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Inhalte der Selbstlern-Einheiten

Inhalte der Selbstlern-Einheiten

Fachtag _ Klappe, die 3. Dokumentarische Formate im Unterricht

Als Ergänzung zu den synchron durchgeführten Workshops werden vier Selbstlern-Einheiten angeboten, die optional, eigenverantwortlich und zeitsouverän durchlaufen werden können. Diese können über den eCampus LISUM abgerufen werden. Für Rückfragen und Diskussionen stehen die verantwortlichen Referent*innen dieser Einheiten am 01.09.2021 ab 14:00 Uhr für eine "Sprechstunde" zur Verfügung.

Das vollständige Programm und der Ablauf des Fachtags ist hier einzusehen.


Selbstlern-Einheit A: Die Lumière-Minute: eine filmische Tagungs-Challenge

Martin Dorr
Fachbeauftragter Film an der Carlo-Schmid-Oberschule, Berlin

Zielgruppe: Grundschule (ab 5. Jahrgangsstufe), Sekundarstufe I + II

Die Einstellung ist die kleinste filmische Einheit. Zugleich ist sie die ideale Einführung in den filmischen Schaffensprozess, da vielfältige Entscheidungen getroffen werden müssen, wie z. B.: Wann soll die Einstellung beginnen, wann enden? Wo soll die Kamera stehen? Welcher Bildausschnitt soll gewählt werden?

Eine einzige Einstellung kann Wirklichkeit abbilden oder auch eine Geschichte erzählen, das haben die Brüder Lumière bereits in ihrem ersten projizierten Film der Kinogeschichte "La sortie d’usine" (Arbeiter verlassen die Lumière-Werke, 1895) gezeigt. Die Tagungs-Challenge lädt Sie dazu ein, wie die Brüder Lumière mit einfachen Mitteln einminütige dokumentarische Einstellungen zu drehen und sich in das Spannungsverhältnis zwischen Konstruktion und dem, was nicht kontrollierbar ist, zu begeben.

Hinweis: Die Tagungs-Challenge ist als Selbstlern-Workshop angelegt. Sie finden in der entsprechenden Rubrik in der digitalen Tagungsmappe auf dem eCampus erklärende Materialien, eine Aufgabenstellung und Beispiele.

Am zweiten Tagungstag, am 1.9.2021, haben Sie in der "Sprechstunde" Gelegenheit, ihre Fragen zur Methode, zum Prozess oder Einsatz im Unterricht mit dem Referenten zu besprechen.

Eine Auswahl der Lumière-Minuten soll zum Abschluss der Tagung gezeigt werden.

Martin Dorr ist Fachbeauftragter Film an einer Berliner Sekundarschule und in der Lehrkräftefortbildung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) Berlin mit dem Schwerpunkt Film- und Medienbildung tätig.

Selbstlern-Einheit B: Einfache dokumentarische Formate: Filmische Praxisbeispiele aus dem Distanzunterricht

Constanze Beyer
Filmkoordinatorin und Filmlehrerin am Babelsberger Filmgymnasium, Potsdam

Zielgruppe: Grundschule (ab 5. Jahrgangsstufe), Sekundarstufe I

Videotagebuch oder Nachrichten-Clips – einfache dokumentarische Formate eignen sich gleichermaßen, um fachliche Inhalte zu bearbeiten und filmische Kompetenzen zu vermitteln.

In dem Selbstlern-Workshop werden mehrere filmische Unterrichtsprojekte mit ihren Aufgabenstellungen und Ergebnissen vorgestellt. Sie sind im Distanzunterricht als digitale Unterrichtsprojekte entwickelt und durchgeführt worden. Dabei machen sie sich den Umstand zunutze, dass inzwischen nahezu jede*r Schüler*in über ein Handy mit Kamera und entsprechenden Apps zur Videobearbeitung verfügt.

Die Aufgabenstellungen werden in der Selbstlernphase anhand von Fragestellungen reflektiert und können zudem praktisch erprobt werden. In der "Sprechstunde" im Rahmen des Fachtages am 1.9.2021 ist Gelegenheit für Fragen und Diskussion.

Constanze Beyer ist seit 2008 am babelsberger filmgymnasium als Filmkoordinatorin tätig und unter anderem für die Entwicklung eines Konzepts für den Filmunterricht zuständig. Sie unterrichtet regelmäßig in den Filmklassen, vor allem in der Sekundarstufe I.

Selbstlern-Einheit C: Historische Dokumentarfilme im Geschichtsunterricht. Online-Angebote, Beispiele und Methoden

Beate Rabe | Filmmuseum Potsdam
Franziska Schiemann | Filmhistorikerin
Lucas Wolfram | Filmwissenschaftler
Annika Renner und Noemi Hagen | Lehramtsstudentinnen Uni Potsdam

Zielgruppe: Sekundarstufe I + II
geschätzter Zweitaufwand: 180 min.

Kaiser Wilhelm II. posierte gern vor der Kamera, im I. Weltkrieg sollten Filmaufnahmen Heldentaten bezeugen, während der Weimarer Republik entwickelte sich das Repertoire der filmischen Ausdrucksmittel wesentlich weiter, die NS-Propaganda griff beherzt darauf zu, TV-Beiträge in BRD und DDR orientierten sich an herrschenden Diskursen…. Das 20. Jahrhundert und das, was wir darüber zu wissen glauben, ist maßgeblich durch filmische Bilder geprägt.  Als historische Dokumente geben sie uns Einblicke in vergangene Realitäten und zeugen von Haltung und Intentionen ihrer Macher*innen. Auch wenn die Rechtelage noch Hürden bereithält, eine Vielzahl von historischen Filmaufnahmen ist inzwischen online verfügbar und kann im Unterricht genutzt werden.

Die hier vorgestellte Materialsammlung möchte aufzeigen, wo historischen Dokumentarfilme für den Geschichtsunterricht öffentlich zugänglich sind. Eine kommentierte Linksammlung weist auf Online-Angebote von Filmarchiven, Institutionen und Mediatheken hin. In einem Tutorial erklären  wir, welche Informationen Filmdatenbanken liefern können. Orientierung wird auch ein Zeitstrahl geben, der Medien- und Zeitgeschichte zueinander in Beziehung setzt. Wir zeigen, wie Filme bzw. Filmausschnitte heruntergeladen und ggf. geschnitten werden können. Zwei Unterrichtsvorschläge laden zur Auseinandersetzung damit ein, wie die Besonderheiten filmischer Quellen methodisch zum Tragen kommen können.

Beate Rabe ist Kunst‐ und Kulturwissenschaftlerin Beate Rabe und seit 2006 am Filmmuseum Potsdam für Filmbildung und Museumspädagogik zuständig.

Selbstlern-Einheit D: Sei‘ einfach natürlich. Zur Inszenierung von Authentizität auf YouTube

Dr. Christian Richter
Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM)

Zielgruppe: alle Schulstufen
geschätzter Zweitaufwand: 90 min.

Authentizität gilt insbesondere in Videos auf YouTube als eine entscheidende Kategorie und als Gradmesser, an dem sich alle Videos messen müssen. Doch woraus speist sich dieser Effekt von vermeintlicher Echtheit? Das optionale Angebot, das im Selbststudium durchlaufen werden kann, wird auf Basis medienwissenschaftlicher Erkenntnisse und anhand konkreter Beispiele einen Erklärungsansatz dazu erarbeiten. Hierbei wird sich herausstellen, dass der Eindruck von Authentizität das Ergebnis eines medialen Prozesses ist, an dem eine Vielzahl von Techniken und Methoden beteiligt sind. Dabei wird das Angebot versuchen, einen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Inhalte auf YouTube und auf anderen Social-Media-Plattformen zu leisten sowie Lehrkräfte dazu zu befähigen, diese Aspekte im Rahmen der Medienkompetenzvermittlung mit Schüler*innen zu thematisieren.

Dr. Christian Richter ist Medienwissenschaftler und Referent für Medienbildung am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM). Er hat sich intensiv mit den Strategien und Ästhetik von On-Demand-Diensten auseinandergesetzt und medienwissenschaftlich untersucht, wie in diesen Umgebungen Motive, Zuschreibungen, Erwartungen oder Vorstellungen zirkulieren und im Wechselspiel mit gesellschaftlichen Diskursen stehen. Ihn bewegt außerdem die Frage, wie sich die Themen Medienwissenschaft und Bildung zusammenbringen lassen und in eine medienwissenschaftlich-fundierte Medienbildung überführen lassen. Hierbei bildet immer wieder eine Auseinandersetzung mit den medialen (und digitalen) Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen einen produktiven Ausgangspunkt, um daraus Lehr- und Lernszenarien abzuleiten. Seine Arbeitsschwerpunkten im Bereich der Medienbildung sind digitale Lebens- und Kommunikationswelten, Mediensozialisation von Kindern und Jugendlichen, Vermittlung digitaler Kompetenzen / Kompetenzen in einer digitalen Welt sowie Arbeiten und Lernen mit digitalen Medien bzw. Tools für die Bildungsarbeit.

Am 01.09.2021 stehen die verantwortlichen Referent*innen dieser Einheiten ab 14:00 Uhr im Rahmen einer "Sprechstunde" für Rückfragen und Diskussionen zur Verfügung.


Der "Fachtag _ Klappe, die 3. Dokumentarische Formate im Unterricht" wird veranstaltet vom Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM), dem Filmmuseum Potsdam, dem lmb – Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V. sowie Vision Kino. Sein vollständiges Programm ist hier einzusehen.

Redaktionell verantwortlich: Beate Völcker