Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen Jump to sub navigation

Beschreibung der Workshop-Angebote

Beschreibung der Workshop-Angebote

Fachtag _ Klappe, die 3. Dokumentarische Formate im Unterricht

In praxisorientierten Workshops erproben die Teilnehmer*innen analytische, reflektierende und produktive Zugänge und Methoden. Trotz des digitalen Formates soll es Raum geben für kollegialen Austausch und das Kennenlernen von Akteuren der Filmbildung in der Region.

Als Ergänzung zu den sychron durchgeführten Workshops werden außerdem vier zusätzliche und optionale Selbstlern-Einheiten angeboten. Das vollständige Programm und der Ablauf des Fachtags ist hier einzusehen.


Workshop 1: Politikvermittlung und Filmanalyse mit (kurzen) Dokumentarfilmen

Luc-Carolin Ziemann
DOK Bildung beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm

Zielgruppe: Sekundarstufe I + II
Maximale Teilnehmendenzahl: 20

Politik erreicht uns oft vermittelt durch Medien und findet längst nicht mehr nur im Fernsehen und in Zeitungsartikeln statt, sondern auf Social-Media-Kanälen, bei Messenger-Diensten und in Youtube-Videos, in Spiel- und Dokumentarfilmen.

Trotz der Fülle medialer Kanäle gelingt es in unterschiedlichen Graden, Jugendliche für Politik zu begeistern, politisches Handeln nachvollziehbar zu machen und die Instrumente der demokratischen Willensbildung verständlich zu erklären. Dabei sind politische Bildung und politisches Interesse für das Funktionieren unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung unerlässlich. Das gleiche gilt für die Fähigkeit, die medialen Kanäle, die uns mit politischen Informationen versorgen, einzuschätzen und die Informationen selbst zu bewerten und zu gewichten.

Ein guter Weg, um mit Jugendlichen über die Wechselwirkungen von Medien und Politik ins Gespräch zu kommen, ist die Analyse von Kurzfilmen mit politischen Themen im Unterricht. Gerade dokumentarische Kurzfilme eignen sich hervorragend dazu, kontroverse Diskussionen zu führen, Strukturen und Machtverhältnisse zu analysieren und zu verstehen, warum es nicht nur wichtig ist, was ein Film erzählt, sondern auch, mit welchen dramaturgischen und filmischen Mitteln der Film arbeitet.

In dieser Fortbildung werden wir uns der Analyse mehrerer dokumentarischer Formate widmen, die sich – auf ganz unterschiedliche Weise – mit politischen Themen beschäftigen. Die Filme werden sowohl inhaltlich diskutiert als auch filmisch-formal analysiert und verglichen. Am beispielhaften Umgang mit den ausgewählten kurzen Dokumentarfilmen wollen wir unterschiedliche pädagogische Herangehensweisen und Analysemethoden erproben, die im Folgenden auch bei der weiteren eigenen Arbeit mit (Dokumentar-)Film im Unterricht genutzt werden können.

Luc-Carolin Ziemann ist Filmvermittlerin, Kuratorin und Autorin und leitet unter anderem die Sektion DOK Bildung beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm.

Workshop 2: Komplexe Unterrichtsthemen filmisch denken. Zur Entwicklung von Ideen für eigene Dokumentarfilmprojekte

Prof. Jens Becker
Filmuniversität "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg

Zielgruppe: Grundschule (ab 5. Jahrgangsstufe), Sekundarstufe I + II
Maximale Teilnehmendenzahl: 20

Dokumentarfilme reflektieren die Wirklichkeit und geben Haltungen wieder. Daher ist das Machen von Filmen für Schülerinnen und Schüler ein starker Anreiz zur Auseinandersetzung mit komplexen Themen und zur Entwicklung einer eigenen Haltung dazu.

Themen wie Nachhaltigkeit, Diversität, Demokratie- oder interkulturelle Bildung sind als "übergreifende Themen" curricular vorgegeben. Doch wovon genau ist die Rede? Auch im Fachunterricht gibt es Themen, die nicht ohne Weiteres greifbar sind. Eigene Filmprojekte können zur Welterkundung motivieren und sprichwörtlich "die Augen öffnen". Als Statements liefern sie Anlass für weitere Diskussionen und damit das Erlebnis von Selbstwirksamkeit.

Dieser 3stündige Workshop vermittelt Methoden und praktische Erfahrungen, wie man in effektiven Schritten von der Idee zu einer filmischen Gestaltung kommt und wie das Drehen von kurzen Dokumentarfilmen sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann. 

Prof.  Jens Becker ist Drehbuchautor für Dokumentar‐ und Spielfilme und seit 2004 Professor für Drehbuch an der Filmuniversität „Konrad Wolf“ Potsdam‐Babelsberg. Er gibt regelmäßig Workshops als freier Dozent zu den Themen Drehbuch, Dokumentarfilm, Spielfilm, Neue Medien und Medienkompetenz, zum Beispiel beim Grimme‐Institut Leipzig, Filmarche Berlin, Kulturelle Filmförderung Mecklenburg‐Vorpommern, science2movie‐Academy der Martin‐Luther‐Universität Halle. Außerdem ist er Autor mehrerer Publikationen zu Stoff‐ und Figurenentwicklung.

Workshop 3: Dokumentarfilm für die Schule! Ein praktischer Leitfaden

Kathleen Lindner
echthelle – Medienbildung trifft Kreation! Berlin

Zielgruppe: Grundschule (ab 5. Jahrgangsstufe), Sekundarstufe I
Maximale Teilnehmendenzahl: 15

In diesem Workshop erklärt Kathleen Lindner, filmerfahrende Dozentin für Medienbildung, Schritt für Schritt, wie ein Dokumentarfilm im schulischen Kontext produziert werden kann. Themen wie Dokumentarisches Erzählen, Bildgestaltung, Kameraeinstellungen, Interviewaufbau bis hin zur 5-Shot-Methode & Montage werden anhand schulrelevanter Beispiele wie z. B. "AG-Portrait" visualisiert oder praktisch eingeübt.

Mit dem Workshop bekommen Teilnehmer*innen einen Leitfaden, der die praktikable Umsetzung von Dokumentarfilm in der Schule aufzeigt. 

Kathleen Lindner ist Dozentin für Medienbildung, Künstlerin und Coach - immer in Verbindung mit Medien. Sie setzt sich dabei mit verschiedensten Handlungsfeldern der Medienbildung auseinander, allem voran mit Wertebildung über Medien, mit der visuellen Mediengestaltung im vermittelnden Sinne, mit unterschiedlichen Medienkompetenzthemen wie z.B.  Cybermobbing, FakeNews, Coding. Zu ihrer Aktivität als Dozentin für Medienbildung verfügt Sie über wertvolle Projekterfahrung als Dokumentarfilmerin.

Workshop 4: Manipulation durch filmische Techniken - Praxische Übungen für den Unterricht

Stefan Röske
Berufsschullehrer am OSZ Teltow

Zielgruppe: Sekundarstufe I + II
Maximale Teilnehmendenzahl: 20

Film ist immer Manipulation. Ein Dokumentarfilm vermittelt eine subjektive Sicht auf die abgebildeten "Realitäten". Und auch der gezielte Einsatz der Filmtechnik kann zum Mittel der Manipulation des Zuschauers werden.

Der Workshop zeigt, wie filmische Techniken zur Zuschauerbeeinflussung eingesetzt werden. Wie können Schülerinnen und Schüler durch eigene Filmarbeit ein Bewusstsein für filmische Techniken und deren Wirkung erlangen?

In praktischen Übungen zur Montagetechnik, die auch ohne Vorkenntnisse und umfassendes Equipment im Unterricht eingesetzt werden können, werden filmische Mittel ausprobiert und diskutiert.

Stefan Röske ist Berufsschullehrer für Bildgestaltung, Kameratechnik und Dramaturgie in der Ausbildung der Mediengestalter Bild und Ton. Seit 2014 ist er regelmäßig als Dozent für Lehrkräftefortbildungen im Bereich der praktischen Filmarbeit im Unterricht tätig, seit 2018 als Fachberater für Medienbildung im Schulamtsbereich Brandenburg.

Workshop 5: Dokumentarisches Erzählen als Filmprojekt im Regelunterricht

Claudia Ziegenfuß
kijufi | cinema en curs | Moving Cinema

Zielgruppe: alle Schulstufen
Maximale Teilnehmendenzahl: 15

Das internationale Filmbildungsprogramm cinema en curs – filmen macht schule verbindet Filmrezeption und -analyse ausgewählter Arthaus-Dokumentarfilmausschnitte im Klassenzimmer mit praktischen Filmübungen, die in die Umsetzung eines gemeinsamen Dokumentarfilmprojekts münden. Durch ihre Filmarbeit entdecken die beteiligten Schüler*innen den Ort, die Stadt, in der sie leben, neu. Sie werden zu aktiven Erzähler*innen jüngerer Geschichte und erkunden sie umgebende Lebenswelten. Die wöchentlich fächerübergreifend stattfindenden Workshops werden von zwei Lehrkräften und einer*einem Filmemacher*in geleitet.

Der Input dieses Workshops zeigt auf, wie Schüler*innen über ein Schuljahr hinweg befähigt werden, sich aktiv und kompetent mit dem Medium Film auseinanderzusetzen. Alltagsmedien – Smartphones, Tablets, PCs, Internet und Blogs – bilden die technische Basis des künstlerischen Arbeitens und seiner Sichtbarmachung.

Die Methodik des Programms und die mit ihm verbundenen Prozesse und Effekte werden vorgestellt, auch anhand von Erfahrungsberichten teilnehmender Schulen. Wie wirkt sich die fächerübergreifende Filmarbeit auf die beteiligte Lerngruppe und auf die Schulentwicklung aus? Wie beeinflusst sie das Zusammenspiel zwischen Schule und Kommune bzw. Sozialraum? Wie gelingt Filmbildung im Distanzunterricht? Was motiviert Schüler*innen dranzubleiben? Beeinflusst die filmische Arbeit auch ihre Einstellung gegenüber anderen Lerninhalten?

Neben diesen Fragen wird im Workshop eine filmische Übung zur ästhetischen Sensibilisierung vorgestellt, die für die niedrigschwellige Anwendung im Klassenzimmer gedacht ist und grundlegende Arbeitsschritte kinematografischer Schaffensprozesse aufzeigt. 

Claudia Ziegenfuß studierte Medien‐ und Kommunikationswissenschaften sowie Erziehungswissenschaften an der Martin‐Luther‐Universität Halle‐Wittenberg und der Universidad Complutense de Madrid. Sie arbeitete als freie Filmvermittlerin, Referentin und Autorin im Schnittfeld von Festival, Kino und Schule, mit den Schwerpunkten dokumentarisches Arbeiten, Inklusive und Interkulturelle Filmbildung, u.a. für doxs! dokumentarfilme für kinder und jugendliche, Vision Kino, SchulKinoWochen, WDR Planet Schule, Grimme‐Akademie sowie Film+Schule NRW. Seit 2020 ist sie Projektleiterin des internationalen Filmbildungsprogramms cinema en curs – filmen macht schule in Deutschland. Dieses Programm verbindet Filmrezeption ausgewählter Arthaus‐Filmausschnitte im Klassenzimmer mit der praktischen Umsetzung von Filmübungen, die in die Konzeption und Realisierung eines gemeinsamen Dokumentarfilmprojekts münden. Sie leitet in Deutschland ebenso das internationale Filmbildungsprogramm Moving Cinema.

  • www.cinemaencurs.org/de


Der "Fachtag _ Klappe, die 3. Dokumentarische Formate im Unterricht" wird veranstaltet vom Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM), dem Filmmuseum Potsdam, dem lmb – Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V. sowie Vision Kino. Sein vollständiges Programm ist hier einzusehen.

Redaktionell verantwortlich: Beate Völcker