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Grundbildungszentren

Regionale Grundbildungszentren im Land Brandenburg

Sieben regionale Grundbildungszentren sind im Land Brandenburg in verschiedenen Landkreisen aktiv. Ihre Arbeit soll dazu beitragen, die Zahl der funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten im Land zu verringern. Als funktionale Analphabeten bezeichnet man Menschen, die einzelne Sätze lesen und schreiben können, jedoch Schwierigkeiten beim Schreiben und Verstehen kurzer Texte haben.

Die Grundbildungszentren beraten Betroffene und ihre Angehörigen, informieren die Öffentlichkeit über Analphabetismus, sie bauen Netzwerke auf und initiieren offene Lernangebote. Für ihre Arbeit haben sie sich zusätzlich inhaltliche Schwerpunkte gesetzt, z. B. die Förderung von sozialer Teilhabe und Beschäftigungsfähigkeit, die Ansprache junger Betroffener und Zusammenarbeit mit dem Zweiten Bildungsweg, familienorientierte Angebote oder arbeitsplatzbezogene Arbeit.

Die regionalen Grundbildungszentren

Aktuelles - eine Auswahl

Auch zum Start des Jahres 2020 haben die Brandenburger GBZ eine Reihe von Aktivitäten vorbereitet:

Fachtag Alphabetisierung und Grundbildung im Landkreis Ostprignitz-Ruppin: Am 21. Februar 2020 lädt das GBZ Ostprignitz-Ruppin von 9 Uhr bis 15.15 Uhr nach Neuruppin ein. Zur Ankündigung

Kurse zur Sensibilisierung und für leichte Sprache in Elbe-Elster: An vier Terminen zwischen Februar und April bietet das GBZ Elbe-Elster kostenlose Kurse an, insbesondere für Menschen in Vereinen, Verwaltungen oder Ehrenamt. Infos und Anmeldung beim GBZ.
19. und 26.2.2020, 16 - 17.30 Uhr:  „Lese- und Schreibschwierigkeiten erkennen, ansprechen, informieren“, KVHS-Regionalstelle Herzberg,
19.3.2020, 10 - 16 Uhr:  Schulung „Leichte Sprache. Texte barrierefrei gestalten“ im GBZ in Elsterwerda,
23.4.2020, 10 - 16 Uhr:  Vertiefungsworkshop „Barrierefreies Sprechen und Schreiben im GBZ in Elsterwerda.   

Treffen des Alpha-Netzwerks Frankfurt (Oder): 20.2.2020 und 11.6.2020, jeweils von 10 bis 13 Uhr; Kontakt über GBZ Frankfurt (Oder)
 

Ein großes Ereignis war auch im Jahr 2019 der bundesweiten Vorlesetag am 15. November mit zahleichen Aktionen: Der Vorlesetag ist das größte Vorlesefest in Deutschland. Aber nicht nur die Zahl der Vorleseaktionen war sportlich, auch das Thema des lautete „Sport und Bewegung“.
In Potsdam fährt am 15.11.2019 der Vorlese-Express durch . Von 14.23 Uhr bis 19 Uhr werden die Tramlinien 91 und 93 zum Vorlesezimmer, denn neun prominente Potsdamer Persönlichkeiten lesen Geschichten vor. Weitere Informationen gibt es hier.
In Neuruppin ludt das Regionale Grundbildungszentrum des Landkreises Ostprignitz-Ruppin in Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus Neuruppin am 15.11. zur Lesung bei Kaffee und Kuchen. Der stellvertretende Landrat Werner Nüse liest „Effi Briest“ in einfacher Sprache. Beginn war um 14 Uhr im Café des Mehrgenerationenhauses.
"Sportlich vorlesen am bundesweiten Vorlesetag" war am 15.11. das Motto in Frankfurt (Oder). Passend dazu war in Frankfurt (Oder) in diesem Jahr erstmals der Stadtsportbund mit dabei. In Frankfurt (Oder) schwärmetn die Vorleser aus und haben in Kitas, Grundschulen, Horten und in Geschäften vorgelesen. In der Magistrale konnten die Zuhörer sich zwischen 12 Uhr und 17 Uhr von einem Geschäft zum anderen bewegen und sich kurze Geschichten oder Gedichte vorlesen lassen. Auch die Stadt- und Regionalbibliothek beteiligte sich wieder mit Kamishibai, Bilderbuchkino und Lieblingsmärchen. Bereits am 14. November um 16.30 Uhr bot sie ein Vorlesetraining an. Koordiniert wurden die Aktionen vom Grundbildungszentrum der Volkshochschule.

Weitere Aktionen aus dem Jahr 2019 finden Sie im  
Archiv ausgewählter Aktivitäten in vorangegangenen Jahren

Initiative des Landes

Das Land Brandenburg fördert diese neue Struktur zur Unterstützung der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit mit ESF-Mitteln. Es will Frauen und Männer mit erheblichen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben dabei unterstützen, diese abzubauen. Bildungsminister Günter Baaske in einer Pressemitteilung zum ESF-Förderprogramm: "Insbesondere geht es auch darum, Betroffene zu erreichen und ihnen die Hemmschwelle für die Teilnahme an Weiterbildung  zu nehmen. Deshalb ist die Unterstützung durch Angehörige, Freunde, Arbeitgeber oder Behörden notwendig." Grundlage ist die Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen der Alphabetisierung und Grundbildung; sie wurde 2019 erneut überarbeitet und im Amtsblatt des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport vom 12.8.2019 veröffentlicht.

Das Programm reiht sich auch in die bundesweite Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener und in die nationale Dekade ein. Fachleute schätzen, dass bundesweit etwa 14 Prozent der 18- bis 64-Jährigen funktionale Analphabeten sind. Auf Brandenburg übertragen wären dies etwa 230.000 Frauen und Männer.

Redaktionell verantwortlich: Birgit Hensel, LISUM