Die schulpraktische Ausbildung umfasst den Ausbildungsunterricht, 12 Lehrerwochenstunden (LWS), und andere die Gestaltung des Unterrichts und des Schullebens betreffende Tätigkeiten der Lehrkräfte. Die 12 LWS bestehen aus angeleitetem und selbstständigem Unterricht sowie verpflichtenden Hospitationen. Der Unterricht unter Anleitung kann bei Bedarf auf den selbstständigen Unterricht vorbereiten. Dabei beraten die Ausbildungslehrkräfte (ALK) die Lehramtskandidatinnen und Lehramtskandidaten (LAK) bei der Vorbereitung und Durchführung einzelner Unterrichtssequenzen. Die Ausbildungslehrkräfte sind im Unterricht anwesend, wobei sich die Anwesenheit mit fortschreitender Ausbildung verringert.
Selbstständiger Unterricht erfolgt in eigener Verantwortung der LAK. Hospitationen und Beratungen durch die Ausbildungslehrkräfte und die Schulleitungen sind auch im selbstständigen Unterricht der LAK relevant, um im Rahmen der Ausbildung angemessen Rückmeldungen zu geben. Im selbstständigen Unterricht bewerten die LAK auch Leistungen der Lernenden.
Die Ausbildung am Pädagogischen Zentrum (PZ) umfasst 7 LWS, die sich auf 3 LWS im Ausbildungscoaching und 2 LWS in der Fachausbildung pro Fach aufteilen. Sie schließt die Wahrnehmung überfachlicher Angebote zu den bildungspolitischen Schwerpunkten ein. Im Rahmen dieser Ausbildung werden die LAK von Fachausbildenden und Ausbildungscoaches hospitiert und erhalten Rückmeldung zu ihrem Unterricht.
Darüber hinaus können LAK individuelle Beratung und/oder Supervision in Anspruch nehmen.
Die Ausbildung im Vorbereitungsdienst orientiert sich an einem landesweit gültigen Kompetenzprofil. Es beschreibt zentrale Kompetenzbereiche professionellen Lehrerhandelns und bildet die Grundlage für Rückmeldungen, Entwicklungsschwerpunkte und Beurteilungen. Die Kompetenzbereiche sind:
- Verantwortungsübernahme für die eigene Ausbildung
- Gestalten von Lernarrangements
- Gestalten von Beziehungen und Beraten
- Diagnostizieren und Beurteilen
- Lernarrangements nachbereiten
- Innovieren und Kooperieren
- Verwalten und Organisieren
Es wird erwartet, dass LAK auf der Grundlage der Rückmeldungen ihrer Ausbildungslehrkräfte aus der Schule und ihrer Ausbildenden aus dem PZ selbstreflexiv eigenständig Entwicklungsschwerpunkte erkennen und daran arbeiten.
Ein Erfolgsgarant ist dabei die kollegiale und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Ausbildungslehrkräften der Schule und den Ausbildenden des PZ. Um Transparenz herzustellen, Fragen zu klären und Kontakte zu knüpfen, sind Ausbildungslehrkräfte am Anfang der Ausbildung zu einer Fortbildungsreihe mit unterschiedlichen Schwerpunkten und in unterschiedlichen Formaten, die von den PZ angeboten werden, eingeladen. Nähere Informationen dazu können den Einladungen entnommen werden. Diese werden den ALK bzw. der Schulleitung zu Beginn des VD überreicht. Die Veranstaltungen sind auch im FortbildungsNetz des Landes Brandenburg zu finden.
Die Dauer des Vorbereitungsdienstes beträgt in der Regel 12 Monate. Abweichungen davon treten auf, wenn LAK kein Praxissemester vorweisen können oder die Studien- und Prüfungsordnung des studierten lehramtsbezogenen Studienganges keine fünfjährige Regelstudienzeit vorgesehen hat.
Auch Personen, die den VD im Teilzeitmodell absolvieren, haben eine vom Regelverlauf abweichende Ausbildungsdauer. Eine konkrete Terminierung, genaue Angaben über die Anzahl von angeleitetem und selbstständigem Unterricht, die Zahl von Hospitationen, den Prüfungszeitraum, Zeiten für Präsenztage oder Präsenzwochen werden in diesem Fall individuell erstellt und von den LAK an die Ausbildungsschule übergeben.
Redaktionell verantwortlich: Dr. Ole Müller
Der Bildungsserver Berlin-Brandenburg ist ein Service des Landesinstituts Brandenburg für Schule und Lehrkräftebildung im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (Berlin) und des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport Land Brandenburg.
