
Seit einigen Jahren weisen Leseforschung und Fachdidaktik stark auf die Bedeutung von Lesestrategien für die Entwicklung von Lesekompetenz hin. Lesestrategien sind wie Lernstrategien allgemein Handlungsabfolgen, die nach dem "Wenn-dann"-Prinzip je nach Ziel vom Leser, von der Leserin ausgewählt werden. Als zentrale Strategien für die Textverarbeitung im Unterricht können folgende gelten: die Aktivierung von Vorwissen, das Formulieren von Fragen an den Text, das Klären von Unklarheiten, das Vorhersagen des weiteren Textinhalts sowie das Zusammenfassen von Textabschnitten bzw. des gesamten Textes.
Entscheidend für den Erwerb von Lesestrategien ist neben der regelmäßigen Anwendung beim Lesen von Texten in allen Fächern auch die Reflexion über den Nutzen der einzelnen Strategien (Metakognition). Die Lesestrategie-Sets, die hier vorgestellt werden, unterstützen Schülerinnen und Schüler auf unterschiedlichen Lernniveaus.
Instrumente für Schülerinnen und Schüler zur Habitualisierung von Lesestrategien
Der am LISUM entwickelte LESEPILOT unterstützt Schülerinnen und Schüler mit basalen Lesefähigkeiten beim Erwerb von Lesestrategien. Eine klare Schrittfolge "lenkt" Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 2 bis 4 durch den Text.
Der am LISUM entwickelte LeseLotse erweitert die Schrittfolge des LESEPILOTEN. Er "lotst" Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 3 bis 9 durch schwierige Texte und fordert zum Reflektieren der Strategien auf.
Der LeseNavigator 2.0 erweitert die Schrittfolge des LeseLotsen erneut und ist für den Einsatz in den Jahrgangsstufen 6 bis 10 konzipiert.
Mit der Methode "reziprokes Lesen" üben Schülerinnen und Schüler ausgewählte Lesestrategien kooperativ ein. Die Aufgaben – Vermutungen zum Textinhalt anstellen, Unverstandenes benennen und klären sowie Inhalte zusammenfassen - finden sich auch in den meisten Lesestrategie-Sets.
Redaktionell verantwortlich: Anett Frohn, LIBRA
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