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Erfahrungen erfragen und nutzen

Erfahrungen erfragen und nutzen


Durch das unvorbereitete Eintreten des Fernunterrichts sind alle Beteiligten des Schulsystems vor enorme Herausforderungen gestellt worden. Dadurch wurden viele kreative und neue Wege bestritten, um sich in der ungewohnten Situation zu behelfen. Diese sollten evaluiert werden, um die Erkenntnisse zu strukturieren und für die weitere Schulentwicklung zu nutzen.

Sollten Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns bitte per Mail: Referat Schulentwicklung. Wir bemühen uns, Ihre Fragen so schnell wie möglich zu beantworten. Das Portal wird fortlaufend aktualisiert und ergänzt.

Allgemein gilt: Klein, aber fein. Aus Fehlern lernen und Stärken stärken leitet das Vorhaben „Auswertung“. Das genauere Verstehen der aktuellen Situation steht im Vordergrund, nicht die Erklärung des gesamten Schulsystems.

Folgende Fragen sollten vorab beantwortet werden:

  • Was ist das genaue Ziel einer Auswertung?
  • Warum soll die Befragung durchgeführt werden?
  • Wer genau soll befragt werden?
  • Wie soll die Befragung durchgeführt werden? (Papier, online, ..?)
  • Wer soll die Ergebnisse erhalten?
  • Was soll mit den Ergebnissen passieren?

Diese können sehr vielfältig sein. Einige Beispiele zeigen die Bandbreite auf:

  • In den letzten Wochen erfolgte die Kommunikation zwischen Lehrkraft und Schüler*innen via Videokonferenz. Nun soll geklärt werden, ob diese Form geeignet war und zukünftig ist.
  • In der Schule wurden Pfeile und Absperrbänder errichtet, um die Schüler*innen weniger dem direkten Kontakt auszusetzen. Nun sollen die Erfahrungen der Lehrkräfte, welche die Aufsicht in diesen Bereichen führten, gesammelt werden. Die Frage steht im Raum, wie die Regelungen auch im Vollbetrieb aufrecht erhalten werden können.
  • Eine Lehrkraft fühlt sich überfordert, da sie ihre Schüler*innen nicht alleine lassen möchte, sich dadurch aber omnipräsent gibt und über eine Überlastung klagt. Die Schulleitung möchte nun wissen, wie ihre anderen Lehrkräfte mit der Belastung umgehen.
  • Den Elternvertreter*innen fällt auf, dass viele Eltern über einen zu hohen Unterstützungsbedarf bei den gestellten Aufgaben klagen. Daher wollen sie von den Lehrkräften wissen, wie die Unterstützung anders gewährleistet werden kann und wie die Schüler*innen sich wirklich selbsttätig weiterentwickeln können.

In der Regel fragen Lehrkräfte und das weitere pädagogische Personal Erfahrungen ab, doch auch die Schüler*innen können Erfahrungen abfragen. Dies kann geschehen durch

  • Feedbackbögen
  • Umfragen (als Papier oder online)
  • Interviews (leitfadengestützt)

Gut durchdachte Antwortmöglichkeiten als Auswahl erleichtern die Auswertung. Stellen Sie möglichst nur eine bis zwei offene Fragen mit Freitextantworten. So können Sie eine Vergleichbarkeit bei der Auswertung sichern.

Zu Feedbackbögen

Zu beachten sind festgelegte Regeln für das Geben und Nehmen von Feedback (siehe Kachel 5). Feedback kann von allen Beteiligten eingeholt und gegeben werden.

Zu Umfragen

Diese können in kleinerer (2-3 Fragen) oder in größerer Form angelegt sein. Zu bedenken sind dabei Aufwand und Nutzen in einem passenden Verhältnis zu belassen. Zusätzlich ist die Anonymität zu bewahren und auf Datensparsamkeit zu achten. Primärer Nutzen ist ein Gesamtbild zu erfragen.

Zu Interviews

Ziel ist die individuelle Rückmeldung einer Person. Einzelne Aspekte können genauer untersucht werden.

Bei vielen Anbietern gibt es bereits integrierte Auswertungen, die genutzt werden können. Wenn die Daten ohne Hilfsmittel oder Apps ausgewertet werden, eignen sich für Einsteiger*innen einfache Tabellenkalkulationsprogramme (z.B. LibreOffice, Excel).

Zusätzliche Tipps:

  • Zielgruppe bei der Aufbereitung der Ergebnisse beachten
  • eigene Fähigkeiten und Zeit bedenken
  • Nutzung von Tutorials auf YouTube
  • keine Repräsentativität anstreben
  • Hilfsangebote nutzen (Verweis auf Unterstützungsangebot des Referats Schulentwicklung, Beratung Evaluation)

Die Daten und Ergebnisse sollten an verschiedenen Orten (bspw. Festplatte intern, extern, DSGVO-konforme Cloud, ggf. USB-Stick nur zum Transport nutzen - kein Speichermedium) gespeichert werden. Zudem ist auf eine ausreichende Anonymisierung zu achten!

Wenn die Ergebnisse vorliegen, sollte beachtet werden:

  • Welches ist die Haupterkenntnis aus den Ergebnissen?
  • Was sollte aus der aktuellen Situation auch für die Zukunft beibehalten werden?
  • Welche zusätzlichen Ressourcen (personell, materiell) benötigt die Schule, um auf Defizite und Bedarfe zu reagieren?
  • Welche positiven Aspekte sollen beibehalten werden?
  • Warum gelingen bestimmte Dinge besonders gut?

In der aktuellen Situation sind OER- Materialien (open educational ressources) noch stärker in den Fokus gerückt.

Auch die gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse können (natürlich in anonymisierter Form) geteilt werden. Zu beachten sind dabei Veröffentlichungslizenzen, orientiert am Creative-Commons-Rahmen sowie die Detailliertheit der Erkenntnisse. Es ist zu empfehlen, eher die verbalisierten Erkenntnisse sowie die gezogenen Schlüsse zu teilen als bloße Tabellen oder Auflistungen.

Mögliche Plattformen könnten sein

  • Eigener Blog (bspw. Telegra.ph)
  • Twitterlehrerzimmer
  • Rundbrief im Kollegium
  • Schwarzes Brett (analog oder digital, bspw. padlet)

Genauere Hinweise zu den genannten und anderen Plattformen sind im Themenprotal online-gestütztes Lernen auf dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg zu finden.


weiterführende Links

Schulpsychologisches und Inklusionspädagogisches Beratungs- und Unterstützungszentrum (SIBUZ)

In jedem Berliner Bezirk gibt es ein Schulpsychologisches und Inklusionspädagogisches Beratungs- und Unterstützungszentrum (SIBUZ) für alle allgemein bildenden öffentlichen und privaten Schulen. Für die beruflichen und zentral verwalteten Schulen gibt es auch ein SIBUZSuchen Sie Beratung, dann wenden Sie sich bitte an das Beratungszentrum des Bezirks, in dem die Schule Ihres Kindes liegt.

Psychologische Beratungsstellen Brandenburg


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Redaktionell verantwortlich: Daniela Meyr, LISUM