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Empfehlungen für Online-Tools

Empfehlungen für Online-Tools

Als Unterstützungsleistung für Lehrkräfte werden auf dieser Seite Empfehlungen für niedrigschwellige Tools sowie für nützliche Informationsquellen zusammengetragen. Sie sollen eine Anregung insbesondere für diejenigen Lehrkräfte bilden, die bisher gar keine oder nur wenig Erfahrungen mit dem Einsatz von digitalen Anwendungen im Unterricht haben und auf kein Lernmanagement-System (z.B. Lernraum Berlin, Moodle oder SchulCloudBrandenburg) zurückgreifen können oder wollen. Der Fokus in der Auswahl liegt daher auf der Einfachheit der Werkzeuge. Die Aufstellung wird fortlaufend aktualisiert und ergänzt.

Auf dieser Seite:
Hinweise zum Datenschutz | Werkzeuge für Online-Zusammenarbeit (Kollaboration)Online-Dokumente & Cloud-LösungenVideokonferenzenTerminabstimmungen, Umfragen und FeedbackWissenvermittlung / Aufgabenerstellungen / ÜbungenNutzung von "Padlet"Weitere Werkzeugübersichten

Hinweise zum Datenschutz

Generell ist bei der Nutzung von digitalen Anwendungen immer die Schule die datenschutzrechtlich verantwortliche Stelle. Dies gilt selbst dann, wenn ein anderer Dienstleister die Datenverarbeitung durchführt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Schule die Rechtmäßigkeit der Datenverarbeitung sicherzustellen hat. Daher empfiehlt es sich vor jedem Einsatz einer digitalen Anwendung, die jeweilige Nutzung mit der Schulleitung und den Verantwortlichen für den Datenschutz der Schule abzuklären.

Bei der Auswahl von digitalen Anwendungen sollte die Einwilligung der Eltern bzw. einwilligungsfähiger Schüler*innen stets vorab eingeholt werden. Auch sollte die Nutzung freiwillig sein und Schüler*innen, die einer Verwendung nicht zustimmen wollen oder können, daraus keine Nachteile erwachsen. Zudem muss stets darauf geachtet werden, dass die Daten auf Servern gespeichert werden, die sich im Wirkungsbereich der Europäischen DSGVO befinden. Falls möglich, sollte ebenso eine Vereinbarung über die Auftragsverarbeitung abgeschlossen werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu wissen, dass sich Anbieter nach einem Urteil des EUGH nicht mehr auf das "Privacy Shield" berufen können. Die Nutzung von Diensten, welche Daten in die USA übertragen, wird deshalb im Schulkontext als höchst problematisch angesehen. Dies gilt insbesondere für die Anwendung "Padlet", die praktisch kaum noch im Schulunterricht eingesetzt werden kann (s. Hinweise zu Padlet ).

Kriterien für den Einsatz digitaler Lernplattformen
Die Berliner Beauftragte für den Datenschutz und Informationsfreiheit hat eine Liste von Kriterien für den datenschutzkonformen Einsatz von digitalen Lernplattformen durch Schulen veröffentlicht. Diese Liste kann dabei behilflich sein, die Zulässigkeit auch anderer digitaler Tools in analoger Weise für sich eigenständig abzuleiten. Eine Abstimmung mit den Datenschutzbeauftragten an der Schule oder im Schulamt sollte dennoch unbedingt erfolgen.

Die wichtigsten Kriterien1 hierbei sind:

  • freiwillge Nutzung der Anwendung (keine Nachteile bei Nicht-Nutzung)
  • Möglichkeit des Abschlusses eines Vertrags über eine Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO
  • Ausschluss der Nutzung von Daten zu eigenen Zwecken des Dienstleisters
  • Möglichkeit von pseudonymisierten Zugängen für Schüler*innen
  • Zugriff von Lehrkräften nur auf die personenbezogenen Daten der von ihnen unterrichteten Schüler*innen
  • Umsetzung einer regelmäßigen automatischen Löschung der Daten
  • Nutzung ausschließlich verschlüsselter Verbindungen
     
  • Link zum vollständigen Dokument: https://www.datenschutz-berlin.de/fileadmin/user_upload/pdf/orientierungshilfen/2020-BlnBDI-Lernplattformen_Hinweise.pdf

1Bei dieser Übersicht handelt es sich ausdrücklich um eine stark verkürzte Darstellung, die lediglich einen Überblick vermitteln soll. Die ausführlichen Anmerkungen des Dokuments sind unbedingt zu berücksichtigen.


    Leitfaden für die datenschutzkonforme Auswahl und Nutzung von Apps
    Das Dokument des Baden-Württembergischen Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport liefert Schulen Hilfestellungen für die Identifikation datenschutzkonformer Apps sowie um eine Nutzung entsprechend den gesetzlichen Vorgaben gewährleisten zu können.


    Datenschutzrechliche Bewertung ausgewählter Anwendungen
    Die Seite Datenschutz-Schule.Info von Dirk Thiede bietet Einschätzungen zur Datensicherheit von einer Reihe von digitalen Tools und untermauert diese mit jeweis ausführlichen Testberichten. Der behördliche Datenschutzbeauftragte für die Schulen im Kreis Olpe weist ausdrücklich darauf hin, dass seine Aussagen zum schulischen Datenschutz stets mit Fokus auf die Rechtslage in Nordrhein Westfalen erfolgen. Seine Ergebnisse sind daher für Lehrkräte in Berlin und Brandenburg nicht rechtlich bindend. Sie liefern dennoch hilfreiche Informationen für eine Abstimmung mit den örtlichen Datenschützer*innen.

    Derzeit stehen dort ein Datenschutz-Check für folgende Anwendungen bereit:


    FAQ zum Datenschutz in der Schule
    Eine umfangreiche Sammlung von Fragen-und-Antworten rund um das Thema Datenschutz in der Schule ist auf der Seite des Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz zu finden. Dort werden u.a nützliche Hinweise zum Datenschutz von Videokonferenzsystemen, von Clouddiensten oder von Social Media geliefert.


    Nützliche Vorlagen für Schulen
    Die regionalen Datenschutzbeauftragten für die Schulen in Berlin stellen auf einer zentralen Internetseite eine Reihe von Dokumenten, Blanko.Einwilligungserklärungen und Informationsschreiben zur Verfügung gestellt. Diese richten sich ausdrücklich an Schulleitungen und Lehrkräfte sowie für Datenschutzbeauftragten an Schulen.


    Werkzeuge für Online-Zusammenarbeit (Kollaboration)

    Etherpads – Gemeinsam schreiben

    Hierbei handelt es sich um ein Online-Dokument mit reduziertem Layout, an dem bis zu 15 Personen (oft auch mehr) gleichzeitig an einem Text arbeiten können (zeitlich versetzt praktisch beliebig viele). Es sind sowohl für das Anlegen als auch für das Arbeiten mit Etherpads keine Benutzerkonten oder Zugangsdaten nötig. Der Zugang zum Dokument wird einzig über einen Link geteilt.

    Neben der gemeinsamen Erarbeitung von Inhalten können Etherpads auch als Chatraum verwendet werden, wenn alle gleichzeitig online sind. Um die Teilnehmenden zu unterscheiden, sollten sie sich z. B. mit den Initialien "identifizieren".

    Etherpads können nicht nur von Lehrkräften angelegt und an ihre Schüler*innen verteilt werden, auch Schüler*innen können diese etwa in Lerngruppen selbst anlegen und nutzen.

    Links zu Anbietern:

    Aufgrund des aktuell hohen Bedarfs an Etherpads für Schulen, können einzelne Angebote (insbesondere das ZUMpad) zeitweise überlastet sein. Auch deswegen bietet das LISUM nun als Alternative ein eigenes Etherpad an: https://bbb3.bsbb.eu/

    Erläuterungen zum Tool:

    Wichtiger Hinweis:

    Da die Seiten jeder lesen kann, der den Link kennt, dürfen dort keine personenbezogenen Daten eingestellt werden (Namen, Adressen, Telefonnummern usw.)

    ONCOO.de – Online kooperieren

    Mit diesem Werkzeug können verschieden Formate des kooperativen Lernens schnell digital umgesetzt oder unterstützt werden. Das Format "Kartenabfrage" unterstützt das Sammeln und Ordnen von Ideen, während die "Zielscheibe" hilft, Feedback einzuholen oder einen Prozess zu bewerten. Es lässt sich im Präsenzunterricht, aber auch im Online-Unterricht einsetzen.

    Der Zugang zur jeweiligen Oberfläche wird über einen Code vergeben, der bei der Erstellung eines neuen Boards automatisch generiert wird. Die Lehrkraft hat den Zugang zur Hauptoberfläche, während die Lernenden ihre Beiträge online erstellen. Das Werkzeug ist ohne Einrichtung per Browser nutzbar.

    Links zum Anbieter:

    Erläuterungen zum Tool:

    Flinga – Collaborative Thinking

    Die finnische Anwendung bietet eine Oberfläche für Zusammenarbeit und Abstimmung, die in verschiedenen Modi verwendet werden kann. In allen Fällen ist es möglich, auf der Oberfläche Texte, Links und Bilder zu platzieren und nach verschiedenen Voreinstellungen ordnen zu lassen. Daher eignet sie sich hervorragend zum Zusammentragen von Ideen und Beiträgen, die sich anschließend leicht miteinander verknüpfen und in eine Mindmap überführen lassen. Die Anwendung ist zudem für kollaboratives Arbeiten geeignet, da sich die Oberflächen teilen und gemeinschaftlich bearbeiten lassen. Darüber hinaus ist es möglich, bereits vorhandene Einträge zu bewerten.

    In der browserbasierten Anwendung ist für das Anlegen einer neuen Oberfläche eine kostenlose Registrierung nötig. Das Mitgestalten und Bewerten ist auch ohne Konto über einen Sitzungs-Code oder einen QR-Code möglich. Obwohl das Tool grundsätzlich datensparsam programmiert ist, sind die Dienste von Google-Analytics eingebunden. Bei der Nutzung der Anwendung auf eigenen Endgeräten sollte zuvor der Zugriff von Google-Analytics unterdrückt bzw. deaktivert werden.

    Link zum Anbieter:

    Erläuterungen zum Tool:

    Pinnet – Datensparsame, digitale Pinnwand

    Auf der digitalen Pinnwand lassen sich Ideen, Beiträge und Links digital sammeln. Die Wand kann dabei zusammen mit anderen nicht nur eingesehen, sondern gemeinsam und kollaborativ befüllt werden. Veröffentlichte Beiträge lassen sich zudem kommentieren und bewerten. Die dahinterliegende Programmierung setzt gemäß eigener Aussage ausdrücklich auf Datensparsamkeit und verarbeitet daher ausschließlich notwendige Daten, die auf einem deutschen Server gespeichert werden.

    Für die Nutzung von Pinnet ist keine personifizierte Anmeldung notwendig und die IP-Adressen werden pseudonymisiert. Zusammen mit einer transparenten Darstellung der verarbeiteten Daten bietet diese Anwendung wichtige Grundbedingungen, um datenschutzkonform im Unterricht eingesetzt werden zu können.

    Laut Tim Schrock, dem Berliner Betreiber des Pinnwand-Systems, ging die Anwendung in einer frühen Version in den Betrieb, um während der Corona-Pandemie nutzbar zu sein. Diese umfasst jedoch noch nicht alle geplanten Funktionalitäten. Perspektivisch sollen mehr Gestaltungsmöglichkeiten inklusive Uploads von Bildern und Fotos sowie ein manuelles Umgestalten der Notizen möglich sein.

    Selbst in der vorliegenden Version stellt es eine nutzbare datenschutzkonforme Alternative zur Anwendung Padlet dar, die jüngst als datenschutzrechtlich problematisch eingeschätzt wurde (s. unten).

    Link zum Anbieter:

    Erläuterungen zum Tool:

    Ideen-Sammlung von Lerntools

    Die Ideen-Sammlung funktioniert wie eine digitale Pinnwand. Sie besteht aus einer Anzahl von Karten, die jeweils mehrere Inhalte aufnehmen können. Ein Inhalt kann ein Text, ein Bild oder auch ein Link sein. Zudem gibt es die Möglichkeit des Datei-Uploads. Bei einer maximalen Dateigröße von 5 MB wird der Upload von Bildern, Musik, Videos und PDF-Dateien unterstützt. Auf der Oberfläche können gleichzeitig mehrere Personen arbeiten, die Änderungen werden dabei automatisch und (fast) ohne Verzögerung synchronisiert.

    Wird eine Sammlung über einen öffentlichen Link geteilt, sind alle enthaltenen Eingaben für alle Personen, die Zugriff auf diesen Link besitzen möglich. Die Zugriffsrechte lassen sich beim Erstellen einer Sammlung anpassen. Eine Registrierung ist nur für die Ersteller:innen einer Sammlung erforderlich.

    Die Ideen-Sammlung stammt von lerntools.org, einer in Deutschland entwickelten Sammlung browserbasierter Web-Anwendungen. Lerntools wurde von Lehrenden für den Schulunterricht entwickelt. Die Programmierung setzt nach eigener Aussage ausdrücklich auf Datensparsamkeit und verarbeitet daher ausschließlich notwendige Daten. Die Software kann unter https://www.lerntools.org getestet werden. Die dortigen Daten werden nur auf einem deutschen Server gespeichert. Für den produktiven Einsatz sollte die Software selbst gehostet werden bzw. eine Instanz angemietet werden. Interessierte können sich an der Weiterentwicklung beteiligen: https://codeberg.org/lerntools/base.

    Das Tool stellt eine nutzbare datenschutzkonforme Alternative zur Anwendung Padlet dar, die jüngst als datenschutzrechtlich problematisch eingeschätzt wurde (s. unten).

    Link zum Anbieter:

    Erläuterungen zum Tool:


    Online-Dokumente & Cloud-Lösungen

    Cryptpad – Datenschutzkonforme Office-Suite & Cloud

    Die Open-Source-Software bietet datenschutzkonforme Alternativen zu Office- und Clouddiensten (wie Microsoft 365 oder Google Drive) an. Hierfür stehen verschiedene kostenlose Office-Anwendungen wie Textdokumente, Tabellenkalkulationen oder Präsentationssoftware zur Verfügung, die ohne Anmeldung im Browser allein oder von mehreren Personen gleichzeitig bearbeitet werden können. Zum Portfolio gehört ebenso ein Whiteboard sowie das Projektmanagementtool Kanban, das sich mit etwas Kreativität auch als digitale Pinnwand nutzen lässt.

    Das französische Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, größtmöglichen Datenschutz zu gewährleisten. Daher sind alle Dokumente verschlüsselt und das gleichzeitige und gemeinsame Bearbeiten ist grundsätztlich auch ohne Registrierung möglich. Wer sich aber registrieren lässt, erhält zusätzlich einen Zugriff auf einen eigenen Online-Speicher im Umfang von 1GB, auf dem sowohl die erstellen Dokumente archiviert als auch eigene Dateien und Dokumente abgelegt werden können. Auch ist dann das Anlegen von Teams sowie ein individualisiertes Teilen von Dateien möglich. Eine solche Registrierung ist kostenfrei und der Umgang mit den hinterlegten Daten erfüllt selbst strengste Datenschutzrichtlinien.

    Link zum Anbieter:

    Erläuterungen zum Tool:

    Nextcloud – Sicherer Online-Speicher

    Viele Anbieter wie Dropbox sind aus datenschutzrechtlichen Gründen für den Einsatz in der Schule nicht zulässig. Eine sichere Möglichkeit bietet die Installation und der Betrieb einer eigenen Cloud auf dem eigenen Schulserver. Der Anbieter Nextcloud stellt dafür eine leicht installierbare Open-Source-Software kostenlos zur Verfügung. Diese muss auf dem eigenen oder einem angemieteten Server installiert werden. Dies sollte idealerweise der/die Administrator*in vornehmen. Oft können programmierversierte Eltern bei der Installation unterstützen.

    Eine Cloud ist ein Speicher, der über das Internet und damit von überall erreichbar ist. So lassen sich auf der Cloud Daten, Materialien, Bilder, Videos, Arbeitsblätter und vieles mehr dort einmal zentral ablegen, die dann von den Schüler*innen einfach heruntergeladen werden. Gleichzeitig kann eine Cloud auch für das Hochladen von Arbeitsergebnissen genutzt werden. Das Hin- und Herschicken von Dokumenten und Aufgaben per Mail kann damit entfallen.

    Nextcloud bietet mit der Erweiterung "Collabora" zudem eine Reihe von Microsoft-Office-ähnlichen Programmen, mit denen Texte, Tabellen und Präsentationen gemeinsam bearbeitet werden können. Diese Lösung empfiehlt sich nur, wenn weder auf den Lernraum Berlin noch die Schul-Cloud Brandenburg zugegriffen werden kann oder soll.

    Für den Fall, dass Nextcloud nicht selbst installiert und betrieben werden kann, bieten einige Firmen die Zurverfügungstellung einer Cloud gegen Gebühren an. Die Kosten richten sich meist nach der Anzahl der Zugänge (also Anzahl der Schüler*innen, die sie nutzen sollen). Bei einer solchen Beauftragung ist der Standort des angebotenen Servers zu beachten. Dieser sollte sich in Deutschland befinden.

    Link zum Anbieter:

    Erläuterungen zum Tool:

    Für Brandenburger Schulen bietet die landeseigene Schulverwaltungssoftware WeBBschule ein einfaches Online-Dateiablagesystem an - die sogenannte WeBBcloud Brandenburg. Hier können Lehrkräfte Materialien einstellen, die dann von den Schüler*innen heruntergeladen werden können. Ein Hochladen von Arbeitsergebnissen seitens der Schüler*innen und ein gemeinsames Arbeiten an Dokumenten ist nicht möglich.

    Die WeBBcloud ist aus Sicht des Datenschutzes für den Einsatz in Schule und Unterricht zulässig. Der Zugriff auf die Dokumente ist über ein von der Schule vergebenes Passwort geschützt.

    Die Cloud von Google, die über das Paket "G Suite for Education" kostenlos und ohne besondere Installation nutzbar ist, läuft technisch stabil und ist äußerst verlässlich. Das macht ihren Einsatz auch für Menschen, die weniger Erfahrungen mit digitalen Anwendungen haben, sehr einfach. Das Paket umfasst zusätzlich Apps zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, Videokonferenz und den virtuellen Klassenraum "Google Classroom".

    Die Verwendung von Google-Produkten im Unterricht oder Schulkontext wird jedoch kontrovers diskutiert. In Berlin und Brandenburg arbeiten zwar einige Schulen erfolgreich mit den Anwendungen, derweil warnen jedoch viele Datenschützer*innen vor dieser Lösung, weil das amerikanische Unternehmen zu viele Daten aus der Nutzung erhebt und speichert. Hinzu kommt, dass jede Person für die Nutzung einen eigenen (durch die Schule erstellten) Google-Account benötigt.

    Um die Anwendungen von Google im Unterricht nutzen zu können, sollte mindestens mit dem Unternehmen ein Auftragsdatenverarbeitungsvertrag abgeschlossen werden. Zudem müssen die Accounts von den Schulen anonymisiert angelegt und verwaltet werden. Aus den Adressen dürfen keine Rückschlüsse auf die Schüler*innen dahinter möglich sein. In jedem Fall ist vorab das Einverständnis der Schüler*innen sowie der Erziehungsberechtigten einzuholen.

    Vor dem Einsatz von Google-Produkten ist dringlichst ein Gespräch mit den für die Schule zuständigen Datenschutzbeauftragten (in der Schule oder im Schulamt) anzuraten, damit diese das Verfahren ggf. unter Auflagen freigeben.

    Weitere Information:


    Werkzeuge für Videokonferenzen

    Jitsi & BigBlueButton – Einfache webbasierte Videokonferenztools

    Jitsi ist eine einfache Anwendung zur Einrichtung von Videokonferenzen, bei dem ein virtueller Meetingroom eröffnet wird und  weitere Teilnehmer*innen per Link (plus optional Passwort) eingeladen werden können. Ein Chat-Bereich, die Funktionen, den eigenen Bildschirm zu teilen sowie ein Etherpad zur gemeinsamen Textarbeit sind in die Anwendung bereits integriert.

    Ein vergleichbares Angebot stellt die Anwendung BigBlueButton dar, bei der es sich analog zu Jitsi um eine Open-Source-Software handelt, die einen ähnlichen Aufbau besitzt. Auch dort stehen in einem virtuellen Raum ein Board (ähnlich wie ein Etherpad) und eine Tafel zur Verfügung. Ein Unterschied besteht darin, dass hier Präsentationen hochgeladen werden können, wodurch das datenintensive Teilen des Bildschirms entfällt.

    Auch wenn die Anwendungssoftware Jitsi aus Sicht des Datenschutzes als sicher einzuschätzen ist, braucht sie immer einen Anbieter mit einem Server (also eine Plattform mit entsprechenden Zugängen), auf dem die Software läuft. Idealerweise kann die installierte Version auf einem eigenem Server betrieben werden. Dies stellt sie sicherste Variante dar, weil dann keine Daten von Dritten verarbeitet werden.

    Ist dies nicht möglich, muss auf öffentlich verfügbare Instanzen zurückgegriffen werden. Hierbei ist mindestens auf einen Serverstandort in Deutschland zu achten. Auch sind Anbieter zu bevorzugen, die ausdrücklich erklären, datenschutzkonform zu handeln. Liegt eine solche Vereinbarung/Erklärung nicht vor, müssen die verfügbaren Angaben im Einzelfall und individuell bewertet werden.

    In jedem Fall sollte vor einer Nutzung das Einverständnis von einem zuständigen Datenschutzbeauftragten eingeholt werden. Zudem ist das Anfertigen von Aufzeichnungen von Sitzungen nur zulässig, wenn alle Teilnehmenden (und ggf. deren Erziehungsberechtigten) einverstanden sind. Idealerweise ist diese von vornherein deaktiviert.

    Links zu einigen Anbietern mit deutschen Jitsi-Servern, die zusichern, datenschutzkonform zu arbeiten:

    Erläuterung zum Tool Jitsi:

    Virtuelles Klassenzimmer auf Basis von Jitsi
    Das Augsburger Unternehmen LimTec GmbH bietet Schulen mit meetzi eine Komplettlösung an, in der das Videokonferenztool Jitsi, ein Etherpad, ein Whiteboard sowie eine Möglichkeit des Datenaustauschs ermöglicht werden. Nach eigenen Anhaben stehen die Server in Deutschland und verzichten auf jegliche Tracker und unnötige Cookies. Außerdem wird ein Auftrag zur Auftragsverarbeitung gemäß Art. 28 DSGVO direkt zum Download angeboten.

    Die Nutzung ist grundsätzlich kostenlos und die Plattform trotzdem werbefrei. Für einen Mehrbetrag bietet das Unternehmen jedoch die Installation einer eigenen Instanz im gewünschten Design an.Link zum Anbieter: https://klassenzimmer.meetzi.de/

      Für die datenschutzrechtliche Einschätzung gelten dieselben Anmerkungen wie zu Jitis, denn auch bei BigBlueButton hängt die endgültige Bewertung vom genutzten Server ab. Dieser sollte in Deutschland stehen und die genutzte Instanz von einem Anbieter betrieben werden, der ein datenschutzkonformes Arbeiten zusichert.

      In jedem Fall sollte vor einer Nutzung der Anwendung ebenso das Einverständnis von einem zuständigen Datenschutzbeauftragten eingeholt werden. Zudem ist das Anfertigen von Aufzeichnungen von Sitzungen nur zulässig, wenn alle Teilnehmenden (und ggf. deren Erziehungsberechtigten) einverstanden sind. Idealerweise ist diese von vornherein deaktiviert.

      Links zu einigen Anbietern mit deutschen BigBlueButton-Servern, die zusichern, datenschutzkonform zu arbeiten:

      Erläuterungen zum Tool BigBlueButton:

      Die Anwendung BigBlueButton ist zudem durch das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in die Schul-Cloud Brandenburg integriert worden.

      Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg hat eine Reihe von Beiträgen und Hinweisen zum digitalen Lehren & Lernen zusammengestellt, Darunter befinden sich auch nützliche Tipps zum Einsatz von Videokonferenzen im Unterricht.


      Werkzeuge für Terminabstimmungen, Umfragen und Feedback

      Dudle, Nuudel & DFN-Terminplaner – Einfache Terminfindung und Umfragen

      Zum oft genutzten Terminfindungstool Doodle haben mehrere Institutionen datenschutzkonforme Alternativen entwickelt. So bietet die TU Dresden ihre Variante unter dem Namen dudel an. Hierbei handelt es sich um ein Open-Source-Programm, das datensparsam arbeitet und selbst betrieben werden darf. Die TU Dresden stellt zudem eine frei zugängliche Instanz zur Verfügung. Auch der Bildungsserver Berlin-Brandenburg bietet eine nutzbare Instanz von dudel an.

      Der Verein digitalcourage e.V. verspricht mit seiner Variante nuudel, keinerlei User-Tracking zu vollziehen und das Logging von Zugriffen jeglicher Art vollständig deaktiviert zu haben. Hierdurch kann (anders als bei dudel) auch garantiert werden, dass keine personenbezogenen Daten – nicht einmal die IP-Adresse – gespeichert werden. Zu erreichen ist nuudel über diesen Link.

      Der Terminplaner des Deutschen Forschungsnetzes bietet Nutzer*innen verschiedene Möglichkeiten, Abstimmungen zu gestalten. Eine Anmeldung mit einem Nutzerkonto ist nicht nötig. Beim Zugriff auf den DFN-Terminplaner werden IP-Adressen nur in anonymisierter Form gespeichert sowie alle Protokolldateien nach sieben Tagen vollständig gelöscht. Alle Daten werden ausschließlich in Deutschland beim DFN-Verein gespeichert, nicht an Dritte weitergegeben und für keinen anderen Zweck verwendet. Zu erreichen ist der Terminplaner über diesen Link.

      Links zu Anbietern von Dudle:

      Erläuterungen zu Dudle:

      Link zum Anbieter von nuudel:

      Link zum Anbieter des DFN-Terminkalenders:

      BitteFeedback.de – Offenes Online-Feedback-Tool

      Bitte Feedback.de ist ein offenes Online-Feedback-Tool für die unkomplizierte und anonyme Feedback-Übermittlung. Es ermöglicht eine einfache Erstellung von Feedback-Fragen. Weder die erstellende Person noch die Feedback gebenden Personen müssen sich zur Nutzung anmelden. Fragen können offen oder mit Multiple-Choice Bewertung gestellt werden. Zum Ausfüllen des Feedback-Bogens und zum Ansehen der Ergebnisse werden jeweils Links generiert.

      Dieser Text von Nele Hirsch ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.
      Fragmich.xyz – Frage-Antwort-Runden mit digitaler Unterstützung

      Das Tool Fragmich.xyz unterstützt bei der Gestaltung von Frage-Antwort-Runden. Moderierende Personen können eine Fragerunde zu einem beliebigen Thema starten und dazu einen Code wählen. Diesen geben sie anschließend an Teilnehmende weiter. Diese können dann ihre Fragen eingeben und alle Fragen bewerten. Schließlich erfolgt die Präsentation aller Fragen in Reihenfolge der Bewertungen. Das Tool ist offen nutzbar. Es setzt keine Registrierung/ Anmeldung voraus.

      Dieser Text von Nele Hirsch ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.
      Online-Umfrage von Lerntools

      Mit dem Tool Online-Umfrage lassen sich Umfragen mit unterschiedlichen Fragetypen erstellen (Ja-Nein Frage, variable Zustimmung auf einer Skala,  Einfachauswahl, freies Textfeld). Jeder Umfrage liegt eine Vorlage zugrunde. Es gibt bereits einige vorgefertigte Vorlagen, die direkt verwendet werden können. Alternativ gibt es die Möglichkeit, eigene Vorlagen zu erstellen.

      Die Ideen-Sammlung stammt von lerntools.org, einer in Deutschland entwickelten Sammlung browserbasierter Web-Anwendungen. Lerntools wurde von Lehrenden für den Schulunterricht entwickelt. Die Programmierung setzt nach eigener Aussage ausdrücklich auf Datensparsamkeit und verarbeitet daher ausschließlich notwendige Daten. Die Software kann unter https://www.lerntools.org getestet werden. Die dortigen Daten werden nur auf einem deutschen Server gespeichert. Für den produktiven Einsatz sollte die Software selbst gehostet werden bzw. eine Instanz angemietet werden. Interessierte können sich an der Weiterentwicklung beteiligen: https://codeberg.org/lerntools/base.

      Das Tool stellt eine nutzbare datenschutzkonforme Alternative zur Anwendung Padlet dar, die jüngst als datenschutzrechtlich problematisch eingeschätzt wurde (s. unten).

      Link zum Anbieter:

      Erläuterungen zum Tool:


      Werkzeuge für Wissenvermittlung / Aufgabenerstellungen / Übungen

      Learning Snacks – Lerninhalte als interaktive Wissenshäppchen

      Learning Snacks verstehen sich als Lern- oder Wissenschats. Die Schüler*innen werden durch ein Frage-Antwort-Spiel geleitet, das im Design an einen Chat erinnert. So können einfache Sachverhalte erklärt und mit kleinen Umfragen verbunden werden. Die "Snacks" können direkt im Browser bearbeitet werden. Lehrkräfte können eigene Learning Snacks erstellen oder auf das bereits sehr umfangreiche Archiv an vorhandenen Inhalten zugreifen.

      Auf Learning Snacks lassen sich auch Klassenzimmer einrichten, in denen die Schüler*innen eigene Snacks auf ihren Geräten erstellen können. Dafür benötigt lediglich die Lehrkraft ein Benutzerkonto.

      Das Tool ist ohne Installation plattformunabhängig im Browser nutzbar.

      Learning Apps – Interaktive und multimediale Lernbausteine

      LearningApps ist eine Plattform zur Nutzung oder Erstellung von Übungs- oder Lernbausteinen (der Begriff „App“ ist in dem Sinne etwas irreführend). In diese Bausteine können Videos, Bilder und/oder Texte eingebunden werden. Die Plattform bietet dafür ganz verschiedene Vorlagen (Paare zuordnen, Zuordnung auf einem Bild, Kreuzworträtsel, Audio/Video mit Einblendungen). Die Erstellung von Lernbausteinen ist dadurch wesentlich vereinfacht.

      Eine Anmeldung ist nur für die Lehrkräfte notwendig, wobei sich auch die Schüler*innen registrieren lassen können (um beispielsweise eigene Bausteine zu gestalten). Die Suche und Nutzung bestehender Lernbausteine ist aber ohne eine Anmeldung möglich. Die Bausteine werden durch Weitergabe des Weblinks an die Lernenden ausgegeben. Die Lernenden können ein Quiz allein absolvieren oder (gleichzeitig) gegeneinander antreten.

      Das Tool ist ohne vorherige Installation geräteunabhängig über den Browser nutzbar.

      QuizAcademy – Lehr- und Lerninhalte als Quizfragen und Lernkarteikarten

      QuizAcademy ist eine regionale und kostenfreie Mobile Learning Plattform (E-Learning), die es ermöglicht eigene Lehr- und Lerninhalte als Quizfragen und Lernkarteikarten aufzubereiten. Diese können dann im Web oder über eine App für iOS- und Android-Geräte jederzeit und überall den eigenen Schülern zugänglich gemacht werden. QuizAcademy kann als Live-Quiz oder E-Test direkt im Unterricht eingesetzt werden oder durch die Schüler offline jederzeit und überall genutzt werden.

      QuizAcademy, gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg, ist in der öffentlichen Bildung vollständig kostenfrei für Lehrkräfte.

      Link zum Anbieter:

      Erläuterungen zum Tool:

      ABCD-Quiz von Lerntools

      Das „ABCD-Quiz“ ist eine Mischung aus der Publikumsfrage bei "Wer wird Millionär?" und dem "Ampelquiz". Ein Spiel besteht aus mehreren Fragen, zu denen es jeweils vier vorgegebene Antworten gibt, von denen nur eine zutifft. Die Frage wird dabei gleichzeitig allen Teilnehmer:innen präsentiert, wobei diese die Antwort in einer "geheimen Wahl" über eigene digitale Endgeräte eingeben. Der Zeitraum zum Beantworten einer Frage ist dabei eingeschränkt. Moderator:in und Teilnehmer:innen benötigen keine spezielle Software, ein aktueller Browser ist ausreichend.

      Das ABCD-Quiz stammt von lerntools.org, einer in Deutschland entwickelten Sammlung browserbasierter Web-Anwendungen. Lerntools wurde von Lehrenden für den Schulunterricht entwickelt. Die Programmierung setzt nach eigener Aussage ausdrücklich auf Datensparsamkeit und verarbeitet daher ausschließlich notwendige Daten. Die Software kann unter https://www.lerntools.org getestet werden. Die dortigen Daten werden nur auf einem deutschen Server gespeichert. Für den produktiven Einsatz sollte die Software selbst gehostet werden bzw. eine Instanz angemietet werden. Interessierte können sich an der Weiterentwicklung beteiligen: https://codeberg.org/lerntools/base.

      Link zum Anbieter:

      Erläuterungen zum Tool:


      Aus aktuellem Anlass

      Wichtige Hinweise zur Nutzung von "Padlet"

      Die digitale Pinnwand wurde in der Vergangenheit von vielen Lehrkräften häufig und gern für den Unterricht genutzt. Die Nutzung der US-amerikanischen Anwendung im schulischen Kontext erfolgte hierbei bisher unter dem sogenannten "Privacy Shield". Dahinter verbirgt sich ein Abkommen, nachdem sich US-amerikanische Anbieter verpflichten konnten, die europäischen Datenschutzbestimmung einzuhalten. Dieses Abkommen wurde im Juli 2020 vom EuGH gekippt, wodurch auf der Grundlage vom „Privacy Shield“ nun überhaupt keine personenbezogenen Daten mehr in die USA übermittelt werden dürfen. Somit kann der Einsatz von Padlet ausschließlich dann erfolgen, wenn keine personenbezogenen Daten verarbeitet werden. Vor dem Hintergrund, dass bereits IP-Adressen und teilweise andere technische Metadaten personenbeziehbar sein können, macht es den Einsatz von Padlet nach der Auffassung der Brandenburger Landesbeauftragten für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht (LDA Brandenburg) quasi unmöglich. Im Grunde könnten die Datenschützer*innen keinen Spielraum mehr für eine Nutzung erkennen. Hier helfe auch keine Einwilligung in die Nutzung des Angebots, weil in eine an sich rechtswidrige Datenverarbeitung nicht eingewilligt werden kann.

      Uns ist bekannt, dass in anderen Bundesländern zum Teil eine andere Auffassung verteten wird. Wir als Bildungsserver Berlin-Brandenburg, der vom Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) betrieben wird, richten uns jedoch nach der Einschätzung der LDA Brandenburg und können die Anwendung Padlet daher nicht mehr pauschal empfehlen. Wir raten jedoch, diesbezüglich noch einmal Kontakt mit den Datenschutzbeauftragten an der Schule oder im Schulamt aufzunehmen, um die individuelle Nutzung von Padlet abzusprechen. Vielleicht sehen diese eine Möglichkeit, um die Anwendung weiterhin nutzen zu können. Eine solche Absprache sollte ohnehin vor jedem Einsatz eines digitalen Tools erfolgen.

      Derzeit scheint auf dem Markt keine Anwendung angeboten zu werden, die über einen vergleichbaren Funktionsumfang wie Padlet verfügt und datenschutzkonform arbeitet. Es lassen sich jedoch Programme finden, die sich in ähnlicher Weise nutzen lassen oder zumindest einen Teil der Funktionalitäten abbilden. Zu diesen gehören:


      Weitere Werkzeugübersichten