Zitat Dezember 2011

Zitat Dezember 2011

Zitat Dezember 2011

"Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."
(Albert Einstein in einem Brief an Carl Seelig vom 11. März 1952)

Dieses verbürgte Zitat Albert Einsteins habe ich vor langer Zeit in einer Zeitschrift gelesen. Es hat mich auf Grund seiner vordergründigen Einfachheit und des dahinter liegenden Ethos sofort fasziniert, drückt es doch aus meiner Sicht zwei wesentliche und charakteristische Wesenszüge des Wissenschaftlers und Menschen Einstein aus:

Dies ist eine tatsächliche und immerwährende Bereitschaft, die uns umgebenden Dinge täglich neu zu sehen und zu hinterfragen und dazu die Bescheidenheit eines großen Wissenschaftlers, der die Leistungen unzähliger Anderer vor ihm erkennt und respektiert und vor diesem Hintergrund seine eigene Leistung einordnen kann.

Dieses Zitat sollten alle kennen und verstehen, die sich in der Verantwortung sehen, unsere Kinder zu bilden: Es reicht nicht, prüfungsrelevante Fakten und Wissen anzuhäufen – diese sind einem schnellen Wandel von Wissenschaft und Technik unterworfen. Heute ist mehr denn je der Wille, Fragen zu stellen und die Fähigkeit, sich die Antworten selbst zu erarbeiten, Voraussetzung für den Erfolg im Leben und der Gesellschaft.

Genauso wichtig für unsere Kinder ist es herauszufinden, welche Rolle sie in der Gesellschaft spielen wollen, welche Begabungen sie weiterentwickeln wollen und können – und welche Möglichkeiten sich dazu bieten.

Das Beispiel Einsteins zeigt uns, welche Leistungen daraus entstehen können, wenn man sich seine Neugier bis ins Erwachsenenalter erhält. Unser Ziel muss daher sein, die angeborene Neugierde unserer Kinder entlang ihrer Schulkarriere zu erhalten und zu fördern.

Dazu gehört auch, den Blick über die Schule hinaus in Wissenschaft und Wirtschaft zuzulassen und Erfahrungen in diesem Umfeld zu ermöglichen: Auch Einstein war als Wissenschaftler nicht nur in der Grundlagenforschung tätig; zusammen mit Leo Szilard entwickelte er eine neuartige Kühlmittelpumpe ohne bewegliche Teile. Die Patente hierfür wurden u.a. an AEG und Electrolux verkauft. Einsteins Erfahrungen aus seiner Tätigkeit beim Schweizer Patentamt waren dabei sicher hilfreich.

Der Wohlstand unserer Gesellschaft und besonders der Hauptstadtregion basiert im Wesentlichen auf der Umsetzung von Wissen in konkurrenzfähige Produkte. Dafür benötigen wir gleichermaßen Menschen mit solidem naturwissenschaftlich-technischem Grundverständnis und spezialisierte MINT -Experten.

Aus diesem Grund setzen sich die TSB und viele Partner in der Region für das Lernen und Begreifen von Naturwissenschaft und Technik entlang der gesamten Bildungskette ein. Mit dem HELLEUM in Marzahn-Hellersdorf beginnt das Angebot in der Vorschule, TuWaS! erreicht bereits fast 100 Grundschulen der Stadt und ca. 30.000 Oberstufenschüler pro Jahr experimentieren am außerschulischen Lernort Schülerlabor im GenaU-Netzwerk. Diese Angebote müssen durch die Zusammenarbeit mit Politik, Wissenschaft und Wirtschaft verstetigt werden, um die positive Entwicklung der Region weiterzuführen.

Unser Ziel dabei ist: ALLE verstehen Wissenschaft und ihre Leistungen für unseren heutigen Wohlstand. EINIGE (und mehr als bisher) machen Naturwissenschaft und Technik zu ihrem Berufsziel. Und ein paar der Schüler aus Berlin und Brandenburg erzielen später einen Nobelpreis in ihrer Disziplin ...


Dr. Dieter Müller
Leiter des Bereichs „Bildung“ in der TSB Technologiestiftung Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Redaktionell verantwortlich: Ralf Dietrich, LISUM