Filmplakats vorzunehmen. Dabei können zunächst Gestaltungselemente heraus-gearbeitet werden, die auch in den Moodboards zum Einsatz kamen, um anschließend die Funktion des Plakats als Werbeträger in den Blick zu nehmen. Eine Anleitung zur Plakatanalyse findet sich beispielsweise im Methodenpool des Portals www.kinofenster.de.

Arbeitsblatt

Moodboard – Arbeitsblatt 2 - Dein Filmerlebnis auf einen Blick

Welcher dominierende Gefühlseindruck bei einem bestimmten Film zu erwarten ist, können wir oft schon der Genrezuordnung entnehmen: Von einer Komödie erwarten wir, zum Lachen gebracht zu werden, von einem Thriller eine besonders spannende Geschichte, für ein Melodrama packt man besser Taschentücher ein und wer sich nicht gern fürchtet, sollte Horrorfilme tunlichst meiden. In den seltensten Fällen dürfte ein Film jedoch nur eine einzige Emotion auslösen; gerade bei Kinderfilmen gehört es z. B. meist zum dramaturgischen Konzept, nach besonders spannenden Szenen für eine "emotionale Entlastung" zu sorgen, etwa durch den Auftritt eines lustigen Sidekicks.

Die Emoji-Kärtchen dieser Übung dienen als Anlass dazu, die Bandbreite der Emotionen zu thematisieren, die während einer Sichtung ausgelöst wurden. Ob der Ausdruck des jeweiligen Emojis so interpretiert wird, wie er auf der Rückseite der Karte bezeichnet wird, ist nicht entscheidend. Die Karten mit den unterschiedlichen Gesichtsausdrücken und den dazugehörigen Begriffen sollen letztlich dabei helfen, die bei der Filmsichtung durchlebten Gefühle differenzierter wahrzunehmen und zu beschreiben, und zu solch einer differenzierteren Beschreibung kann ebenso eine Diskussion über unterschiedliche Interpretationen ein und desselben Emojis oder unterschiedliche Wahrnehmungen einer Szene beitragen.

Die anschließende Frage danach, wodurch die jeweilige Emotion ausgelöst wurde, leitet die Reflexion darüber ein, ob die Wahrnehmung der jeweiligen Szene stärker durch die filmische Gestaltung, die eigenen Erfahrungen oder durch ein Zusammen-spiel objektiver und subjektiver Faktoren geprägt wurde.

Die Auseinandersetzung mit den Gefühlen, die ein Film hervorruft, kann ein Einstieg in die Filmerschließung sein, die sich weiterführend weiteren Aspekten zuwenden kann, wie der Besprechung zentraler Filmthemen, der Charakterisierung der Figuren oder spezifischen Fragen der filmischen Gestaltung.

Arbeitsblatt (mit zwei Varianten)

Arbeitsblatt 3 - Im Bannkreis der Emotionen und Emojis


Redaktionell verantwortlich: Beate Völcker