Zum Inhalt springen

Zitat Februar 2020

"Die Schlange grinst: „Der Brötchenkorb ist leer.“
Und rezitiert – das mir! – aus altem Munde:
„Wer jetzt kein Brötchen hat, kriegt keines mehr.“" 

Thomas Gsella

In meiner langjährigen Tätigkeit als Lektor für die Bereiche Deutsch und Politik in einem Bildungsmedienverlag sind mir besonders die Lehrpläne der Region Berlin und Brandenburg vertraut, ebenso wie deren dahinter stehende – durch unsere Verfassung getragene – didaktische Konzeption. 
Ein Highlight sind für mich immer wieder die fruchtbaren Gespräche und Diskussionen mit den Berliner und Brandenburgischen Schulbuchautorinnen und -autoren – ebenso die Teamarbeit, durch die es erst möglich wird, die Inhalte der Lehrpläne in eine mediale Form zu bringen, die auch bei jungen Menschen ankommt und bei ihnen den Spaß am Lernen weckt.
Denn nur wer Freude an etwas empfindet, ist letztendlich dazu bereit, das eine sinnhaft und lebensbejahend mit dem anderen zu verknüpfen.

Die von mir zitierten Schlussverse aus dem pointierten und von fröhlicher Parodie getragenen Gedicht „Zwei Schlangen und ein Sonntagsbrötchenkauf“ verweisen auf (mein Lieblingsgedicht von) Rilke. Sie verdeutlichen, wie durch Sprache etwas in einer anderen Form weitergetragen wird.
Sie verdeutlichen auch, dass in Sprache jederzeit Überholtes in neuer Form versteckt werden kann, was dann Rezipienten unreflektiert aufnehmen und weitertragen, wenn sie nicht wissen, was inhaltlich eigentlich transportiert wird. Daher muss ein Bildungskanon sich dem entgegenstellen und gerade Heranwachsenden auch in Zukunft einen Schlüssel bieten, um sich sprachliche, kulturelle und politische Inhalte sinngemäß erschließen zu können.


Frank Ehrich ist Lektor und Redakteur in einem Hamburger Verlag für Bildungsmedien vor allem für berufsbildende Schulen.

 

 

 

Redaktionell verantwortlich: Ralf Dietrich, LISUM